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"Wenn er das wüsste ...

März 2005 … würde er sich im Grabe umdrehen" – eine bekannte Redensart. Sobald ich eine Steckzwiebel verkehrt in den Boden stecke, "weiß" sie das und dreht sich in ihrer "Ruhestätte", damit auf möglichst kurzen Wegen die Wurzeln nach unten und der Spross nach oben wachsen können.


Steckzwiebel
© Titze
In einer mit Erde gefüllten Glasvase zeigen die Wurzeln der auf den Kopf gestellten Steckzwiebel schnell, "wohin die Reise geht"...
...und die Sprossachsen der herausgenommenen Zwiebeln auch. Dabei hatte sich die linke Bulbe bis zum Aufnahmezeitpunkt bereits um etwa 90°, die rechte um etwa 45° gedreht.
© Titze
...und die Sprossachsen der herausgenommenen Zwiebeln auch. Dabei hatte sich die linke Bulbe bis zum Aufnahmezeitpunkt bereits um etwa 90°, die rechte um etwa 45° gedreht.
Das kostet sie Zeit, Kraft und geht in der Regel zu Lasten ihrer späteren Größe. Und wie der Steckzwiebel wird es – kaum wahrnehmbar – vermutlich auch jedem Samenkorn ergehen, wenn es nicht "richtig liegt".

Positiver und negativer Geotropismus
© Titze
Positiver und negativer Geotropismus
Woher wissen eigentlich Pflanzen, dass ihre Wurzeln "so", ihre Sprossachsen aber "anders" gedeihen müssen? Es ist der äußere Reiz der Erdanziehung, der im wesentlichen die Hauptwurzeln dazu veranlasst, sich nach unten in den Boden, also zum Erdmittelpunkt hin auszurichten (= positiver Geotropismus); die Hauptsprosse dagegen entgegengesetzt aus dem Erdreich heraus senkrecht nach oben wachsen zu lassen (= negativer Geotropismus. Erfolgt die Hinwendung zur Reizquelle, wird sie positiv, im umgekehrten Falle negativ genannt). Die für die Schwerkraft empfänglichen Bereiche der Pflanzen sind auf die äußersten Enden der Sprossachsen und Wurzeln beschränkt. Und dort sind es bestimmte, auffallend zahlreich vorkommende Stärkekörner (Statolithenstärke), auf die sie einwirkt und die hier geschilderte Reaktion auslöst. Diese Stärkekörner befinden sich in speziellen Pflanzenzellen – besonders ausgiebig in der Wurzelspitze (im Bereich der Wurzelhaube) oder im Sprossgewebe rund um die Leitbündel. Darüber hinaus spielt auch eine ungleiche Wuchsstoffverteilung (Auxin) in den geotropisch reagierenden Organen eine Rolle.

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