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Bromelien − Trichterpflanzen der Tropen

Vriesea chantinii
Vriesea chantinii

Februar 2005 Zum Lebensstil unserer Zeit gehört unter anderem auch das "Wohnen mit Blumen". Bereits früher waren Blumen, Zimmerpflanzen Begleiter des Menschen, denn lebendiges Grün, ein Blumentisch, eine Blumenampel trugen zur Wohnatmosphäre bei, denn der wahre Pflanzenfreund zeichnet sich dadurch aus, das Wachstum eines Pfleglings von der Keimung des Samens bis zur Tropfpflanze selbst zu erleben.


nach obenDie Pflanze, ein Lebenselixier

Hatte der Hobbygärtner einst mit "einfachen" Individuen angefangen, wie mit Tradeskantien, Grünlilien, Gummibaum, mitunter auch einigen Kakteen, wird er heute bestrebt sein, sich auch mit anderen Grünpflanzen zu beschäftigen.

nach obenEigenschaften der Bromelien – Lebensweise

Die umfangreiche Pflanzenfamilie der Bromelien lebt in der Neuen Welt und umfasst rund 50 Gattungen mit etwa 2.500 Arten. Bis auf wenige Ausnahmen bilden die Ananasgewächse (Bromeliaceae) aus röhrenförmigen Blattrosetten in Form eines auffälligen Trichters einen zentral gelegenen Blütenstand. Die hübschen Einzelblüten bieten ein reizvolles Farbenspiel. In ihrer Lebensweise haben sie gewisse Gemeinsamkeiten mit den epiphytischen (epi = auf, phyton = Pflanze) Orchideen der Tropen- und Subtropen, die sich auf den Astnischen eingenistet haben. Selbst auf säulenförmigen Kakteen haben sie sich sesshaft gemacht. Fälschlich werden Bromelien wie die Aufsitzer-Orchideen "Schmarotzer" genannt, was nicht ihrer Wesensart entspricht. Schmarotzer leben auf Kosten eines anderen Organismus. Beispiel die Hopfenseide (Cuscuta). Behandelte Pflanzen leben auf den Bäumen als Untermieter zum Halt. Erinnert sei an die Mistel (Viscum album), ein Halbschmarotzer, der mit Hilfe der Blätter assimiliert und dem Baum das Wasser entzieht. Die Eingeborenen nennen die Bromelien kurz "parasitos".

nach obenPflanze für den Hobbygärtner

Für das Fensterbrett oder ein richtiges Blumenfester gibt es eine Anzahl kleiner und kleinster Bromelien, die sich unter einfachen Bedingungen halten lassen. Sie haben ein ansprechendes Äußeres und man hat Freude an ihnen. Für den Anfänger hat sich als "Zimmerheld" Billbergia nutans herausgestellt, die in Brasilien, Argentinien, Paraguy zu Hause ist. Dort lebt sie am Boden (terrestrisch), teils wie die Orchidee auf den Bäumen (epiphytisch). Sie verträgt Lichtmangel, zeitweilige Trockenheit und auch niedrige Temperaturen.

Die Tropengewächse können sommertags im Halbschatten im Freien gehalten werden. Keineswegs aber im Freien überwintern. Sie gehören zu den Trockenheitsbewohnern (Xerophyten), da sie in ariden (trockenen) Savannengebieten leben und im Aufbau auf geringe Wasseraufnahme eingerichtet sind. Außer der Bezeichnung "Trichterpflanzen" führen sie noch den treffenden Namen "Zisternenpflanzen". Die erwähnten aufrechtgestellten Blattrosetten deuten auf Zisternen (Auffangbehälter für Regenwasser hin). Das gesammelte Regenwasser gibt den Laubfröschen Gelegenheit dort zu laichen.

nach obenEinzeldarstellungen

Vriesie (Vriesea splendens)

Flammendes Schwert
Flammendes Schwert
Der Blütenstand entwickelt sich zu einer farbigen Ähre und erhielt den Namen "Flammendes Schwert". Sie gehört zu den gängigsten Kulturpflanzen. Vorhanden sind grün- und buntblättrige unter ihnen. Durch Kreuzung kamen mehrblütige auf den Markt. Starke Sonneneinwirkung ruft Verbrennungen hervor, enthärtetes Wasser in den Blattrichter. Hohe Luftfeuchte. Öfters übersprühen. Wärme 16 bis 20 °C, wintertags kühler.

Zimmerhafer (Billbergia nutans)

Zimmerhafer, Hybride
Zimmerhafer, Hybride
Für Wohnkultur hat sich die in Mexiko bis Brasilien beheimatete Billbergia nutans bewährt. Mit grasähnlichen Blättern und rotgefärbten Hochblättern blüht sie vom Spätsommer bis zum Nachwinter. Nutans weist auf die überhängende Blüte hin. Im Handel sind viele Kreuzungsprodukte.

Guzmanie (Guzmania lingulata)

Guzmanie (Guzmania lingulata)
Guzmanie (Guzmania lingulata)
Wächst in Peru im Urwald und erfreut den Besitzer durch einen farbenprächtigen Anblick. Kalkfreies Wasser, halbschattig, luftig. Nach der Blüte stirbt die Pflanze ab.

Tillandsie (Tillandia juncea)

Binsenblättrige Tillandsie
Binsenblättrige Tillandsie
Vorhanden sind rund 500 Arten von reizvoller Schönheit. Herkunft: Süd-Amerika vom Flachland bis zum Meer. Bewohnen als "Aufsitzer" höchste Baumspitzen.

Tillandsia usneoides, "Lousiana-Moos" genannt, lebt wurzellos und wird als "atmosphärische Tillandsieart" bezeichnet. Sie ernährt sich von der Luftfeuchte und dem Salzgehalt der Luft.

Nestbromelie (Nidularium fulgens)

Nestbromelie
Nestbromelie
Heimat Brasilien. Blattstellung Rosettenform, Mitte leuchtend rot, Warmhaus 16 bis 20 °C. Im Sommer reichlich gießen mit temperiertem Wasser.

nach obenPflegehinweis

Vertreter der "Trichterpflanzen" – Nestbromelie, Guzmanie, Vriesie – sind in den Trichter zu wässern, da wie am Naturstandort das Wasser sich im Trichter sammelt.

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Guzmania mit roten Hochblättern
Ananasgewächse im Tropenfenster
Bild 1: Wasserranke
Garantie für den grünen Daumen
Der haltbare Blütenstand einer Guzmania besitzt sternförmig ausgebreitete Hochblätter und weiße Blütchen. Die Pflanze liebt Wärme und hohe Luftfeuchte.
Das Ananasgewächs Guzmania

Schlagworte dieser Seite:

Bromelie, Guzmanie, Nestbromelie, Tillandsie, Vriesie, Zimmerhafer

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