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Sangerhausen Königreich der Rosen

© Opitz

Februar 2005 Im Süden der Harzer Berge liegt ein Königreich der Rosen. Es führt den Namen Europa-Rosarium Sangerhausen. Hier ist mit 7.200 verschiedenen Rosenarten und -sorten die größte Rosensammlung der Welt zu Hause. Mit seinen 500 Wildrosenarten ist das Rosarium sogar in das Guinnes-Buch der Rekorde eingetragen.


Charakteristisch für Sangerhausen sind die zahlreichen Kletterrosen mit ihrem überreichen Blütenreigen.
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Charakteristisch für Sangerhausen sind die zahlreichen Kletterrosen mit ihrem überreichen Blütenreigen.
Die Formulierung "Größte Sammlung der Welt" könnte eine falsche Vorstellung wecken. Die zahlreichen Sorten sind keineswegs in Reih und Glied versammelt. Vielmehr wurde in dem mehr als 100jährigen Bestehen das Rosarium ständig erweitert und ausgebaut. Da seit der Gründung des Rosariums im Jahre 1903 neben den Rosen auch immer wieder Bäume und Sträucher gepflanzt wurden, gibt es davon auch viele prachtvolle ältere Exemplare, sodass die Rosenpflanzungen in eine umfassende Parkgestaltung eingebettet sind. Heute umfasst das Rosarium eine Fläche von 15 ha, auf der etwa 60.000 Rosenpflanzen, von der niedrigen Bodendeckerrose bis zur mehrere Meter hohen Kletterrose stehen. Sie verwandeln im Sommerhalbjahr den Park in ein blühendes Paradies. Dabei geleiten uns die Spazierwege durch eine malerische Parklandschaft, in der die bunten Rosenpflanzungen mit ruhigen Teichflächen, dem Alpinum, Pavillons, Skulpturen, Stauden- und Sommerblumenbeeten ein prächtiges Ensemble bilden.

Ein neu geschaffener "Mediterraner Garten" mit 150 subtropischen Pflanzen sowie ein Info- und Lese-Pavillon und ein kleines Museum mit Informationen zur Rose und zur Geschichte des Rosariums bilden einen weiteren Höhepunkt auf unserem Rundgang.

Der Jubiläumsgarten – entstanden 2003 anläßlich des 100jährigen Bestehens des Rosariums – zeigt einen Querschnitt der Rosenzucht im 20. Jahrhundert.

Im Haupteingangsbereich finden wir neben der Gastronomie einen Gartenträumeladen bei dem auch Rosenpflanzen angeboten werden. Darunter befinden sich auch seltene Sorten, die im Handel nicht mehr erhältlich sind – für Rosenfreunde also eine echte Fundgrube.

Im ADR-Garten können wir uns über die Widerstandsfähigkeit der neueren Sorten gegen Pilzkrankheiten informieren. Diese Rosen werden nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt, sodass wir ihre Robustheit vor Ort gut bewerten können. Für die insgesamt gärtnerisch gut gestaltete Anlage spricht, dass sie im letzten Jahr unter 88 Bewerbern den 3. Platz im Wettbewerb "Deutschlands schönster Park" belegen konnte.

nach obenEinige Rosen und ihre Besonderheiten

Ausschnitt aus dem großen Rosensortiment.
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Ausschnitt aus dem großen Rosensortiment.
Rose 'Mephisto' in Begleitung von <em>Salvia officinalis</em>.
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Rose 'Mephisto' in Begleitung von Salvia officinalis.
Im Rosarium wurden im Verlauf der letzten 100 Jahre Rosen aus allen Ländern und Zeitepochen zusammengetragen. Die verschiedenen Rosenklassen werden auf Texttafeln entlang des ausgewiesenen Rundganges erläutert. Alle Sorten sind mit einem Etikett ausgezeichnet. Der umfangreiche Bestand spiegelt die Entwicklung der heutigen Gartenrosen anschaulich wider.

Wie uns fossile Funde zeigen, besiedelte die Rose schon lange vor dem Menschen unsere Erde. Nach Berichten in China gab es dort erste Kulturformen bereits um 1.500 v. Chr. Viele Chinasorten sind im Rosarium unter dem Begriff Bengalrosen zu finden.

Eine ebenfalls sehr alte Rose ist die Gallische Rose, die schon im 12. Jahrhundert v. Chr. in Persien angebaut wurde. Sie steht am Anfang der Entwicklung unserer heutigen Gartenrosen. Ihre bekannteste Varietät ist die Apothekerrose (Rosa gallica 'Officinalis'), deren Blütenblätter man schon im 14. Jh. zu Duftpulver verarbeitete.

Das für die Parfümherstellung so wertvolle Rosenöl – für 1 kg Rosenöl sind 3.000 kg Blüten erforderlich, von einer 10.000 m2 großen Anbaufläche – wird hauptsächlich von der Damascenerrose 'Trigintipetala' gewonnen. Sie hat ihren Ursprung im vorderen Orient.

Der Blütenreigen der Rosen beginnt ab Anfang Mai bei den Wildrosen. Ihre Hauptblütezeit liegt bereits von etwa Ende Mai bis Mitte Juni. Im Herbst machen sie noch einmal mit ihren Früchten, den rot glänzenden Hagebutten, auf sich aufmerksam. Eine Rarität ist auch die schön anzuschauende Stacheldrahtrose mit ihren an den jungen Trieben eng aufgereihten, breiten, rötlich durchscheinenden flügelartigen Stacheln.

Kletterrosen-Sorten
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Kletterrosen-Sorten
'Morgensonne' - eine von 850 Kletterrosen-Sorten im Europa-Rosarium.
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'Morgensonne' - eine von 850 Kletterrosen-Sorten im Europa-Rosarium.
Besonders beeindruckend sind die 850 verschiedenen Kletterrosen-Sorten. Sie werden aus Platzgründen an Naturholzstangen aufgebunden. Dadurch entsteht auf engem Raum eine Vielzahl schmaler, hoher Kletterrosensäulen und -pyramiden. Sie ergeben in der Blütezeit ein überwältigendes Bild sowie dem Europa-Rosarium dessen typisches und einmaliges Flair.

Selbstverständlich finden wir ebenso von unseren heutigen Strauch-Edel- und Beetrosen ein anschauliches, vielfältiges Sortiment, das wir auch bei der Auswahl für den eigenen Garten nutzen können.

nach obenDer Park

Das Rosarium beeindruckt mit seiner abwechslungsreichen, lockeren und gärtnerischen Gestaltung.
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Das Rosarium beeindruckt mit seiner abwechslungsreichen, lockeren und gärtnerischen Gestaltung.
In dem botanisch interessanten Park bilden etwa 300 verschiedene Baum- und Strauch-Arten die grüne Kulisse für die Rosenpflanzungen. Wir finden hier unter anderem die Libanon-Zeder sowie den erst 1944 in China wiederentdeckten Rotholzbaum, besser bekannt als Urweltmammutbaum – im Rosarium 1960 gepflanzt (siehe auch FuG 12/04). Auch der als ältestes lebendes Fossil der Pflanzenwelt geltende Ginkgobaum (siehe auch FuG 11/03) wächst in dem Park in Gemeinschaft mit einem Trompetenbaum.

Im Sommerhalbjahr beeindruckt die am Seerosenteich, nahe dem Konzertplatz wachsende Großstaude Gunnera manica, im Volksmund als Riesenrhabarber bezeichnet. Die aus Südamerika stammende dekorative Pflanze treibt im Frühjahr aus Knospen des Erdstammes ihre riesigen bis zu 3 m groß werdenden Blätter.

Neben interessanten Sonderausstellungen bildet das jährliche Rosenfest im Juni den kulturellen Höhepunkt des Rosariums. Wer seine Kenntnisse noch erweitern möchte, hat dazu Gelegenheit bei einem Spaziergang auf dem in der Nähe liegenden Wildrosenlehrpfad "Helmstal".

Auskunft über das Europa-Rosarium und Sangerhausen gibt es unter:
Tel. 03464/19433 und www.sangerhausen-tourist.de

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