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Abmoosen – Luftableger, Markottage

Januar 2005 Es ist ein Erlebnis Pflanzen wachsen und blühen zu sehen, ein ganz besonderes Erfolgserlebnis ist es, wenn man sie selbst herangezogen hat. Ob aus einem Samenkorn eine neue Pflanze entsteht oder die Stecklinge mit neuen Blättern anzeigen das die Wurzelbildung geklappt hat, so ist es in den meisten Fällen die Faszination der Pflanzenvermehrung, die im Vordergrund steht und uns beeindruckt.


Dass Sprossteile Blätter und Blattstücke bewurzeln können, liegt in der Regenerations- und Reaktionsfähigkeit der Pflanzen zum Zwecke der Arterhaltung. Dies kann generativ (geschlechtliche Vermehrung) durch Aussaat oder vegetativ (ungeschlechtliche Vermehrung) durch Stecklinge, Teilung, Ausläufer oder Abmoosen geschehen.

Das Abmoosen wird angewandt, wenn schnell große Pflanzen gebraucht werden und andere Methoden der Vermehrung keinen Erfolg gebracht haben.

nach obenDie Vermehrung eines Apfelsinenbäumchens

Im Januar/Februar werden von größeren Apfelsinenbäumchen (Citrus mitis) zur Vermehrung geeignete Zweige, die voll in der Blüte stehen, für das Abmoosen markiert, um anschließend abgemoost zu werden.

Beim Apfelsinenbäumchen wird mit der Ringelmethode gearbeitet, beim Gummibaum wird unterhalb eines Knotens, schräg nach oben eine Kerbe geschnitten.

Abmoosen eines Apfelsinenbäumchen

Abmoosen eines Apfelsinenbäumchen mit der Ringelmethode
Abmoosen eines Apfelsinenbäumchen mit der Ringelmethode
Bei der Ringelmethode wird unter einem Auge (Knoten, Nodie) ein etwa 5 bis 10 mm breiter Rindenstreifen (ringsherum) entfernt. Damit sich Wurzeln bilden können, muss die Wunde mit einem gut wasserhaltenden Substrat (Torfmoos = Sphagnum) umgeben sein. Dazu wird das feuchte Sphagnum um den Trieb gewickelt und mit einer Folie umwickelt, die unten und oben zugebunden wird. Damit sich das Ganze nicht durch Sonneneinwirkung aufwärmt, kommt noch eine Alufolie darüber. Ab und zu muss kontrolliert werden ob das Moos noch feucht ist.

Nach 6 bis 8 Wochen dürften sich neue Wurzeln gebildet haben. Die Wurzelbildung kann durch Wachstumspuder (Wurzelfix) und durch eine etwas trockenere Haltung der Pflanze beschleunigt werden, wobei das Moospäckchen gut feucht gehalten wird. Haben sich Wurzeln gebildet, wird die neue Pflanze dicht unter den Wurzeln abgeschnitten und eingetopft.

In der ersten Zeit sollten die Blätter der neuen Pflanze öfters übersprüht oder mit einer transparenten Folie abgedeckt werden, damit sich ein Kleinklima bildet. Das heißt, es bildet sich ein mit Wasserdampf angereichertes Kleinklima (gespannte Luft), das die Transpiration der Pflanze herabsetzt und dadurch ein schnelleres Bewurzeln ermöglicht.

Abmoosen eines Gummibaumes

Abmoosen eines Gummibaumes
Abmoosen eines Gummibaumes
Beim Abmoosen eines Gummibaumes wird dieser an der gewünschten Stelle am Stamm mit einem Schnitt unterhalb eines Knotens schräg nach oben eingeschnitten, ohne den Trieb ganz zu durchschneiden. Ein kleiner Stein oder ein Stöckchen hält die Wunde auseinander, sodass sie nicht wieder zusammenwachsen kann. Die nächsten Schritte werden genauso durchgeführt wie vorher beim Apfelsinenbäumchen beschrieben.

Nach ein paar Monaten hat sich eine stattliche Pflanze entwickelt und aus den Blüten sind kleine Orangen geworden. Auf das selbstgezogene Apfelsinenbäumchen wird jeder Freizeit-Gärtner mit Recht stolz sein.

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Abmoosen, Apfelsinenbäumchen, Gummibaum, Vermehrung, Vermehrungsmethoden, vegetative Vermehrung

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