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Nadelgehölze mit sommergrünen Blättern

Lärche mit Zapfen
© Esebeck
Lärche mit Zapfen

Dezember 2004 Gespräche mit Erwachsenen und Jugendlichen haben erfreulicherweise ergeben, dass Interesse am Kennenlernen von Bäumen in Wald und Feld besteht. Spezifische Kenntnisse setzen allerdings ein gewisses Maß an Beobachtungsgabe gepaart mit Beharrlichkeit und Konsequenz voraus. Von einem "trockenen Stoff", wie so oft vermutet, kann wirklich nicht die Rede sein. Erst nach Kenntnis von typischen Merkmalen und Details wird der Beobachter das Gehölz als seinen Partner ansehen. Einige Hinweise mögen dazu beitragen, den Stoff allmählich als hochinteressant anzusehen.


nach obenNadelgehölze (Koniferen) – Herkunft

Die Zapfenträger (conus = Zapfen) sind Holzgewächse, die über den gesamten Erdkreis eine weite Verbreitung haben; vor allem über die nördliche Halbkugel, wo umfangreiche zusammenhängende Forsten anzutreffen sind und das Landschaftsbild prägen. Fossile Funde (Überreste von Lebewesen, Versteinerungen von Nadelbäumen) lassen sich im oberen Karbon von über 200 Millionen Jahren nachweisen. So spielt trotz des unvorstellbar hohen Zeitalters das Vorkommen der Koniferen eine beachtenswerte Rolle.

nach obenRückblick über die Stetigkeit ihrer Entwicklung

Von der Evolution (Wandel der Organismen), eine kontinuierliche Entwicklungsphase, die bis zur Gegenwart sich fortsetzt, entstanden zuerst die Nacktsamer, deren Samen nackt, nicht in einem Fruchtknoten eingeschlossen sind, wie Fichte, Tanne, Zeder usw. Erst im Zeitalter der Kreide (vor 130 Millionen Jahren) begann das Auftreten der Blütenpflanzen, also den Bedecktsamern, deren Fruchtknoten im Gegensatz zu den Nacktsamern in einem Gehäuse (Kapsel) sich befindet. Es gehören dazu die meisten Gartenpflanzen, an denen wir uns alljährlich erfreuen. Den Übergang der Nacktsamer zu den Bedecktsamern – vom Nadel- zum Laubbaum – wird durch den noch lebenden Tulpenbaum dokumentiert, ein stattlicher amerikanischer Baum, der wie die Magnolie noch elementare Blütenmerkmale aufweist.

Vorgestellt werden einige Nadelgehölze, um das Thema anhand von wesentlichen Merkmalen näherzubringen.

nach obenChinesisches Rotholz (Metasequoia glyptostroboides)

Chinesisches Rotholz mit doppeltem Stamm
© Esebeck
Chinesisches Rotholz mit doppeltem Stamm
1941 weckte eine neue Koniferengattung die Aufmerksamkeit japanischer Paläobotaniker (Kunde der Pflanzenwelt des früheren Erdezeitalters). Der sensationelle Fund wurde von dem Botaniker Miki beschrieben. Gefunden wurde er in Tonablagerungen fossiler Holzreste im Tertiär. Mehrere Phantasienamen wurden dem Rotholz anfangs zugeteilt, wie Urwelt-Mammutbaum, Wasserlärche, auch Wassertanne. Namen, die nur mit Vorbehalt zu erwähnen sind. Zur gleichen Zeit reiste Prof. T. Kann aus Nanking in das Grenzgebiet und fand den laubabwerfenden Baum, der von den Einheimischen shui-huso = Wasserlärche genannt wurde. Die fortgeschrittene Jahreszeit erlaubte es nicht mehr geeignetes Erbmaterial zur Identifizierung zu sammeln. Erst 1944 fand man schließlich auf einem Areal von 800 Quadratkilometern über hundert Exemplare, die sich an Berghängen und Flussläufen vereinzelt angesiedelt hatten. Die Expedition fand in Hupeh über 1.000 Bäume und brachte keimfähiges Saatgut mit. Mit Fug und Recht konnte in einer paläobotanischen Arbeit in China die Wiederentdeckung als "Lebendes Fossil" bezeichnet werden. So hatte der bedeutende englische Forscher Charles Darwin (1809 – 1882) auch den bekannten Ginkgobaum (siehe "Familienheim und Garten" Nr. 10/03) bezeichnet.

Merkmale

Chinesisches Rotholz, Zweigstück
© Esebeck
Chinesisches Rotholz, Zweigstück
Wie die Sumpfzypresse und der Mammutbaum den Sumpfzypressengewächsen zugeordnet wird, gehört das Rotholz ebenfalls systematisch in diese Familie. Am Naturstandort erreicht das sommergrüne Nadelgehölz die stattliche Höhe von 50 m. Im Habitus pyramidal wachsend mit schmal-kegelförmiger Krone, zur Spitze sich verjüngend. An der Stammbasis stark verbreitert mit auffälligen Kehlungen (Vertiefungen). Sie geben den gefiederten Sängern Nistgelegenheit – in diesem Jahr einer Zaunkönigfamilie. Das auffallend rötliche Holz brachte der Wiederentdeckung den Namen Rotholz ein. Austrieb im März frischgrün. Nadelstellung gegenständig (s. Zweigstück). Im Herbstkolorit präsentiert sie sich überraschend rotbraun! Der einhäusige Baum bildet fast kugelige hängende Zapfen. Ansehnlicher Parkbaum für nicht zu begrenzte Flächen. Forstlich angebaut. In der Jugend raschwüchsig. Mit dem Älterwerden lässt das Höhenwachstum nach. Nach finnischen Berichten verträgt die Konifere Kältegrade bis zu −30 °C.

nach obenLärche (Larix decidua)

Rote weibliche Blüten der Lärche
© Esebeck
Rote weibliche Blüten der Lärche
Zu den heimischen Flurgehölzen zählt die sommergrüne Lärche, die in den Voralpen durch ihren frühen Austrieb das Bild belebt. Oft mit durch Lawinengewalt zerschundenem Stamm. Ihr Feind ist die weißgraue Bartflechte, die sich über sie ausbreitet. Ihr natürliches Alter beträgt oft über 100 Jahre. Im März trägt der Baum an Kurztrieben purpurrote weibliche Blüten. Zeitig im Herbst verfärben sich die Nadeln auffällig goldgelb. Das Holz eignet sich zur Täfelung, für Möbel, zu Decken und Fußbodenbelag.

Japanische Sicheltanne
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Japanische Sicheltanne
Abschließend ein Nadelbaum Ostasiens. Er trägt den Namen Sicheltanne (Cryptomeria japonica), keine echte Tanne (ein Schmuckgehölz mit mehrjährigen Blättern (Nadeln).

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Chinesisches Rotholz, Lärche, Nadelgehölz, Sicheltanne

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