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Gründüngung und Mulch im Nutz- und Ziergarten (III)

Ein mit Stauden und Gehölzen bepflanzter Wall, der mit Rindenhumus abgemulcht wurde. Die Mulchschicht verhindert den Aufwuchs von Unkräutern, die Erosion der Böschung und sorgt auch für eine ausgeglichene Wasserversorgung der Pflanzen. Niemand wird sagen können, dass eine solche Anlage ungepflegt wirkt!
© Treiling
Ein mit Stauden und Gehölzen bepflanzter Wall, der mit Rindenhumus abgemulcht wurde. Die Mulchschicht verhindert den Aufwuchs von Unkräutern, die Erosion der Böschung und sorgt auch für eine ausgeglichene Wasserversorgung der Pflanzen. Niemand wird sagen können, dass eine solche Anlage ungepflegt wirkt!

November 2004 Unter Mulch oder Mulchen versteht man das Bedecken des Bodens mit organischen Materialien, um diesen vor Austrocknung und Erosion zu schützen. Gleichzeitig sorgt das Mulchen für die Zufuhr organischer Masse in den Boden zur Bildung wertvoller Humus- und Ton-Humus-Komplexe und verbessert auf diese Weise die Krümelstruktur.


Ein besonders hervorzuhebender Nebeneffekt ist die Unterdrückung der Unkräuter und die natürliche Lockerung des Bodens ohne lästiges Hacken oder Grubbern. Im erweiterten Sinne stellt das Mulchen eine Art Flächenkompostierung dar. Besonders dann, wenn Ernterückstände, abgängiger Wechselflor oder überständige Nutzpflanzen (wie geschossener Salat, nicht geernteter Spinat usw.) nicht auf den Kompost gebracht, sondern als Mulchschicht in den Kulturen der Rotte zugeführt werden. Als Mulchmaterialien können die verschiedenartigsten organischen Materialien verwendet werden. Die Art des zum Einsatz kommenden Mulchmaterials sollte den Kulturpflanzen und deren Kulturdauer gerecht werden. So ist das Mulchen in einjährigen Kulturen genauso möglich und sinnvoll wie in Dauerkulturen.

Der Rindenhumus kann nach der Sommerblumenzeit in den Boden der Wechselflorflächen eingearbeitet werden.
© Treiling
Der Rindenhumus kann nach der Sommerblumenzeit in den Boden der Wechselflorflächen eingearbeitet werden.
Die meisten Gartenbesitzer gehen davon aus, dass Mulchschichten nur unter Gehölzen oder in anderen Dauerkulturen möglich und sinnvoll sind. Das ist aber nicht korrekt, denn das Mulchen in Gemüse- oder Wechselflorbeeten und in Kulturen, die eine Gartenfläche nur für die Dauer einer Vegetationsperiode oder kürzer beanspruchen, ist genauso wichtig und sinnvoll. Entscheidend für den Erfolg ist hier die Auswahl der richtigen Mulchmaterialien. Diese sollten auf jeden Fall in der Kulturzeit ganz verrottet oder wenigstens soweit angerottet sein, dass sie bei der Neubestellung der Fläche in den Boden eingearbeitet werden können. Leicht verrottbare Mulchmaterialien wie Rindenhumus, Rasenschnitt, Ernterückstände, hinfälliger Wechselflor oder abgemähte Gründüngungspflanzen eignen sich hierfür sehr gut.

Flächen, die über längere Zeit gemulcht bleiben können oder müssen, wie Gehölz- und Staudenbeete, Mulchpfade, Spritzwasserschutz an Hauswänden usw., werden sinnvollerweise mit Materialien abgedeckt, die nur sehr langsam verrotten. Dazu gehören u. a. Rindenmulch, Stroh, Holzwolle, Schnittholz-Schredder, Laub. Es ist darauf zu achten, dass je nach Mulchmaterial die Schichtdicke zwischen 3 und 5 cm beträgt. Auch sollte jährlich die Mulchschicht aufgefrischt werden, damit keine Lücken entstehen in denen das Unkraut wachsen kann.

nach obenTipps zum Abschluss

  • Auf Flächen, die mit Rinde oder Schreddermaterial abgemulcht sind, kommt es sehr oft zur Fixierung des Stickstoffs, sodass die Kulturpflanzen nicht das gewünschte Wachstum aufweisen. Dem kann vorgebeugt werden, indem man vor dem Aufbringen der Mulchschicht die entsprechende Menge Stickstoff in organischer Form in die obere Bodenkrume einarbeitet.
  • Damit das Mulchmaterial nicht so leicht von den Beeten auf Gehwege oder andere angrenzende Flächen gelangt, sollte man bereits im Vorfeld einiges beachten. Planieren Sie den Boden der Pflanzbeete an Gehwegen und Randsteinen so aus, dass er deutlich tiefer liegt als diese. So wird erreicht, dass die spätere Mulchschichtoberkante nicht darüber hinaus ragt.
  • An Rasenkanten leistet ein Mähkantenstein gute Dienste.
  • Mulchmaterial mit kleinerer Körnung bleibt besser liegen und fliegt beim Scharren der Vögel nicht so weit.
  • Beim Einkauf von Rindenprodukten sollte man auf das RAL-Gütesiegel achten, denn nur diese Produkte unterliegen einer geprüften Produktion. Billigprodukte enthalten sehr oft Fremdkörper und sehr viele Holzanteile.

nach obenFazit

Gründüngung und Mulch sind sowohl im Nutz- als auch im Ziergarten wichtig! Entscheidend für den erfolgreichen Einsatz dieser Maßnahmen ist die richtige Auswahl des Mulchmaterials oder die passende Technik beim Anbau der Gründüngungspflanzen. Nur ein gesunder Boden lässt gesunde Pflanzen gedeihen!

Johannes Treiling
Gartenfachberater des Siedlerbundes Westfalen-Lippe

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