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Brombeersorten für den Hausgarten

Schöne, stachellose Sorten wie z.B. 'Thornfree', 'Black Satin' oder 'Dirksen Thornless'
© Fehn
Schöne, stachellose Sorten wie z. B. 'Thornfree', 'Black Satin' oder 'Dirksen Thornless' kurz vor der Ernte.

November 2004 Jetzt zur Erntezeit der Brombeeren fallen die beachtlichen Preise auf dem Frischmarkt auf. Sie können Anlass sein, über eine eigene Pflanzung im Garten nachzudenken.


Die Brombeere ist mit der Himbeere nahe verwandt und teilt mit ihr daher einige Eigenschaften: Es sind beides Halbsträucher, ihr Holz wird nur zwei Jahre alt und sie brauchen ein Gerüst, an dem die Ranken aufgebunden werden. Die neuen Ruten entstammen den Adventivknospen in der Nähe des Bodens oder aus der Wurzel. Doch wachsen die neueren Brombeersorten kräftiger und die Ruten werden bis zu 4 m lang. Sie sind grün bis braun, kantig und wachsen sehr schnell. Das Holz ist nicht ganz winterhart, daher besteht in ausgesprochenen Kaltlagen die Gefahr des Erfrierens, wenn die jungen Ruten nicht abgedeckt werden. Das Sortiment lässt sich in bestachelte und stachellose Sorten einteilen.

nach obenBestachelte Sorten

Neben der Frucht ist bei der 'Wilsons Frühe' auch die Blüte ein Schmuck für den Garten.
© von Soosten
Neben der Frucht ist bei der 'Wilsons Frühe' auch die Blüte ein Schmuck für den Garten.
Eine früher reifende Sorte ist 'Wilsons Frühe'. Sie reift bereits im Juli. Die Früchte sind kleiner, fester und recht süß ohne ausgeprägtes Aroma. Ihr Wuchs ist aufrecht und nicht so stark. Sie ähnelt mehr der Himbeere. Auch sie ist mit Stacheln bewehrt. Wegen der Frostfestigkeit kann sie auch in kühleren Lagen gepflanzt werden. Der Wert dieser Sorte liegt eindeutig in der Frühzeitigkeit.

Blüte der Sorte 'Theodor Reimers'
© von Soosten
Blüte der Sorte 'Theodor Reimers'
Die altbekannte Standardsorte 'Theodor Reimers' hat zwei Nachteile: Die dichte Bestachelung kann die Ernte zur Strafe machen. Leider ist sie in strengen Wintern nicht immer und überall frostfest. Diesen Eigenschaften stehen aber ein wunderbares Aroma und ein hoher Ertrag gegenüber. Kaum eine der modernen Stachellosen kann mit ihr konkurrieren!

Sie stellt keine besonderen Ansprüche an den Standort, doch werden das Aroma und die Fruchtgröße auf einem lockeren Boden in windgeschützter Lage positiv beeinflusst. Ständiger Wind zerfetzt die Blätter und birgt die Gefahr des Austrocknens und des Erfrierens. Die Blüte beginnt spät, daher besteht kaum Spätfrostgefahr.

Ab Anfang August beginnt die Ernte. Die Früchte sind mittelgroß und lösen gut wenn sie vollreif sind. Erst dann ist das Aroma voll ausgebildet. Leider lässt die Festigkeit zu wünschen übrig. Der besseren Ernte wegen sollte diese Sorte streng an ein Gerüst gebunden werden.

nach obenStachellose Sorten

Als früheste dieser Gruppe muss 'Black Satin' genannt werden. Sie kam erst vor zwei Jahrzehnten zu uns und hat ihre Verbreitung ihrer großen attraktiven Frucht zu verdanken. Ihr Aroma begeistert viele, die gern Säure mögen und auch vertragen. Wegen der weichen Frucht wird sie vom Handel selten angeboten und bleibt deswegen dem Gartenbesitzer vorbehalten.

Sehr starkwachsende Ranken erfordern einen weiten Pflanzabstand. Reichlich auftretende Geiztriebe werden im Sommer bis auf zwei oder drei Blätter entfernt. Wenn aus der Strauchbasis mehr als fünf bis sechs Jungruten erscheinen, sollten diese entfernt werden. Denn zu dichte Sträucher fördern die sortentypische Botrytisanfälligkeit. Laut Literatur wird 'Black Satin' leicht von der Brombeergallmilbe und der Rutenkrankheit befallen.

Die Reife setzt Ende Juli bis Anfang August ein und kann je nach Witterung bis in den Oktober gehen. Doch die nachlassende Sonne macht sich dann auch im nachlassenden Aroma bemerkbar. Die Größe und der Glanz der Früchte bestechen und überspielen die großen Samen. Ihre Winterfestigkeit lässt sie auch für rauere Lagen geeignet erscheinen.

Früchte von 'Loch Ness'
© von Soosten
Früchte von 'Loch Ness'.
'Loch Ness', von einigen Anbietern auch liebevoll 'Nessy' genannt, ist gerade dabei, sich in die Hausgärten einzuschleichen. Das anfänglich schwache Wachstum täuscht etwas über ihre spätere Leistung hinweg. Die Seitentriebe sind schwächer ausgeprägt.

Die Ernte beginnt Mitte August und dauert etwa vier Wochen. Die Früchte sind länglich, groß bis sehr groß, haben ein gutes Aroma und ein ausgeglichenes Zucker-Säure-Verhältnis. An den Standort stellt sie etwas höhere Anforderungen. Sie könnte einige der älteren Sorten verdrängen.

Eine der am stärksten wachsenden Sorten ist 'Thornfree'. Sie benötigt einen sehr günstigen Standort um ihre genetisch veranlagten Fähigkeiten auszuschöpfen: Warme, durchlässige Böden, ausreichende Feuchtigkeit und eine windgeschützte sonnige Lage. Die späte Blüte bringt eine gewisse Sicherheit vor Blütenfrost. Damit verbunden ist aber auch ein später Erntebeginn. Und dieser lässt nicht in jedem Jahr alle Früchte reif werden. Bei voller Reife kommen das Aroma und die Süße voll zur Geltung. Doch die abnehmende Tageslänge und beginnender Tau verursachen bald Fäulnisbefall. Damit gehört diese Sorte allenfalls ins Weinklima.

Die erste dornenlose Sorte lief unter den Namen 'Thornless Evergreen' oder 'Blacky'. Sie fällt durch ihre stark geschlitzten Blätter auf. Ebenfalls stark wachsend, wenn sie auf tiefgründigem Boden steht. Nur dort bringt sie ausreichend große und geschmacklich akzeptable Früchte. In vielen Jahren sind ihre inneren Werte nicht zufriedenstellend. Daher wird sie heute durch andere Sorten ersetzt. Ihre Ernte beginnt Anfang bis Mitte August und reicht bis in den September hinein. Doch oft reichen Wärme und Sonne dann nicht mehr zum völligen Ausreifen. Die Frucht und die Ertragsleistung erreichen nur Mittelwerte.

Eine ebenfalls neuere Züchtung heißt 'Dirksen Thornless'. Sie wächst sehr stark und bringt sehr bald Geiztriebe, die im Sommer zurückgeschnitten werden müssen. Die großen bedufteten Früchte haben ein säuerliches Aroma, sind mittelmäßig fest und wenig anfällig für Botrytis. Reifezeit: August bis Oktober. Über die Erträge sind noch keine eindeutigen Ergebnisse bekannt.

Der aufrechte Strauch der 'Navaho'
© von Soosten
Der aufrechte Strauch der 'Navaho'.
Dichtbesetzte Triebe der 'Ashton Cross'
© von Soosten
Dichtbesetzte Triebe der 'Ashton Cross'

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Viel Spaß beim Gärtnern!
Es gibt eine Reihe weiterer Neuheiten, bei denen die Beurteilung noch nicht sicher ist. Dazu gehören

Der Vergleich von reifen Früchten: v.l.n.r.: 'Loch Ness', 'Orkan' und 'Chester Thornfree'.
© von Soosten
Der Vergleich von reifen Früchten: v. l. n. r.: 'Loch Ness', 'Orkan' und 'Chester Thornfree'.
Alle Brombeersorten reagieren auf zusätzliche Bewässerung positiv, wenn ein Bedarf gegeben ist. Nicht nur die Fruchtgröße nimmt zu, sondern auch das Aroma entwickelt sich besser. Das Verhältnis von Fruchtfleisch zu Nüsschen verändert sich zu Gunsten des Fruchtfleisches, was die Früchte saftiger macht.

Die genannten Sorten sind bis auf 'Loch Ness' amerikanischen Ursprungs. Bei einigen stachellosen Sorten kommt es vor, dass bewehrte Triebe auftreten. Sie sollten so tief wie es geht weggeschnitten werden.

Im Hausgarten hat man die Möglichkeit, zu pflücken, wenn die Früchte ganz reif sind. Dann jedoch fallen sie leicht ab und verlieren schon den Glanz. Das ist aber der Zeitpunkt des vollen Aromas, ideal für Saft und Gelee.

Wenn hier immer wieder von Stacheln die Rede war, so hat das einen botanischen Grund: Stacheln sind – wie auch bei der Rose – Gebilde der Rinde, Dornen entstehen aus dem Holzkörper des Triebes.

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