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Topinambur

Topinamburknollen: wenig glatt, dafür sehr variabel in der Form.
© Titze
Topinamburknollen: wenig glatt, dafür sehr variabel in der Form.

Oktober 2004 Topinambur, auch Topinambour, Erdbirne oder Jerusalem-Artischocke genannt, stammt aus Nordamerika und ist seit etwa 1600 bei uns in Europa bekannt. Als Helianthus tuberosus gehört er zur selben Gattung wie die Sonnenblume (Helianthus annuus).


Die Ausbeute von zwei Topinamburpflanzen.
© Titze
Die Ausbeute von zwei Topinamburpflanzen.
Das ist unschwer zu erkennen, wenn man der bis zu 3 m hohen Pflanze ansichtig wird: Stengel, Blätter und die kleinen Blüten ähneln dieser auffallend. Unterirdisch besitzt sie winterharte, etwa kartoffelgroße, höckerige Knollen, die in der Form variieren und – je nach Sorte – weiß, gelb, braun oder rot gefärbt sind. Ihre Innenfarbe ist weiß bis gelblich-weiß. Bis ins 18. Jahrhundert war Topinambur bei uns verbreiteter, danach wurde er von der Kartoffel so gut wie gänzlich verdrängt.

Heute schätzt man ihren Anbau in Deutschland auf etwa 400 ha, wobei der Großteil dieser Flächen in Baden-Württemberg liegt. Dort wird das Erntegut zur Branntweinherstellung genutzt. Wegen ihres Zuckeranteils lassen sich die Knollen ebenfalls zur Fructose- und Sirupherstellung verwenden. Topinambur wird aber auch zu den nachwachsenden Rohstoffen gezählt (z. B. "Benzinpflanze").

Die Knollen werden, den Kartoffeln ähnlich, als Gemüse gedünstet, gebraten oder gebacken verzehrt. Vom Kochen wird verschiedentlich aus Gründen des Geschmackabfalls abgeraten. Versuche mit rohen oder blanchierten Knollen, die in Gurken- oder Selleriesud eingelegt wurden, haben bei Geschmackstestern ein positives Echo hervorgerufen. Da die Knollen Inulin enthalten, stünde ihnen im Prinzip ein breiter Gebrauch als diätetisches Nahrungsmittel gut an, allerdings gibt es in der mir zur Verfügung stehenden Literatur über die Verwertbarkeit dieses Inhaltsstoffes durch den menschlichen Organismus z. T. konträre Angaben. Ansonsten enthalten sie insbesondere Kohlenhydrate, Ballaststoffe, eine Reihe von Mineralien und Vitaminen – sind also sehr gesund.

Im Gemüsegarten ist die Pflanze hinsichtlich der Temperaturen und des Bodens genügsam. Sie benötigt eine ausreichende Wasserversorgung, verträgt aber keine stauende Nässe. Der Anbau erfolgt in zweiter Tracht, ergänzt um "eine knappe Handvoll" Mehrnährstoffdünger.

Das Setzen der Knollen oder Knollenstücke mit "Augen" (etwa 20 bis 25 × 20 bis 25 cm, 5 bis 10 cm tief) kann im November oder im März/April erfolgen. Sowohl Beet- als auch Dammpflanzung ist möglich.

Gelegentlich tritt Echter Mehltau an den Pflanzen auf.
© Titze
Gelegentlich tritt Echter Mehltau an den Pflanzen auf.
Sieht man von Wühlmäusen ab, dann wird Topinambur eigentlich kaum von Schädlingen und Krankheiten geplagt. Allerdings habe ich einmal starken (Echten) Mehltaubefall an den Pflanzen beobachtet.

Die Ernte erfolgt von Oktober bis in das Frühjahr hinein am besten kontinuierlich aus dem (abgedeckten) Boden heraus. Die Knollen sind nämlich recht dünnhäutig und nach dem Ausgraben sehr schlecht lagerfähig. Sie schrumpfen binnen kürzester Frist.

Sorten:
  • 'Bianca'
  • 'Fuseau'
  • 'Gute Gelbe'
  • 'Medius'
  • 'Rote Zonenkugel'
  • 'Topinaka'
  • 'Violettes Rennes'
  • 'Waldspindel'

Zumindest ist zweierlei bemerkenswert: Topinambur ist eine Kurztagspflanze, d. h. sie blüht erst wenn die Tage deutlich kürzer werden, also im September/Oktober, teilweise gar nicht. Allerdings gibt es einzelne Sorten, die auch schon im August ihre Blüten hervorbringen (z. B. 'Bianca'). Zum anderen handelt es sich bei ihm um eine "Wucherblume": Auch die kleinste in der Erde verbleibende Knolle treibt im kommenden Jahr aus und sorgt für Fortpflanzung. Deshalb Vorsicht vor unkontrollierter Vermehrung durch Ausgraben selbst von Knollenbruchstücken.

Im Namen der Rose
Eine Sorte mit großen Einzelblüten. Daraus lässt sich eine große Frucht ableiten.
Die Erdbeerblüte - Spiegel der Frucht
Die Platzierung der senkrechten „Schosser-Säulen“ im linken Bereich der Darstellung erfolgte allein aus Zweckdienlichkeitsgründen. Sie hat nichts mit dem Frühjahrs-Kurztagsbereich zu tun.
Langtagpflanzen im Gemüsegarten

Schlagworte dieser Seite:

Echter Mehltau, Kurztagpflanze, Topinambur

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