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Blütenwunder Dahlie

Dekorativ - 'Ulf Merbold' (100 cm).
© Opitz
Dekorativ - 'Ulf Merbold' (100 cm).
'La Gioconda' (100 cm).
© Opitz
'La Gioconda' (100 cm).
Semikaktus-Dahlie 'Extase' (40 cm).
© Opitz
Semikaktus-Dahlie 'Extase' (40 cm).
Seerosen-Dahlie 'Karma Tuchsiana' (60 cm).
© Opitz
Seerosen-Dahlie 'Karma Tuchsiana' (60 cm).
Einfachblühende Beetdahlie 'Schloss Reinbek' (40 cm).
© Opitz
Einfachblühende Beetdahlie 'Schloss Reinbek' (40 cm).
Semikaktus-Dahlie 'Jeane d’Arc' (120 cm).
© Opitz
Semikaktus-Dahlie 'Jeane d’Arc' (120 cm).
Pompon-Dahlie 'Piroschka' (120 cm).
© Opitz
Pompon-Dahlie 'Piroschka' (120 cm).

September 2004 Es war vor nahezu 500 Jahren als Hernando Cortez 1519 bis 1521 das damalige Aztekenreich im heutigen Mexiko für die spanische Krone eroberte. Dort, im mexikanischen Hochland und in Guatemala, ist die Heimat der Dahlie. Obwohl die acocotli, wie die Azteken die Dahlie bezeichneten, damals bereits in deren Gärten angebaut wurde, dauerte es noch 270 Jahre bis 1789 erste Dahliensamen oder Knollen aus Mexiko in den botanischen Garten in Madrid gesandt wurden. Dies war das Geburtsjahr unserer heutigen Gartendahlien, der Dahlia variabilis (veränderlich) oder besser Dahlia-Hybride. Die Kultur breitete sich schnell in Europa aus und die Züchtung neuer Sorten erreichte ein ungeahntes Ausmaß.


nach obenGroßes Sortiment

Der Fachliteratur ist zu entnehmen, dass es heute mehr als 25.000 Dahliensorten mit sehr unterschiedlichen Blütenformen gibt. Um eine bessere Übersichtlichkeit zu erhalten werden die Dahlien in 10 Klassen eingeteilt:

  1. Einfachblühende Dahlien
  2. Anemonenblütige Dahlien
  3. Halskrausen-Dahlien
  4. Seerosen-Dahlien
  5. Dekorative Dahlien
  6. Ball-Dahlien
  7. Pompon-Dahlien
  8. Kaktus-Dahlien
  9. Semikaktus-Dahlien
  10. Diverse Dahlien

Das große Sortiment hängt auch mit dem reichen Vererbungspotential zusammen, welches die Dahlien aufweisen, sodass nach den Kreuzungen zwischen verschiedenen Sorten immer wieder neue Farbkombinationen und Blütenformen entstehen. Wesentliche Zuchtziele sind heute gesunde Sorten mit Widerstandsfähigkeit gegen Virus- und Pilzerkrankungen. Des weiteren wird auf Wetterfestigkeit der Blüten sowie starke Blütenstiele und Reichblütigkeit großen Wert gelegt.

Viruserkrankungen sind ein schlimmer Feind der Dahlien. Anzeichen hierfür sind unter anderem gelblichgrün gefleckte und gestreifte sowie verkleinerte oder gerollte, verkrüppelte Blätter. Auch die Blüten können verkümmern und die ganze Pflanze kann gestaucht sein. Die Viren werden von Blattläusen übertragen. Diese daher bekämpfen. Von Viren befallene Pflanzen sollten in jedem Fall sofort aus dem Bestand entfernt werden – sie kommen in die Mülltonne und nicht auf den Komposthaufen.

nach obenBesonders auch für Neubau-Besitzer

Dank der in ihrer Knolle gespeicherten Reservestoffe ist die Dahlie in der Lage innerhalb eines Vegetations-Jahres zu einer großen, kräftigen Pflanze heranzuwachsen. Ihre Höhe variiert bei den gängigen Sorten zwischen 30 und 160 cm. Die Sorten weisen nahezu das gesamte Farbspektrum außer Blau und Schwarz auf. Zudem verschönert diese mittelamerikanische Pflanze unseren Garten mit einem reichen Blütenflor, der über mehrere Wochen andauert. Trotzdem ist die Dahlie eine relativ anspruchslose Pflanze. Wer sich im Herbst an einem blühenden, bunten Garten erfreuen will, der wird von dem Blühwunder Dahlie nicht enttäuscht werden. Die Hausfrau kann sich außerdem immer wieder einen Strauß in die Wohnung holen. Wegen der genannten Eigenschaften ist die Dahlie auch für die noch kahlen Gärten an Neubauten oder für umgestaltete Gärten besonders geeignet. Sie bringt in noch wenig eingewachsene Flächen erste größere Farbtupfer.

nach obenAnsprüche

Die Dahlie kommt als "schöne Mexikanerin" aus der Sonne und liebt die Sonne. Sie gedeiht aber auch noch in Lagen, in denen sie nur einige Stunden am Tag im (Sonnen) Licht steht. Sie möchte jedoch über sich den Himmel sehen und sollte daher nicht unter Baumkronen gepflanzt werden.

An den Boden stellen Dahlien keine besonderen Ansprüche. Sie gedeihen in jedem gut kultivierten Gartenboden, der spatentief gelockert sein sollte. Vorteilhaft ist das Einarbeiten von Komposterde.

Etwa ab Mai werden die Dahlien in’s Freiland gepflanzt. Der Boden soll dabei nicht zu nass sein. Die höher wachsenden Dahlien müssen in der Regel später gegen Wind und Regen angebunden werden. Der Stab (z. B. Bambus) hierfür wird besser vorher in das Pflanzloch eingeschlagen. So wird vermieden, dass bei einem späteren Setzen der Stäbe die Knollen verletzt werden. Die Knollen werden so tief gesetzt, dass der obere Wurzelhals mit den Knospen etwa 5 cm mit Erde bedeckt wird. Die frischen jungen Pflanzen werden bei Frostgefahr abgedeckt – z. B. mit Blumentöpfen.

nach obenSchnecken

Nacktschnecken haben Dahlien zum Fressen gern. Dahlien sind geradezu Fangpflanzen für Schnecken. Sie kommen nachts bei Dunkelheit. Viele Gartenfreunde haben in den zurückliegenden Jahren sehr unangenehme Erfahrungen gemacht. Werden die jung erscheinenden Triebe Nacht für Nacht von den Schnecken "be-" oder "abgeweidet", dann kann dies zum Totalausfall führen.

Was tun? Die Umgebung der Dahlienpflanzen sauber halten, z. B. keine Grasabdeckung, unter der sich die Schnecken aufhalten und vermehren; Bierfallen; bei Dunkelheit die Schnecken absammeln oder Schneckenkorn streuen, die wirksamste Methode.

nach obenPflege

Anfang Mai werden etwa 50 g/m2 Blaukorn gestreut und flach eingehackt. Bei schwachem Wuchs wird die Düngung Mitte Juli wiederholt. Die einzelne Dahlienpflanze sollte nicht zu dicht werden. Drei bis fünf Triebe genügen. Die schwächeren werden entfernt. Die Triebe sollten rechtzeitig angebunden werden. Ein ständiges Nachwachsen neuer Blüten wird gefördert, wenn wir die verblühten Blütenköpfe immer wieder ausschneiden.

Dahlien brauchen viel Wasser. Da sich auf feuchten Pflanzen leichter Pilzkrankheiten entwickeln, geben wir das Wasser an den "Fuß" der Pflanze. Während im Sommer die Nährstoffe mehr zugunsten der Stengel, Blätter und Blüten eingesetzt werden, findet das stärkste Wachstum der Knollen im Herbst statt. Man lässt die Dahlien daher im Herbst möglichst lange draußen stehen, damit die Knollen möglichst viele Reservestoffe für den Start im nächsten Frühjahr einlagern können. Wir warten in der Regel bis Ende Oktober, bzw. bis die oberirdischen Pflanzenteile abgestorben oder erfroren sind. Leichte erste Fröste erreichen die Knollen noch nicht. Die Stengel werden etwa handbreit über dem Boden abgeschnitten.

Das Dahlienlaub kommt nur auf den Kompost, wenn es gesund ist. Die Knollen sollten bei trockenem Wetter vorsichtig ausgehoben werden. Das Erdreich wird nur leicht abgeklopft. Zweckmäßig ist es im Frühjahr und Herbst die Pflanzen mit Etiketten zu versehen – damit beim Einsetzen im kommenden Jahr nicht das große Rätselraten beginnt.

nach obenDas Überwintern

Gut geeignet zum Überwintern ist ein Kellerraum, der nicht geheizt, frostfrei und ausreichend belüftet ist. Die ideale Lagertemperatur liegt zwischen 4 und 8 °C. In einem solchen Keller können die Dahlienknollen in Kisten gelagert werden. Ist der Keller trocken, sollten die Knollen in leicht angefeuchteten Torf oder Sand eingeschlagen werden, wobei das Substrat bei Bedarf neu angefeuchtet wird. Zu viel Feuchtigkeit führt jedoch zu Fäulniss. Hierauf in Abständen kontrollieren und angefaulte Teile entfernen. Die Knollen können auch in Plastik-Tüten oder Säcken mit Luftlöchern im Keller aufbewahrt werden. Wer keine geeigneten Überwinterungsmöglichkeiten hat, braucht auf die "schöne Mexikanerin" im Garten dennoch nicht zu verzichten. Gärtnereien und Gartencenter bieten in jedem Frühjahr neu Dahlien in Töpfen und auch Knollen an.

Bild 1: Karminrote Dahlie
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Bild 1: Karotten ernten
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Diesen Artikel kommentieren (1)

1
|
11. April 2012

Gartenliebe

Der Artikel ist für mich sehr übersichtlich, praktisch gehalten. Ich habe einiges dazu gelernt.
Schade, dass es diese Artikel nicht in einer Druckversion gibt.

Ich werde öfters bei euch reinschauen.

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