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Kranke oder tote Äste in den Obstbäumen

September 2004 Es ist zwar nicht die klassische Zeit des Baumschnitts, aber es ist jetzt die Zeit, um Schlimmes zu verhindern! Im Sommer zeigen farbliche Abweichungen von Blättern und Rinde, aber auch von jungen Früchten, dass etwas am oder im Baum nicht in Ordnung ist. Gehen Sie diesen Anzeichen nach, um frühzeitig Infektionsherde zu beseitigen!


Auffallend sind zur Zeit die vielen abgestorbenen Äste in den Obstbäumen. Ursachen gab es dafür in diesem Jahr mehrere.
Triebspitzendürre, verursacht durch Monilia, hier beim Apfel.
© von Soosten
Triebspitzendürre, verursacht durch Monilia, hier beim Apfel.
  • Bei den Sauerkirschen und bei den Mandelbäumchen gab es Infektionen durch die bekannte Triebmonilia. Diese Erscheinung haben wir alljährlich, wenn Regenwetter während der Blüte dem Pilz das Eindringen durch die Blüten ermöglicht. Weniger bekannt ist, dass er auch an Süßkirschen und vor allem auch am Apfel auftreten kann. Wie bei der Sauerkirsche dringen die Sporen durch Narben und Antheren ein. Durch Griffel und Stiel wächst das Myzel ins Holz und verstopft dort die Leitungsbahnen, sodass es dann zu den bekannten Symptomen kommt. Bei regnerischem Blütewetter ist die Verbreitungsgefahr am größten.

Im Herbst aufbrechende Krebswunde.
© von Soosten
Im Herbst aufbrechende Krebswunde.
  • Unter gleichen Bedingungen fühlt sich auch der Obstbaumkrebs wohl. Im Frühsommer brechen oft die bereits im Winter erfolgten Infektionen auf, die Rinde schwillt und bricht auf. Daraus treten dann die Sommersporen – Konidien – vor, die durch Regen verbreitet werden. Sie werden aus cremefarbenen Pusteln freigesetzt. Wie auch die Wintersporen nutzen sie feine Risse in der Rinde oder Beschädigungen, um ins Innere des Holzes zu dringen.
  • Es gibt weitere Ursachen für das Absterben von Ästen. Oft erkennt man auf der Rinde Schadstellen, die an Rindenbrand erinnern. Auch wenn sie im ersten Moment nicht problematisch erscheinen, so können sie doch eine Gefahr darstellen.

nach obenSchäden im Sommer erkennen

Bleiglanz an Schattenmorellen. Deutlich erkennbar nur jetzt im Sommer.
© von Soosten
Bleiglanz an Schattenmorellen. Deutlich erkennbar nur jetzt im Sommer.
So lebt der – die Bitterfäule am Apfel verursachende Pilz Gloeosporium – mit seinen Formen im Sommer als Rindenpilz.

Auch beim Steinobst kennen wir schädigende Pilzarten im oder am Holz. Erinnert sei an den Bleiglanz, der nur jetzt im Sommer sicher erkannt wird.

Rindenbrand, oft an Schnittstellen beginnend, ist jetzt am besten zu erkennen und zu beseitigen.

Unter den tierischen Schädigern sind es die holzbewohnenden Insekten, z. B. das Blausieb oder der Weidenbohrer. Der Ungleiche Holzbohrer macht alljährlich Schaden. Er bringt nicht nur Äste zum Absterben, sondern oft auch ganze Bäume, deren wichtigste Lebensjahre noch vor uns liegen.

Besonderes Augenmerk sollten wir dem Feuerbrand widmen, der in einigen Gegenden erhebliche Schäden verursacht. Typische Symptome: Triebspitzen welken, neigen sich handstockartig nach unten und werden braun. Während des Welkens treten aus der Rinde hellbraune Tröpfchen aus, in denen die Bakterien enthalten sind. Die Infektion geht über die Blüte, aber auch durch Risse in den jungen Trieben. Besonders kritisch werden die sogenannten Nachblüten betrachtet. Einzige Möglichkeit der Bekämpfung ist das frühzeitige Entfernen der welkenden Triebe.

Bild 6: Dieser Pilz zählt zu den Feuerschwämmen. Über mehrere Jahre produziert er seine Sporen, die der Wind kilometerweit verbreiten kann.
Pflanzenschutz vor Vegetationsbeginn
Apfel links vorn: erste Veränderungen der Lentizellen, daneben sichtbare runde Befallsstellen mit Bildung des Mittelpunktes und des hellen Hofes. Darüber die sich ausdehnende Fäule. Aufnahmen 18.11.2010, 'Golden Delicious' Halbstamm, im Kleingarten vor hohen Buchen stehend.
Bitterfäule: Gloeosporium-Fäule
Bitter- oder Lentizellenfäule im bereits fortgeschrittenen Zustand. Die Mitte der kreisrunden faulen Fläche hellt auf und es erscheinen die Sporenkörper.
Fäulnis am lagernden Obst

Schlagworte dieser Seite:

Bitterfäule, Blausieb, Bleiglanz, Feuerbrand, Gloeosporium, Monilia, Obstbaumkrebs, Pflanzenschutz, Rindenbrand, Weidenbohrer

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