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Weniger bekannte Gartenschönheiten

Juli 2004 Gartenschauen, Gemüse- und Kräutergärten haben vornehmlich die Aufgabe interessierte Gartenfreunde mit der Vielfalt empfehlenswerter Pflanzen vertraut zu machen. Ein kurzer Besuch meist räumlich ausgedehnter Darbietungen können dem Freizeitgärtner wohl einen optischen Eindruck und Überblick vermitteln, die Eigenart der Pflanze als Individuum bleibt ihnen jedoch vorenthalten. Besonderheiten, die nicht zum Repertoire des Gartengestalters gehören, werden in den folgenden Ausführungen näher behandelt.


nach obenSchmuckwert – Standplatz

Grundvoraussetzung für ein gutes Gelingen der "Neulinge" ist ein gesicherter Humusgehalt des Bodens, um die Pflanzen langlebig zu erhalten. Berücksichtigt wurden bei der Auswahl winterharte Vertreter, die durch Farbwirkung und Wuchseigenschaften zur Betonung der Gartenidylle beitragen. Je nach Gegebenheiten sind zur Planung Blütensträucher und krautige Pflanzen vorgesehen, die in Anlehnung ans Haus enge Beziehung halten.

nach obenPflanzenwahl unterschiedlicher Herkunft

Schmuck-Himbeere (Rubus 'Benenden')

Schmuckhimbeere
© Esebeck
Schmuckhimbeere
Der Rosenmonat Juli erinnert uns alljährlich neben den edlen Rosensorten an die heimischen Wildrosen, die mit ihren einfachen Blüten sehr beliebt sind. Beim Betrachten der Aufnahme erscheint einem die Rosenverwandtschaft sehr nahe, doch die gelappten Blüten entsprechen nicht denen einer Wildrosenart. Der sommergrüne Strauch von 1,50 m Höhe ist eine Kreuzung der Colorado-Himbeere, Rubus deliciosus × Rubus trilobus, eine ebenfalls weißblütige Art. Eine gartenwerte Züchtung, die Verbreitung verdient.

Siebolds Magnolie (Magnolia sieboldii)

Siebolds Magnolie
© Esebeck
Siebolds Magnolie
Benannt wurde die Gattung nach dem französischen Botaniker Pierre Magnol. Sie gehört zu einer der ursprünglichen Pflanzenfamilien der Tropen. Fossilfunde belegen, dass sie im Tertiär (70 Mio. Jahre) über die Nordhalbkugel verbreitet war. Eingeführt wurde sie durch den Japanforscher Prof. P. E. Franz v. Siebold (1796 – 1866) in Würzburg. Durch Reisen mit anderen Pflanzensammlern brachte er eine Vielzahl "seiner" Pflanzen mit, die später seinen Namen erhielten.

Höhe in der Heimat bis 7 m, in unserem Klima bis 3 m hoch. Blüte im Juli vor Blattausbruch. Schalenförmig rahmweiß, duftend und leicht übergeneigt eine kleine Sonderheit durch blutrote Staubblätter!

Zistrose (Cistus laurifolius)

Zistrose
© Esebeck
Zistrose
Die Gattung umfasst etwa 20 Arten immergrüner buschiger Blütensträucher von 1,50 m Höhe. Ihre Heimat liegt im Mittelmeerraum, wo sie mit vielen Arten vertreten ist. Der Gerigue – eine mit Hartlaubgehölzen durchsetzte Heideformation – geben die Zistrosen ihren Charakter. Sie besiedeln trockene Böden in Kiefernwäldern. Stark duftend und behaart sind durch Bastardierung (Kreuzung) zahlreiche Kulturformen entstanden, die wegen ihres bunten Farbenspiels Gartenwert besitzen.

Die Einzelblüte ist kurzlebig, doch der üppige Knospenansatz sorgt für einen reichen weiteren Flor. Die Lorbeerblättrige Art trägt ledrige bereifte Blätter und weiße Blüten mit gelber Mitte. Die Blütezeit, oft bis in den Nachsommer, fällt bei der Kurzlebigkeit der Blüten nicht ins Gewicht. In Frostlagen ist für einen rechtzeitigen Schutz zu sorgen (luftig abdecken)!

Brandkraut (Phlomis samia)

Der staudige Lippenblütler, Verwandter von Pfefferminze, Salbei und Bohnenkraut, bewohnt ebenfalls das Mittelmeergebiet. Bis 1 m hoch und mit quirlig angeordneten Blütenständen versehen, ist die Pflanze stark behaart und ein typischer Sonnenanbeter.

Blüte im Juni. Nach dem Verblühen sind die Fruchtstände bis in den Winter hinein ein aparter Schmuck. Als Sommerblüher passen in ihre Nachbarschaft einige Ziergräser wie Federborstengras, Federgras und die Rutenhirse.

Fieberkraut (Triosteum undulatum)

Fieberkraut
© Esebeck
Fieberkraut
Die Kleinstaude zeichnet sich je nach Art durch auffälligen Beerenschmuck aus, und ist dem Freund ausgefallener Stauden zu empfehlen. Sie wird den Geißblattgewächsen (Caprifoliaceae) zugeordnet, zu denen meist Holzgewächse, wie Schneeball, Holunder gehören. Ihre Heimat ist das östliche Nord-Amerika, wo sie sich bodenbedeckend ausbreitet. Die angeführte Art bildet behaarte rote Früchte aus. Triosteum pinnantifidum aus China dagegen weißfrüchtigen dekorativen Schmuck. Lage sonnig bis halbschattig.

Silber- oder Wetterdistel (Carlina acaulis)

Silberdistel mit geschlossener Blüte
© Esebeck
Silberdistel mit geschlossener Blüte
Silberdistel
© Wilhelm
Silberdistel
Die ausdauernde Pflanze ist hauptsächlich durch ihr Vorkommen in den europäischen Gebirgen volkstümlich bekannt geworden. Sie wird auch noch als Eberwurz bezeichnet. Rosettenartig ausgebreitet schmiegt sie sich dem Boden an und wirkt in der Gesamtheit der Blüte und verdornten Blätter wie ein großer Blütenstand. Sie blüht von Juli bis in den September. Bei schlechtem Wetter bleiben ihre Blüten geschlossen, aber bei einwirkender Sonne stellt sie sich in ihrer schlichten Schönheit vor. Die kalkholde Wildpflanze wurde früher – wie die Kiefernzapfen – als einfacher Feuchtigkeitsmesser (Hygrometer) verwendet.

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Silberdistel
Silberdistel vermehren
Zierquitte
Staudige Rosengewächse
Oreganopflanzung in der Umgebung von Olivenbäumen und Zypressen.
Kräuter und Gewürze - Früher gesammelt, heute biologis angebaut

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Brandkraut, Eberwurz, Fieberkraut, Schmuck-Himbeere, Siebolds Magnolie, Silberdistel, Wetterdistel, Zistrose

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