Inhalt
Ihre Sucheingabe:

Sie befinden sich hier: Pflanzen > Ziergarten > Archiv (2002 - 2005) > 2004 > Edler Schlinger für Hauswand, Pergola und mehr
← vorheriger BeitragEine Laune der Natur

Edler Schlinger für Hauswand, Pergola und mehr

Juli 2004 Die Waldrebe gehört neben den Kletterrosen und dem Blauregen zu den schönsten Schlinggehölzen. Daher wird sie auch verschiedentlich als Königin der Kletterpflanzen bezeichnet. Es sind der eindrucksvolle Blütenreichtum und die große Farb- und Formenpalette, die sie für unsere Gärten so attraktiv und beliebt werden ließ. Dieser Reichtum an Blütenfarben und -formen, der unter den Schlingern einmalig ist, gründet sich auf ihre große Artenvielfalt.


Clematis Hybride „Lasurstern“
© Opitz
Clematis-Hybride 'Lasurstern'
Von der Clematis, so der botanische Name der Waldrebe, gibt es nicht weniger als 250 verschiedene Arten, die nahezu über die ganze Erde verbreitet sind. Durch Züchtungen sind aus diesen Arten wiederum zahlreiche Sorten hervorgegangen. Daher finden wir ein breites Spektrum von Blütenfarben, das nur wenige Pflanzenarten aufweisen – die Palette reicht von Weiß über Gelb, Rosa, Rot, Hell- und Dunkelblau bis Lila sowie Rotgestreift. Während sich die Wildarten oft durch glockenförmige, nickende, elegant wirkende oder kleine, einfache Blüten auszeichnen, stechen bei den Hybrid-Sorten vor allem deren große tellerförmige Einzelblüten hervor. Viele Wildarten zeichnen sich darüber hinaus durch ein starkes Wachstum und fedrig-silbrige Fruchtstände aus.

Clematis Hybride „Nelly Moser“ beeindruckt durch ihre großen farbenprächtigen Blüten.
© Opitz
Clematis-Hybride 'Nelly Moser' beeindruckt durch ihre großen farbenprächtigen Blüten.
Clematis „Jackmanii Superba“ in Gesellschaft mit Cotoneaster horizontalis.
© Opitz
Clematis „Jackmanii Superba“ in Gesellschaft mit Cotoneaster horizontalis.

nach obenVerwendung

Ein kahler Kiefernstamm wird mit der Clematis montana 'Rubens' zu einer blühenden Säule.
© Opitz
Ein kahler Kiefernstamm wird mit der Clematis montana 'Rubens' zu einer blühenden Säule.
Die Verwendungsmöglichkeiten sind vielseitig. Hauswände, Mauern, Lauben und Pergolen verwandeln sich mit Clematis in begrünte, blühende Wände. Aber auch lichte Bäume und Sträucher lassen sich gut mit dieser Kletterpflanze beranken.

Diese Vergesellschaftung entspricht ihrem natürlichem Verhalten. Die Pflanzen sind auf Kletterhilfen, wie ein Gerüst oder Spanndrähte, angewiesen, wo sie sich mit Hilfe ihrer Blattranken festhalten und nach oben wachsen können. Um optimale Kletterbedingungen zu schaffen, sollten die Streben der Klettergerüste nicht mehr als 2 cm Ø haben. Wenn die stärker wachsenden Clematissorten den Höhepunkt eines Gerüstes, zum Beispiel einer Pergola erreicht haben, wallen sie über diese hinweg und hängen auf der anderen Seite herunter. Sie breiten sich also auch in der Waagrechten und nach unten aus.

Die Wuchsstärke ist bei den rankenden Sorten unterschiedlich. Es gibt Sorten, die eine Höhe von 2 bis 2,5 m und auch 6 bis 9 m und mehr erreichen. Die gewöhnliche Waldrebe klettert unter guten Bedingungen in Bäumen sogar bis zu 30 m hoch.

nach obenAnsprüche

Ihr Name "Waldrebe" lässt auch Rückschlüsse auf die Ansprüche der Pflanze zu. Sie wächst vornehmlich an Waldrändern und rankt sich an den Bäumen empor, wo sie in Licht und Sonne ihre Blüten entfaltet. Der Wohlfühlspruch für den Menschen: "Füße warm, Kopf kalt, dann wirst Du alt", gilt im umgekehrten Sinne für die Clematis. Der Fuß der Pflanze soll nicht der Sonne ausgesetzt, sondern beschattet sein. Dies erfolgt durch eine Anpflanzung mit Stauden, wie Pachysandra oder dem Kaukasus-Storchschnabel (Geranium magnificum), oder auch niedrigen Gehölzen, wie Mahonien oder Potentilla.

Halbschattige Lagen werden besser vertragen als die volle Südseite. Auch auf der Nordseite des Hauses ist eine erfolgreiche Pflanzung möglich. Der Boden soll humos, durchlässig und zwischen schwachsauer bis alkalisch sein. Da die Pflanzen in Töpfen mit vollem Wurzelballen verkauft werden, kann die Pflanzung vom Frühjahr bis zum Herbst (die Pflanze sollte vor dem Winter noch gut einwachsen) erfolgen. Die Pflanzstelle wird mit Komposterde oder Rindenmulch abgedeckt. Besonders frisch gepflanzte Clematis sind gegen Trockenheit empfindlich (gießen).

nach obenClematiswelke

Akeleiförmige Blüten bildet Clematis macropetala 'Blue Bird' aus.
© Opitz
Akeleiförmige Blüten bildet Clematis macropetala 'Blue Bird' aus.
Von Gartenbesitzern ist immer wieder zu hören, dass ihre Clematis welken und absterben. Diese Clematiswelke wird durch einen Pilz verursacht. Er ist der Grund dafür, dass mancher Gartenbesitzer keine Clematis mehr pflanzt. Der Pilz befällt hauptsächlich die großblütigen Hybridsorten. Um die Risiken des Befalls zu mindern ist für ausreichende Bewässerung und Düngung zu sorgen. Durch das tiefere Pflanzen (der Boden des oberen Topfrandes kommt 10 cm tief in den Boden) werden die sog. Schlafenden Augen geschützt. Diese treiben aus für den Fall, dass die oberen Triebe absterben, nachdem diese weggeschnitten und entsorgt wurden.

Bei den Wildformen ist bisher keine Welke bekannt. Hierzu zählen die Sorten von
  • Clematis alpina
  • Clematis macropetala
  • Clematis montana
  • Clematis viticella

Wer mit dem Aufziehen von großblütigen Hybridsorten gescheitert ist, aber gern den schönen Schlinger in seinem Garten hätte, sollte Sorten der oben genannten Wildformen wählen.

nach obenEinige empfehlenswerte Sorten

Wildformen

  • Clematis alpina: 2 bis 3 m hoch rankend oder niederliegend. Blüten: blau bis hellviolett, glockig, nickend, reich blühend Mai bis Juni. Zur Berankung von Spalieren und dem Überwachsen von großen Steinen/Felspartien und Einranken in Krummholzkiefern.
  • Clematis alpina 'Frances Rivis': Blüte: groß, tiefblau-violettblau, sehr reich blühend April bis Juni. Sonst wie Clematis alpina.
  • Clematis macropetala (Akelei-Waldrebe) 'Blue Bird': bis 2,5 m hoch. Blüte: blau und akeleiförmig.
  • Clematis macropetala 'Rosy O'Grady': bis 2,5 m und höher. Blüte: außen rotlila, innen rosalila, reichblühend, schöne akeleiförmige Blüte.
  • Clematis montana 'Rubens': starkwüchsig, 6 bis 9 m hoch. Blüte: anemonenähnlich, rosarot, später heller werdend, sehr reich im Mai bis Juni. Blüte erscheint am alten Holz. Wenn ein Rückschnitt erfolgen soll, diesen nach der Blüte durchführen. Gut geeignet auch für hohe Hauswände und zum Einranken von Bäumen. Eine vielgepflanzte attraktive Sorte.
  • Clematis montana 'Superba': Blüte: weiß. Sonst ähnlich wie Clematis montana 'Rubens'.
  • Clematis tangutica (Goldwaldrebe), 3 bis 5 m hoch. Blüte im Juni goldgelb, glockig. Nachblüte im Herbst. Die anmutige Blüte und ihre silbrig glänzenden, federartigen Samenstände – eine Zierde bis in den Winter – geben der Sorte ihre besondere Note.

Großblumige Clematis Hybriden

Sie beeindrucken durch ihre großen Blüten mit 10 bis 22 cm Ø und prächtigen Farben. Gepflanzt werden diese weniger robusten Sorten in eine halbschattige bis sonnige Lage.

Interessiert an den vorgestellten Sorten?

Sie erhalten sie im Handel sowie im Versandhandel wie z. B. Amazon.de. Die orange-markierten Sorten führen Sie direkt zur Fundstelle bei Amazon.de.
Viel Spaß beim Gärtnern!
  • 'Dr. Ruppel': bis 2,5 m hoch. Blüte: pastellviolett mit tief weinroten Streifen. Erste Blüte Mai bis Juni, zweit Blüte im September.
  • 'Jackmanii': 3,5 bis 6 m hoch. Blüte: tiefviolett, reichblühend. Blütezeit: Juni bis September. Eine bekannte und viel gepflanzte Sorte, die auch auf der Nordseite des Hauses blüht und gedeiht.
  • 'Jackmanii Superba': Blüte: samtig dunkelviolett. Sonst wie 'Jackmanii'.
  • 'Lasurstern': 2 bis 3,5 m hoch. Auffallende sehr große Blüte, 17 bis 22 cm Ø, blauviolett mit gelben Staubgefäßen. Erste Blüte Mai-Juni, zweite Blüte August bis September.
  • 'Mme. Le Coultre': 2,5 bis 5 m hoch mit großer reinweißer Blüte von 12 bis 18 cm Ø. Blütezeit: Juni bis September.
  • 'Nelly Moser': 2,5 bis 3 m hoch. Besticht mit ihrer großen Blüte und der lilarosa, rot gestreiften Farbe. Erste Blüte Mai bis Juni, zweite Blüte August bis September.
  • 'Ville de Lyon': 2,5 bis 3 m hoch. Interessante Blütenfarbe: rubin bis tiefmagenta mit gelben Staubgefäßen. Blütezeit: Juli bis September.

Teilweise werden derartige Wuchsformen auch gärtnerisch genutzt, wie zum Beispiel die bizarr wachsende Japanische Drachen-Weide, deren breite und gedrehte Triebe in der Blumenbinderei Verwendung finden. Beliebt sind auch die in verschiedenen Farben auftretenden Zierpflanzen mit ihren kammartig verbreiterten, auch gefalteten oder gekrausten Blütenständen der Celosia Chritata-Formen. Landläufig auch als Hahnenkamm bezeichnet.

← vorheriger BeitragEine Laune der Natur
Feuer-Geißschlinge
Heckenkirschen - Empfehlenswert und artenreich
Bei Stechmückenalarm einfach die Vorhänge schließen!
Zweitwohnsitz: Kommen Sie unter die Laube!
Abdeckung für Gartenstange
Ihre Post an uns: Schutzkappen für Gartenstangen

Schlagworte dieser Seite:

Clematis-Welke, Hauswand, Kletterpflanze, Pergola, Waldrebe

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um alle Artikel mit diesem Schlagwort anzuzeigen.

Bitte melden Sie den Kommentar nur, wenn er andere Menschen beleidigt, beschimpft oder diskriminiert, oder Äußerungen enthält, die Gesetze verletzen (beispielsweise zu einer Straftat aufrufen).

Diesen Artikel kommentieren (0)

Ihr Kommentar


Datenschutz | Impressum | Kontakt
Die Website enthält Bilder von www.pixelio.de

Familienheim und Garten Verlagsgesellschaft mbH

Copyright

Familienheim und Garten
Verlagsgesellschaft mbH
Bonn, 2019

Entwicklung/Realisierung

MultimedaConcept, Bonn
Kennedyalle 17, 53175 Bonn
office@mmcm.de
www.mmcm.de