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Geduld mit den Pfingstrosen

Juni 2004 Paeon, der griechische Gott der Heilkunde, stand Pate als der Botaniker Lenné um 1750 den Pfingstrosen die lateinische Bezeichnung Paeonia gab. Dafür gibt es einen guten Grund. So wurde die echte Bauernpfingstrose Paeonia officinalis (= arzneilich) bereits seit mehr als 2.000 Jahren bei den Griechen und die Gartenpfingstrose Paeonia lactiflora vor etwa 1.500 Jahren in China als Heilpflanze angewendet.


Pfingstrosen gehören mit zu den sehr langlebigen Stauden, die zu großen Pflanzen heranwachsen und uns mit prächtigen Blüten erfreuen. Von den 33 Arten, die in Europa, Asien und NW-Amerika beheimatet sind, verdienen drei Arten das Interesse der Gartenbesitzer. Dies sind die Garten-, die Bauern- und die Strauchpfingstrosen.

nach obenGartenpfingstrosen (Paeonia lactiflora)

Gartenpfingstrose (Paeonia lactiflora) 'Karafunke' rot mit einem lila Hauch.
© Opitz
Gartenpfingstrose (Paeonia lactiflora) 'Karafunke' rot mit einem lila Hauch.
Die Eltern der Gartenpfingstrose mit dem lateinischen Namen Paeonia lactiflora stammen aus China und Japan. Dort werden sie seit mehr als 1.000 Jahren als Gartenpflanzen kultiviert. Im 18. Jahrhundert wurden sie nach Europa gebracht. Diese Pflanzen waren die Grundlage für die Züchtung unseres derzeitigen Sortimentes der Garten- oder Edelpfingstrosen. Die Züchtungsarbeit war sehr intensiv und es entstanden bis heute etwa 3.000 Sorten in verschiedenen Farben mit einfachen bis zu gefüllten Blüten. Die Zeit der Blüte liegt im Juni/Juli. Die einzelnen Sorten werden etwa 0,8 bis 1,0 m hoch. Eine größere Anzahl dieser Sorten hat sich seit Jahrzehnten bewährt. Einige Sorten, die heute noch vermehrt und gepflanzt werden sind vor mehr als 100 Jahren entstanden.

Vermehrung

Vermehrt werden die Garten- und auch die Bauernpfingstrosen durch Teilung der Wurzelstöcke. Nach der Pflanzung wird vom Gartenbesitzer einige Geduld gefordert. Es dauert ein paar Jahre, bis sich die Pfingstrosen zu großen, reich blühenden Pflanzen entwickelt haben. Also nicht gleich nach ein bis zwei Jahren ungeduldig werden. Die Stauden können und sollten dann aber auch 15 Jahre und länger an einem Standort stehen. Sie lassen sich natürlich auch umpflanzen. Dies hemmt jedoch für eine gewisse Zeit ihre weitere Entwicklung. Erst wenn die alten Pflanzen von Jahr zu Jahr schwächer wachsen und kleiner bleiben, sollte man den Wurzelstock herausnehmen, teilen und an anderer Stelle neu pflanzen.

Ansprüche

Gartenpfingstrosen gedeihen am besten auf schwereren Böden. Diese dürfen einerseits keine Staunässe aufweisen und sollen andererseits nie austrocknen. Humusgaben – abgelagerter Stallmist oder Kompost – und gute Nährstoffversorgung werden mit kräftigem Wuchs und reicher Blüte belohnt (Blaukorn: 60 g/m2 im April und 40 g/m2 nach der Blüte). Die Pflanzen sollten einen sonnigen Standort erhalten. Leichter Schatten wird recht gut vertragen.

Die beste Pflanzzeit sind der September und der Oktober. Die Stauden kommen nur flach in die Erde – ihre Knospen werden höchstens 3 cm mit Boden bedeckt. Die gefüllten Sorten eignen sich am besten als Schnittblumen für die Vase. Sobald sich ein Blütenblatt von der Knospe löst kann die Blume abgeschnitten werden. Das Sortiment ist bei den Gartenpfingstrosen – wie oben beschrieben – sehr groß. Hilfe bei der Auswahl ermöglichen die Kataloge der Staudengärtnereien.

Die Schalen der 'Alexandra' wirken durch die gelben Staubgefäße.
© Opitz
Die Schalen der 'Alexandra' wirken durch die gelben Staubgefäße.
'Orange Glory' fällt durch ihren starken Gelb-Rot-Kontrast auf.
© Opitz
'Orange Glory' fällt durch ihren starken Gelb-Rot-Kontrast auf.
Gartenpfingstrose 'Camellia'
© Opitz
Gartenpfingstrose 'Camellia'
Einige interessante Sorten seien genannt: 'Alexandra' und 'Orange Glory', beide mit einfacher, großer, roter sowie 'Camillia' mit kleiner rosa Schalenblüte.

'Coral Sunset' - rosarot und halbgefüllt.
© Opitz
'Coral Sunset' - rosarot und halbgefüllt.
Gartenpfinstrose 'Sarah Bernhardt'. Alte, bewährte Sorte von 1906. Gefüllt, rosa mit silbrigem Schein ist sie eine duftende, gute Schnittsorte.
© Opitz
Gartenpfinstrose 'Sarah Bernhardt'. Alte, bewährte Sorte von 1906. Gefüllt, rosa mit silbrigem Schein ist sie eine duftende, gute Schnittsorte.
Gartenpfingstrose Paeonia lactiflora 'Festiva Maxima' mit gefüllten, reinweißen Blüten, die durch einige rote Flecken belebt werden.
© Opitz
Gartenpfingstrose (Paeonia lactiflora) 'Festiva Maxima' mit gefüllten, reinweißen Blüten, die durch einige rote Flecken belebt werden.
'Coral Sunset' eine halbgefüllte rosa Sorte. 'Sarah Bernhardt' eine altbewährte gefüllt blühende rosa Sorte, duftend und 'Festiva Maxima' mit großer weißer, gefüllter Blüte mit einigen belebenden roten Flecken, duftend. Beide zuletzt genannte Sorten sind auch gut als Schnittblumen geeignet.

nach obenBauernpfingstrosen (Paeonia officinalis)

Interessiert an den vorgestellten Sorten?

Sie erhalten sie im Handel sowie im Versandhandel wie z. B. Amazon.de. Die orange-markierten Sorten führen Sie direkt zur Fundstelle bei Amazon.de.
Viel Spaß beim Gärtnern!
Ihre Heimat sind die Alpen und der Balkan. Sie sind mit 0,6 bis 0,8 m niedriger als die oben genannte Art. Die Ansprüche an den Boden und den Standort sind in etwa die gleichen wie bei der Gartenpfingstrose. Bauernpfingstrosen werden bei uns seit einigen Jahrhunderten in den Gärten angepflanzt.

Bewährte Sorten sind:
  • 'Rubra Plena' mit roten, gefüllten Blüten eine oft gepflanzte Bauernrose
  • 'Rosa Plena' mit rosa, gefüllten Blüten
  • 'Alba Plena', beim Aufblühen zartrosa, anschließend weiße, gefüllte Blüten
  • 'James Crawford Weguelin' mit dunkelrosa, nicht gefüllten, einfachen Schalenblüten

nach obenStrauchpfingstrosen (Paeonia suffruticosa)

Die Strauchpfingstrosen kommen aus China und Tibet. Von ihnen stammen unsere heutigen Sorten ab, die als Sträucher bis zu 2 m groß werden. Es gibt sowohl gefüllt als auch einfach blühende Sorten, die im Mai/Juni faszinierend schöne Blüten hervorbringen. Die Strauch-Paeonien gelten als ausreichend frosthart. Alte Pflanzen überstehen in der Vegetationsruhe −26 bis −28 °C (Warda). Rauhe Standorte meiden. Besonders in den ersten Jahren die Pflanzen im Winter locker in Fichtenreisig einbinden. Dieses jedoch im März entfernen, da der neue Austrieb früh erfolgt. Sonnige bis halbschattige Lage. Schatten in den heißen Mittagsstunden verhindert zu schnelles Verblühen.

Die günstigste Pflanzzeit sind, wie bei den oben genannten Arten, der September und Oktober. Strauch-Paeonien sind in der Regel auf Wurzelstücke von Garten-Paeonien veredelt. Sie sollten so tief gepflanzt werden, dass die Veredlungsstelle 15 cm tief in den Boden kommt. Dadurch ist die Edelsorte in der Lage eigene Wurzeln zu bilden, die der Pflanze eine bessere Wuchskraft verleihen. Um die Wurzeln der jungen Pflanze zu schützen sollte in den ersten Wintern der Boden zum Beispiel mit Laub oder Kompost abgedeckt werden.

Die roten Früchte der Europäischen Stechpalme (Ilex aquifolium) sind stark giftig. Drosseln, Rotkehlchen und Mönchsgrasmücke fressen die Früchte gerne, weil sie den langen Winter über an den Bäumen bleiben.
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Bauernpfingstrose, Gartenpfingstrose, Pfingstrose, Strauchpfingstrose

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