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Blumenkohlentwicklung

April 2004 Blumenkohl ist – genau wie fast alle hier bekannten Gemüsekohle – eine durch sprunghafte Erbveränderung (Mutation) entstandene und durch Züchtung weiterentwickelte Varietät des Wildkohls.


Blumenkohlformen: 1626 (links) und um 1881 (rechts)
© Titze
Blumenkohlformen: 1626 (links) und um 1881 (rechts)
„Selbstdeckend“ sollen die weißen Blumenkohlsorten heutzutage sein, damit sie sich durch Lichteinwirkung nicht ins Gelbliche oder Violette verfärben.
© Titze
„Selbstdeckend“ sollen die weißen Blumenkohlsorten heutzutage sein, damit sie sich durch Lichteinwirkung nicht ins Gelbliche oder Violette verfärben.
Darstellungen – die eine aus dem Jahre 16261, die andere von 18812 – und ein aktuelles Foto zeigen den Fortschritt in seiner Lebensgeschichte. Aus den dürftigen ersten "Kopf-Ansätzen" bildete sich, durch den Menschen gesteuert, innerhalb einer rund 250 Jahre währenden Zeitspanne ein Pflanzentyp mit stattlicher "Blume" (Zeichnung 1881), – wie wir ihn heute in einer noch weiter verbesserten Form, sowie außer im "alten Gelblich bzw. Weiß" in den Farben Grün, Violett und neuerdings Orange, – kennen und schätzen.

Über ihn hieß es 1881: "Großer Lenormand-Blumenkohl, eine niedrige, ganz vorzügliche Sorte". Auffallend ist sein freistehender, besonders glatter, anscheinend noch etwas flacher Kopf.

Ein gutes Jahrhundert danach (1995‌) fordert die Beschreibende Sortenliste des Bundessortenamtes u. a.: "Die Sorten sollten selbstdeckend sein, damit die (weißen) Blumen nicht verfärben". In Freizeitgärtner-Katalogen wird das etwas fasslicher gepriesen, z. B. "… die Köpfe werden durch das blattreiche Herz besonders gut bedeckt." Außerdem sollen sie groß, schwer, fest, gut gewölbt und nicht zu grob gehöckert sein, was wir von den meisten Züchtungen auf geeigneten Standorten und bei richtiger Kultur normalerweise auch kennen.

Wildkohl. Allenfalls Markstamm- und Grünkohl ähneln noch ein wenig dem Wildkohl, aus dem u.a. auch der Blumenkohl hervorgegangen ist.
© Titze
Wildkohl. Allenfalls Markstamm- und Grünkohl ähneln noch ein wenig dem Wildkohl, aus dem u. a. auch der Blumenkohl hervorgegangen ist.
Diese Gegenüberstellung – stellvertretend zugleich für andere Gemüsearten – soll daran erinnern, dass die Sorten, die heute in unseren Gärten heranwachsen, nicht so einfach "vom Himmel gefallen" sind. Sie entstanden aus Wildformen, teilweise durch Mutationen, durch langwierige Auslese, durch Kreuzungen und jetzt immer mehr auch durch die Hybridzüchtung (F1-Hybriden), also nach enormer, beharrlicher, weder von Rückschlägen noch Enttäuschungen freier, kostspieliger Arbeit. Dessen sollte man sich ab und zu erinnern.


1 Nach Camerarius
2 Lucas/Kruse: Anleitung zum Gemüsebau, Stuttgart 1881

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