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Der Frühjahrsschnitt der Rosen

März 2004 Viele Siedlerinnen und Siedler freuen sich kurz vor Frühlingsbeginn auf die kommende Gartensaison. Besonders wichtig ist jetzt der Schnitt der Gehölze. Vom Frost geschädigte, kranke und schwache Triebe werden dabei entfernt.


Leider haben viele Freizeitgärtner viel zu viel Angst vor dem Schnitt der Gehölze und insbesondere der Rosen. Darum nachfolgend zunächst einige allgemeine Kurzinformationen. Anschließend einige spezielle Schnitt-Tipps zum Thema Beet- und Edelrosen, Stamm-, Kletter- und Strauchrosen.

Schnittmaßnahmen können unproblematisch zur Zeit der Forsythienblüte (Ende März bis Ende April) durchgeführt werden.

Unbedingt erforderlich ist eine gute Gartenschere, die einen glatten Schnitt ohne Triebquetschungen ermöglicht. Bei alten Strauch- und Kletterrosen mit dicken Trieben kann oftmals auch eine Astschere oder eine kleine Säge erforderlich sein.

Augen
© Balster
Augen
Wichtig ist der "Schnitt auf Auge". Die Augen sind nach dem Blattfall als rötliche Punkte in der Rinde zwischen den Stacheln zu erkennen. Aus diesen entwickeln sich die neuen Triebe. Der Schnitt sollte ca. 0,5 cm über dem Auge erfolgen. Ein zu langer Triebstummel sollte nicht überbleiben, da er später trocken werden und den Trieb schädigen kann. Ein zu dicht am Auge ausgeführter Schnitt kann zum Eintrocknen des Auges führen.

Im Rahmen der Frühjahrspflanzung sollte der Pflanzschnitt durchgeführt werden. Hierbei werden Busch- und Stammrosen bis auf 3 Augen zurückgeschnitten. Bei Strauch- und Kletterosen verbleiben nur 6 Augen je Trieb. Lässt man die Triebe zu lang, so müssen sich erst Wurzeln bilden, die den Wasser- und Nährstoffbedarf der oberirdischen Teile gewährleisten können. Bei ungekürzten Trieben werden die Augen aufgrund der in der Pflanze befindlichen Reservestoffe zwar austreiben, aber kurze Zeit später schon wieder eintrocknen. Lediglich anhaltend feuchte Witterungsbedingungen können die ungeschnittene Rose noch retten. Diese würde dann evtl. "von tief unten" austreiben und müsste spätestens zu diesem Zeitpunkt heruntergeschnitten werden.

Nachfolgend einige Schnitt-Tipps für ältere Rosen (ab dem zweiten Jahr nach der Pflanzung).

nach obenBodendecker-, Beet- und Edelrosen, Wildrosen

Als erstes wird das trockene, frostgeschädigte und schwache Holz herausgeschnitten. Dieses ist leicht an der braunen Farbe zu erkennen. Abgestorbene Triebe werden unmittelbar über der Veredlungsstelle abgeschnitten. Alle jetzt noch verbliebenen Triebteile können auf 3 Augen zurückgeschnitten werden. Durch einen starken Rückschnitt kommt es – und das gilt grundsätzlich für alle Rosen – zu einer ausgezeichneten und kräftigen Neutriebbildung.

Rose vor dem Schnitt
© Balster
Rose vor dem Schnitt
Rose nach dem Schnitt
© Balster
Rose nach dem Schnitt

Alte und vergreiste Edelrosen können oftmals durch radikale Schnittmaßnahmen hervorragend verjüngt werden.

nach obenKletter- und Strauchrosen

"Große Schnittaktionen" sind normalerweise nicht nötig. Altes Holz wird entfernt, frostgeschädigte Triebe werden eingekürzt. Vitale Jungtriebe sollten erhalten bleiben. Durch einen regelmäßigen, alle 3 bis 4 Jahre durchzuführenden Pflegeschnitt werden vergreiste Triebe aus der Basis herausgenommen. Dadurch erreicht man einen kräftigen Neu-Austrieb.

"Problemfälle", die alt, vergreist und total verholzt sind, können durch Schnittmaßnahmen in 15 bis 20 cm Höhe über dem Erdboden wieder in attraktive Gehölze verwandelt werden. Dabei werden alle starken Triebe abgesägt oder abgeschnitten.

nach obenStammrosen

Der Schnitt wird etwas stärker als bei den Beetrosen durchgeführt. Dadurch wird eine zu große "Kronenbildung" vermieden. Beim Schnitt sollte das oben am Trieb befindliche und nach außen zeigende Auge unbedingt stehen bleiben. Dadurch wird ein schöner, lichter "Kronenaufbau" erzielt und eine zu dichte Verzweigung vermieden.

Wer jetzt immer noch zuviel Angst vor Schnittmaßnahmen haben sollte, kann getrost ein Gläschen Wein oder Bier vor Beginn der Aktionen trinken. Die Rosenschere wird dann viel leichter "von der Hand gehen"!

Ihr Gartenfachberater

Thomas Balster
Gartenfachberater des Landesverbandes Schleswig-Holstein

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Beetrose, Bodendeckerrose, Edelrosen, Kletterrose, Rose, Schnitt, Stammrosen, Strauchrose, Wildrose

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