Inhalt
Ihre Sucheingabe:

Sie befinden sich hier: Pflanzen > Ziergarten > Archiv (2002 - 2005) > 2004 > Hecken als lebende Wände
← vorheriger BeitragDuftpflanzen im Garten
nächster Beitrag → Die Planung eines Garten

Hecken als lebende Wände

Februar 2004 Das Wort Hecke ist abgeleitet von dem germanischen Sprachbegriff Hag. Die weitere Abwandlung führte zu dem Wort Häg, welches für Behaglichkeit steht. Damit sind wir beim Thema. Mit einer geschnittenen Hecke wird bei wenig Platzbedarf eine große Dichte erreicht. Eine solche lebende Wand ist jedoch bei weitem nicht so starr wie eine Mauer oder eine Holzwand. Eine Hecke schließt das Grundstück nach außen ab und schafft auch innerhalb des Gartens abgegrenzte Bereiche. Eine genügend hohe und dichte Hecke sorgt für Sicht- und Windschutz sowie ein günstiges Kleinklima und damit für Behaglichkeit in unserem grünen Wohnzimmer.


nach obenGrenzabstände

Sichtschutz-Hecken sollten eine Höhe von mindestens 200 bis 250 cm haben. Bei der Planung sind die in den Bundesländern unterschiedlichen Regelungen des Nachbarrechtes hinsichtlich der Grenzabstände zu beachten, um späterem Ärger mit den Nachbarn vorzubeugen. Hilfestellung in Fragen des Nachbarrechtes gibt es auch bei den Landesverbänden des Deutschen Siedlerbundes. Eine andere Möglichkeit besteht darin in Absprache mit dem Nachbarn die Hecke auf die Grenze zu pflanzen – Kosten und Pflege werden geteilt.

nach obenPflanzabstände

Hainbuchen eignen sich gut für Hecken. Ihr trockenes Laub haftet oft bis zum Frühjahr.
© Opitz
Hainbuchen eignen sich gut für Hecken. Ihr trockenes Laub haftet oft bis zum Frühjahr.
Der Pflanzenbedarf je laufender Meter (lfd. m) Hecke hängt sowohl von der Pflanzenart, jedoch in stärkerem Maße von der Größe der Pflanzen ab. Mit kleineren Pflanzen erzielt man bei einem engeren Stand schneller und leichter eine dichte Hecke. Andererseits lässt sich mit großen Hecken-Pflanzen mit Wurzelballen oder im Container eine weitgehend fertige Sichtschutzhecke – ohne Wartezeit – mit einer Höhe von 2 m und mehr erstellen.

Ein Beispiel für den unterschiedlichen Pflanzenbedarf

Von einmal in der Baumschule verpflanzten 80 bis 100 cm großen Hainbuchen pflanzt man 5 Stück auf den lfd. m. Von der gleichen Pflanzenart finden Pflanzen der Größe 200 bis 225 cm mit Wurzelballen für eine weitgehend fertige Sichtschutzhecke zwei Pflanzen je lfd. m Platz. Verständlich, dass für die Hecke ohne Wartezeit aus großen Pflanzen, die in der Baumschule während mehrerer Jahre herangezogen wurden, tiefer in die Tasche gegriffen werden muss.

nach obenWelche Arten sind geeignet

Gehölze, die dichte, schmale Hecken bilden sollen müssen einen ständigen Schnitt vertragen und die Eigenschaft besitzen sich in der gesamten Pflanzenhöhe fortwährend gut zu regenerieren, das heißt neu auszutreiben. Darüber hinaus müssen sie sich auch durch den Schnitt auf eine bestimmte Größe begrenzen lassen. So erreicht zum Beispiel eine Hainbuche als ausgewachsener Baum eine Höhe bis 20 m und eine Breite bis 12 m. Andererseits ist die Hainbuche sehr geeignet für eine formierte Hecke, die sich bei einem regelmäßigen Schnitt über Jahrzehnte in einer Höhe von 2 bis 3 m halten lässt.

nach obenPflanzenbedarf

Zur Planungserleichterung einige Beispiele für den Bedarf von Pflanzen je laufenden Meter (lfd. m) Hecke.

NameBotanischer NameHöhemit BallenAnzahl
Verpflanzungen
in der Baumschule
Pflanzen
je lfd. m
HainbucheCarpinus betulus125 bis 150 cmja3 ×3
RotbucheFagus sylvatica125 bis 150 cmja3 ×3
EibeTaxas baccata
'Overeynderi'
80 bis 100 cmja4 ×3
Abendländischer
Lebensbaum
Thuja occidentalis
'Smaragd'
60 bis 80 cmja3 ×3
HainbucheCarpinus betulus100 bis 125 cm1 ×4 bis 5
Gewöhnlicher LigusterLigustrum vulgare60 bis 100 cm2 ×4 bis 5

Rotbuche mit glänzendem Laub. Wächst stark, daher für höhere Hecken geeignet.
© Opitz
Rotbuche mit glänzendem Laub. Wächst stark, daher für höhere Hecken geeignet.
Die immergrünen Taxus baccata 'Overeynderi' ergeben rund um’s ganze Jahr eine gute, dichte Hecke. Die Pflanzen und Samen sind giftig. Nicht jedoch der fleischige Samenmantel. Von den Vögeln werden die roten Beeren gern gefressen. Die harten Samenkerne werden unverdaut ausgeschieden und so weiter verbreitet.
© Opitz
Die immergrünen Taxus baccata 'Overeynderi' ergeben rund um’s ganze Jahr eine gute, dichte Hecke. Die Pflanzen und Samen sind giftig. Nicht jedoch der fleischige Samenmantel. Von den Vögeln werden die roten Beeren gern gefressen. Die harten Samenkerne werden unverdaut ausgeschieden und so weiter verbreitet.

nach obenDas Pflanzen in den Graben

Bei einer einreihigen Hecke ist es nicht zweckmäßig die Pflanzen in einzelne Löcher zu setzen. Vielmehr wird besser entlang einer gespannten Schnur ein Graben ausgehoben. Bei kleineren Pflanzen genügt in der Regel das Ausheben von einer Spatenbreite und -tiefe. Für große Ballenpflanzen muss der Graben etwas größer gemacht werden. Bei verdichteten Böden wird die Grabensohle zusätzlich gelockert. Der ausgehobene Boden kommt auf eine Seite und wird mit Komposterde sowie Hornspänen verbessert.

Das Pflanzen geht einfacher, wenn für kleinere Pflanzen – ohne Ballen – der Graben wieder soweit aufgefüllt wird, dass das Wurzelwerk in die richtige Höhe kommt. Die Arbeit wird außerdem erleichtert, wenn eine zweite Person beim Auffüllen des Grabens die Pflanzen in die richtige Position hält. Am Schluss werden ein Gießrand geformt und die Pflanzen gut eingewässert.

Lesen Sie auch:
Der Garten - Bedeutung und Planung Dezember 2003
Gärten sind ein Stück Natur in unserer zunehmend verstädterten Umwelt. Für Professor Dr. Tove Fjeld ist die gesellschaftliche Bedeutung von Gärten deshalb nicht hoch genug einzuschätzen. Auf dem IVG Medientag Garten 2003 in Köln wies die norwegische Wissenschaftlerin darauf hin, dass das Erleben von nur 3 Minuten natürlicher Sinneseindrücke zu einem deutlichen und nachhaltigem Abbau von umweltbedingtem Stress führt. Pflanzen lenken somit von Alltagssorgen ab und entspannen Körper, Geist und Seele – es kommt zu einem Wohlfühl-Effekt.
Die Planung eines Garten Januar 2004
In der letzten Ausgabe von Familienheim und Garten wurde über die Anlage einer lockeren Rahmenbepflanzung berichtet. Heute soll die Planung im Innenbereich des Gartens vorgestellt werden.
Hecken als lebende Wände März 2004
Eine Hecke ist ein lebender Zaun und nicht so starr wie eine Mauer oder eine Holzwand. Sie schließt das Grundstück nach außen ab und schafft auch innerhalb des Gartens abgegrenzte Bereiche. Eine genügend hohe und dichte Hecke sorgt für Sicht- und Windschutz sowie ein günstiges Kleinklima und damit für Behaglichkeit in unserem grünen Wohnzimmer.

← vorheriger BeitragDuftpflanzen im Garten
nächster Beitrag → Die Planung eines Garten
Immergrüner Liguster. Blätter im Winter auch oft violettbraun.
Hecken als lebende Wände
Beim immergrünem Liguster färben sich die Blätter im Winter auch oft violettbraun.
Hecken als lebende Wände
Alle früh blühenden Zwiebelblumen (wie die Krokusse) sind auf einen erneuten Wintereinbruch eingestellt.
Grüne Tipps im Februar

Schlagworte dieser Seite:

Eibe, Gartenplanung, Hainbuche, Hecke, Lebensbaum, Liguster, Rotbuche, Sichtschutz, Sichtschutzhecken

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um alle Artikel mit diesem Schlagwort anzuzeigen.

Bitte melden Sie den Kommentar nur, wenn er andere Menschen beleidigt, beschimpft oder diskriminiert, oder Äußerungen enthält, die Gesetze verletzen (beispielsweise zu einer Straftat aufrufen).

Diesen Artikel kommentieren (0)

Ihr Kommentar


Datenschutz | Impressum | Kontakt
Die Website enthält Bilder von www.pixelio.de

Familienheim und Garten Verlagsgesellschaft mbH

Copyright

Familienheim und Garten
Verlagsgesellschaft mbH
Bonn, 2019

Entwicklung/Realisierung

MultimedaConcept, Bonn
Kennedyalle 17, 53175 Bonn
office@mmcm.de
www.mmcm.de