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Von Frost- und Trockenschäden

Februar 2004 "Einige meiner Pflanzen sind erfroren, was kann ich im nächsten Winter dagegen tun?" Eine Frage, die nach einem kalten Winter immer wieder gestellt wird. Damit es erst gar nicht so weit kommt, ist es notwendig über die Ursachen Bescheid zu wissen. Meist sind es nicht Erfrierungen, sondern Wassermangel der die Pflanzenschäden verursacht.


Rhodedendron
Pflanzen aus dem mediterranen Raum, wie der Portugiesische Kirschlorbeer, erfreuen sich wachsender Beliebtheit in unseren Gärten. Doch während die heimischen Arten mit unseren winterlichen Temperaturen gut zurechtkommen, leiden die Pflanzen aus dem Süden um so mehr.

Heimische Gehölze, wie der Efeu oder die Stechpalme, schützen sich durch Erhöhung der Zuckerkonzentration in ihren Zellen vor Erfrierungen. Den mediterranen Pflanzen fehlt dieser Gefrierschutz ganz oder teilweise. Obwohl die meisten von ihnen einige Minusgrade vertragen, stellen sich bei starken Frostperioden immer wieder Schäden ein. Viele dieser Pflanzen lassen sich jedoch an Frost gewöhnen.

nach obenSchrittweise abhärten

Dazu ist es wichtig, dass das Wachstum im Herbst abgeschlossen ist und die Triebe richtig ausgereift sind. Schrittweise können sich die Pflanzen nun auf immer tiefere Temperaturen einstellen, die Tiefstwerte sind allerdings sehr unterschiedlich und lassen sich auch nicht genau benennen. Kommt die Pflanze aber direkt aus dem Süden bei uns über den Ladentisch und wird noch spät im Jahr ausgepflanzt, sind Frostschäden fast unvermeidlich.

Da der kälteempfindlichste Teil der Pflanzen die Wurzeln sind, gilt es besonders diese zu schützen. Etwas anfälligere Pflanzen überstehen den Winter ausgepflanzt oft besser als im Topf, vorausgesetzt der Boden ist entsprechend geschützt. Der wohl beste Bodenschutz für alle Pflanzen ist das Herbstlaub, das auch aus diesem Grund auf allen Pflanzflächen liegen bleiben sollte. Alle anderen Mulchmaterialien und natürlich Schnee erfüllen den gleichen Zweck.

In den meisten Fällen erfrieren jedoch die Pflanzen bei uns nicht, sondern sie vertrocknen. Hier spricht man von Frosttrocknis. Davon sind insbesondere alle immergrünen Arten betroffen, da diese auch im Winter Wasser verdunsten. Friert nun der Boden oder der Topf in dem sie stehen zu, kann über die Wurzel kein Wasser mehr aufgenommen werden und zwangsläufig kommt es zu Trockenschäden.

Besonders trifft es die Pflanzen, die in der vollen Sonne stehen und dem Wind ausgesetzt sind. Genau dafür ist es notwendig sich auch im Winter um seine Gartenpflanzen zu kümmern.

Im folgenden sind einige Tipps zusammengestellt:
  • Geben Sie Ihren Immergrünen auch im Winter in frostfreien Perioden hin und wieder Wasser.
  • Schützen Sie den Topf der Kübelpflanzen vor dem Durchfrieren, z. B. mit Laub, Vlies oder Luftpolsterfolien.
  • Bei kaltem und sonnigem Wetter die Immergrünen etwas schattieren und somit zu starker Verdunstung vorbeugen. Dies kann durch Vlies oder Fichtenreisig geschehen. Ein Windschutz ist ebenfalls von großem Vorteil.
  • Um die Pflanzen abzuhärten sollte jeder Winterschutz so spät wie möglich angebracht und so früh wie möglich wieder entfernt werden.
  • Winterschutz immer luftdurchlässig gestalten, sonst können die Pflanzen faulen.
  • Frostschutz beginnt schon im Spätsommer: Stellen sie die Düngung ab Anfang September auf allen Pflanzflächen ein. Die Pflanzen härten sonst ihr Holz nicht richtig aus.
  • Pflanzen aus dem Süden im Frühjahr auspflanzen.
  • Immergrüne, wie Rhododendron, Kirschlorbeer und Buchs standortgerecht in den Halbschatten pflanzen.
  • Besonders in klimatisch rauen Gegenden auf heimische, kälteunempfindliche Pflanzen zurückgreifen.
  • Jungpflanzen, ob heimisch oder nicht, sind sehr frostanfällig. Sie brauchen besonderen Schutz.

Sollte es dennoch zu Frost- oder Trockenschäden kommen, schneiden Sie die betroffenen Pflanzen im kommenden Frühjahr bis ins gesunde Holz zurück.

Ihr Landesgartenfachberater aus Baden-Württemberg

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Besonders Kirschlorbeer sind im Winter von der Frosttrocknis betroffen; Absterben eines Triebes als Spätfolge im Frühjahr.
Trockenschäden an Gartenpflanzen
Bild 1
Gartenberatung: Garten-Experten antworten
Oben das formschöne, außen montierte Solarpaneel, unten die Lufteinführung und die Steuerung im belüfteten Raum.
Schluss mit feuchter Kellerluft

Schlagworte dieser Seite:

Frostschaden, Frostschutz, Frosttrocknis, Trockenschaden

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Diesen Artikel kommentieren (1)

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28. Februar 2013

Doezcan

Sehr geehrte Damen und Herren,
leider muss ich Ihrer ansonsten sehr kompetenten Antwort in einem Punkt wiedersprechen. Die immer größer werdende Beliebtheit des Portugiesische Kirschlorbeers, liegt zum einem an der Optik, zum anderen an der überdeuschnittlichen Winterhärte, welche die der klassischen Kirschlorbeerhecken, als auch von Ilex Hecken übersteigt.
Unsere 30m Hecke aus Portugiesische Kirschlorbeer liegt am Feldrand, ohne jeglichenh Winterschutz, und übesteht die Winter deutlich unbeschadeter als die Hecken der Nachbarn. Dies deckt sich mit der Erfahrung anderer "mediteraner" Heckenbesitzer.
Gefährdet ist die Pflanze, wie sie schon sagten durch Frostrocknis (Erfahrung aus dem ersten Jahr)

Mit freundlichen Grüßen
Doezcan

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