Inhalt
Ihre Sucheingabe:

Sie befinden sich hier: Pflanzen > Gemüse > Archiv (2003 - 2005) > 2004 > Radies – mal rund, mal länglich

Radies – mal rund, mal länglich

Februar 2004 Knolle ist nicht gleich Knolle. Während eine solche zum Beispiel beim Sellerie aus drei "Teilen" (Spross-, Hypokotyl-, Wurzelabschnitt) gebildet wird, stellen die meisten Radieschen jeweils nur eine sogenannte Hypokotylknolle dar.


Die Hypokotyl-(Keimstengel-)länge bestimmt die Radieschenform zum Teil mit, doch ob rund, ob länglich - am Geschmack ändert das nichts.
© Titze
Die Hypokotyl-(Keimstengel-)länge bestimmt die Radieschenform zum Teil mit, doch ob rund, ob länglich - am Geschmack ändert das nichts.
Dabei versteht man unter Hypokotyl den Keimstengel, das Stück der Sprossachse vom Wurzelhals bis zu den Keimblättern (auf der Hintergrundzeichnung des Fotos zwischen den roten, unterbrochenen, waagerechten Linien = Hy).

Die gängigen, schmackhaften, unterschiedlich gefärbten Verdickungen sind folglich nichts anderes als sortentypisch kugelig oder kurzzylindrisch angeschwollene Keimstengel, die oben in die Blattrosetten (= Sprosse) und unten in die fädigen, verzweigten Primärwurzeln übergehen. Nur einzelne Sorten sind züchterisch so bearbeitet worden, dass sie lang-spitz zulaufen. Bei ihnen ist die Wurzel an der Knollenbildung beteiligt (Beispiel: 'Eiszapfen').

Nun können aber auch runde Radieschensorten durch "Versenken" des Saatgutes im Boden zunehmend eine mehr oder weniger längliche oder oval-keilförmige Gestalt annehmen. "Wird zu tief gesät, muss sich das Hypokotyl übermäßig lang strecken." (v. Hößlin 1964), und das führt zu solchen Formabweichungen. Nach seinen Ergebnissen: Bei einer Hypokotyllänge von 2 cm = 69 % "Abweichler", bei 4 cm = 94 %. Deshalb sollten Radiessamenkörner höchstens 1,5 cm tief in den Boden gebracht werden.

Wenn an dieser Stelle hin und wieder zu einer tieferen Saatgutablage verschiedener, insbesondere auch kleinsamiger Gemüsearten geraten wurde, dann gilt das natürlich nach wie vor. Das hat andere positive Gründe, die prinzipiell auch für Radieschen zutreffen – wenn, ja wenn bei ihnen nicht vermehrt das einträte, was soeben beschrieben wurde und an dem vielleicht so mancher Freizeitgärtner Anstoß nähme.

Neben der Saatguttiefe vermögen Witterungsbedingungen und die Bodenart das Erscheinungsbild gleichermaßen in diese Richtung zu lenken, denn bei Trockenheit, hohen Temperaturen, Mangel an Licht und auf schwerem Boden bilden sich häufiger Knollen mit einem langgezogenen Querschnitt.

Runde, leuchtend rote Sorten sind aber das A und O. Zweifarbige rot-weiße und einfarbig weiße runde sowie lang-spitze Züchtungen haben dagegen bei uns nur Liebhaberwert.

Grafik 1: Wird die Zahl der aufgelaufenen Sämlinge einzelner Gemüsearten aus einer Saatrilleneinsenkung von 1 cm = 100 % gesetzt, so ergaben andere Ablagetiefen die durch die Säulen gekennzeichneten Aufgangsrelationen (nach v. Hößlin 1964).
Aussaattiefe
Salat-Jungpflanzen müssen „pendeln können“, sagen Profis: Stehen sie zu tief, faulen die Herzblätter.
Selbstversorger-Garten: Gemüse pflanzen
'French Breakfast'
Frischekick mit Radieschen

Schlagworte dieser Seite:

Aussaat, Aussaattiefe, Aussaattipps, Radies, Radieschen, Saat

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um alle Artikel mit diesem Schlagwort anzuzeigen.

Bitte melden Sie den Kommentar nur, wenn er andere Menschen beleidigt, beschimpft oder diskriminiert, oder Äußerungen enthält, die Gesetze verletzen (beispielsweise zu einer Straftat aufrufen).

Diesen Artikel kommentieren (0)

Ihr Kommentar


Datenschutz | Impressum | Kontakt
Die Website enthält Bilder von www.pixelio.de

Familienheim und Garten Verlagsgesellschaft mbH

Copyright

Familienheim und Garten
Verlagsgesellschaft mbH
Bonn, 2019

Entwicklung/Realisierung

MultimedaConcept, Bonn
Kennedyalle 17, 53175 Bonn
office@mmcm.de
www.mmcm.de