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Aussaattiefe

Februar 2004 Die Empfehlung einer tieferen Ablage auch kleinerer Gemüsesämereien (Normalsaatgut!) in den Boden ist mittlerweile schon ein "alter Hut", und trotzdem hat man den Eindruck, dass für manch einen Freizeitgärtner noch das Gebot gilt "kleinen Samen flach bedecken, grobe Samen tief verstecken".


Grafik 1: Wird die Zahl der aufgelaufenen Sämlinge einzelner Gemüsearten aus einer Saatrilleneinsenkung von 1 cm = 100 % gesetzt, so ergaben andere Ablagetiefen die durch die Säulen gekennzeichneten Aufgangsrelationen (nach v. Hößlin 1964).
Grafik 1: Wird die Zahl der aufgelaufenen Sämlinge einzelner Gemüsearten aus einer Saatrilleneinsenkung von 1 cm = 100 % gesetzt, so ergaben andere Ablagetiefen die durch die Säulen gekennzeichneten Aufgangsrelationen (nach v. Hößlin 1964).
Grafik 2: "Vergraben" werden dürfen Sämereien nicht! Bei 3 und mehr cm Aussaattiefe geht’s mit der Auflaufquote schnell bergab. (Nach dänischen Untersuchungen).
Grafik 2: "Vergraben" werden dürfen Sämereien nicht! Bei 3 und mehr cm Aussaattiefe geht’s mit der Auflaufquote schnell bergab. (Nach dänischen Untersuchungen).
Der erste Teil dieser Regel trifft nur für die Aussaat im sehr zeitigen Frühjahr bei kalten und feuchten Böden zu, und auch ihr zweiter Teil ist zumindest nicht ganz unstrittig. Mehrjährige Versuchsergebnisse aus Weihenstephan (v. Hößlin 1964; Grafik 1) und dänische Resultate aus den Jahren 1977 und 1978 (Grafik 2), die zwar nicht bei allen geprüften Pflanzenarten übereinstimmen, widerlegen das fragliche aus frühen Jahren überkommene "Sämanns-Garn". Denn zum einen wird aus den Diagrammen deutlich: Die tiefere Einsaat feinerer Sämereien von etwa 2 bis 3 cm erweist sich großenteils erfolgreicher als diejenige in 0,5 oder 1 cm (die stärkere Deckschicht unterliegt geringeren Feuchtigkeits- und Temperaturschwankungen und bewirkt dadurch die bessere Keimung), zum anderen müssen "grobe" Saatgutkörner, wie die von Buschbohnen, aus tieferer Ablage nicht unbedingt üppiger aufgehen als bei einer solchen von 1 cm ("Bohnen wollen die Glocken läuten hören"!).

"Eine Aussaattiefe von 4 cm und mehr führte bei allen Kulturen zu einem verminderten und stark verzögerten Aufgang und mit Ausnahme von Radies zu schwächeren Keimlingen. Im Hinblick auf die Versuche und die bisherige Erfahrung wird bei Radieschen und Spinat eine Aussaat auf 2 bis 3 cm Tiefe empfohlen. Petersilie und Schwarzwurzeln sollte man nur 1 bis 2 cm tief säen." heißt es zu den dänischen Ergebnissen, wobei es allerdings zur tieferen Ablage des Radiessamens noch etwas zu sagen gibt (siehe Artikel "Radies – mal rund, mal länglich").

Saatgut sollte also nicht zu flach ausgebracht, keineswegs aber auch "vergraben" werden! Wie schnell die Auflaufquote im letzten Fall sinkt, geht aus dem steilen Abfall nahezu aller vier Kurven in Grafik 2 hervor.

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