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Der Garten − Bedeutung und Planung

Dezember 2003 Gärten sind ein Stück Natur in unserer zunehmend verstädterten Umwelt. Für Professor Dr. Tove Fjeld ist die gesellschaftliche Bedeutung von Gärten deshalb nicht hoch genug einzuschätzen. Auf dem IVG Medientag Garten 2003 in Köln wies die norwegische Wissenschaftlerin darauf hin, dass das Erleben von nur 3 Minuten natürlicher Sinneseindrücke zu einem deutlichen und nachhaltigem Abbau von umweltbedingtem Stress führt. Pflanzen lenken somit von Alltagssorgen ab und entspannen Körper, Geist und Seele – es kommt zu einem Wohlfühl-Effekt.


Nach einer Umfrage des BAT-Freizeitforschungsinstitutes in Hamburg über die regelmäßige Freizeitbeschäftigung im Jahre 2002 steht die Gartenarbeit ganz oben auf der Hitliste. Demnach entspannen sich 43 % der Bürger über 14 Jahren beim Pflanzen, Pflegen und Rasenmähen.

Gegenüber der früheren Aufgabe der Nahrungsversorgung und später auch der Repräsentation kommt dem Garten heute eine Reihe weiterer Aufgaben zu:

  • Der Garten bildet vielfach die erweiterte Wohnstube und damit einen erweiterten Lebensraum (etwa 70 % der Bürger verbringen den größten Teil ihrer Freizeit zu Hause).
  • Der Garten dient auch der Entspannung und Selbstverwirklichung. Er ermöglicht eine sinnvolle schöpferische Tätigkeit. Wir haben zwar in unserer heutigen Gesellschaft immer mehr Freizeit, aber wir müssen in der verkürzten Arbeitszeit immer mehr leisten und brauchen einen Teil der Freizeit, um uns vom Stress des Alltags zu erholen. In einer zunehmend technisierten Umwelt und einer zunehmend von der Natur gelösten Lebensweise kommt dem Umgang mit der Natur und der ausgleichenden Beschäftigung im eigenen Garten ein besonderer Wert zu.
  • Darüber hinaus bildet der Garten einen grünen Erlebnisbereich für die Kinder. Sie "begreifen" hier die Blumen und Pflanzen im eigentlichen Sinne.
  • Der Garten ist auch eine gern genutzte Begegnungstätte mit Freunden und Bekannten. Die Kontakte reichen vom Gespräch über den Gartenzaun bis zur Gartenparty.

nach obenDie Planung

Wenn Kinder aus dem Sandkasten herausgewachsen sind, lässt sich an seiner Stelle ein Gartenteich mit Sprudelstein anlegen.
© Opitz
Wenn Kinder aus dem Sandkasten herausgewachsen sind, lässt sich an seiner Stelle ein Gartenteich mit Sprudelstein anlegen.
Dem Garten kommt somit eine ganze Reihe wichtiger Funktionen zu. Dementsprechend ist er zu gestalten. Der Anpflanzung eines Gartens sollte die Planung vorausgehen. Auch bei älteren Wohn- und Vorgärten kann es sinnvoll sein, eine eventuelle Umgestaltung zu überdenken. Oft ist ihre Erneuerung zweckmäßig, um den geänderten Ansprüchen zu genügen. Wenn die Kinder nicht mehr im Garten spielen, kann an der Stelle des Sandkastens zum Beispiel ein kleiner Gartenteich mit Seerosen angelegt werden.

Für die Bepflanzung sind der Boden und die Lage zu berücksichtigen. So ist zum Beispiel für Pflanzen, die eine halbschattige Lage verlangen, wie der Rhododendron, eine volle Südlage ungeeignet und auf schweren Böden sollten Gehölze die auf sandigen Böden gedeihen, nicht gepflanzt werden. Wer seinen Garten selbst plant trägt zweckmäßigerweise alle Vorhaben in einen Lageplan ein. Da sich während der Planungszeit durchaus unterschiedliche Vorstellungen über die Gestaltung ergeben ist es sinnvoll, den Lageplan mehrfach zu kopieren, so dass man die unterschiedlichen Gestaltungs- und Bepflanzungsideen nebeneinander entwickeln kann.

nach obenDem Garten einen Rahmen geben

Hausgarten eingerahmt mit einer Doppelreihe freiwachsender Sträucher die kontrastreich durch Goldregen aufgelockert werden können.
© Opitz
Hausgarten eingerahmt mit einer Doppelreihe freiwachsender Sträucher die kontrastreich durch Goldregen aufgelockert werden können.
Goldregen
© Opitz
Goldregen
Spirea vanhouttei bis 2 m hoch werdend, in einer lockeren Grenzbepflanzung.
© Opitz
Spirea vanhouttei bis 2 m hoch werdend, in einer lockeren Grenzbepflanzung.
Bäume und Sträucher bilden das Gerüst jeder Gartengestaltung. Sie setzen wichtige Akzente bei der Raumaufteilung. Mit Hecken und Sträucherpflanzungen lässt sich der Garten in ein eigenes Reich verwandeln. Sie bieten Sichtschutz und in geringem Umfang auch Lärmschutz gegenüber den Nachbarn und dem Straßenverkehr.

Bei der Einrahmung des Gartens gilt es die richtige Auswahl zu treffen. Hier werden des öfteren entscheidende Fehler begangen. Ältere Gärten sind Beispiele dafür, dass Sträucher und Bäume in vielen Fällen planlos, in Unkenntnis über deren Größenwachstum gepflanzt wurden. Omorika- und Blaufichten, Birken und Ahornbäume ragen dann 8 m und mehr in die Höhe. Die Bäume und Sträucher sind zu groß geworden. Die unteren Astpartien sind verkahlt – der Gartenrahmen ist durchsichtig geworden. Im Schatten und infolge der Wurzelkonkurrenz finden darunter Sträucher und Stauden keine ausreichenden Wachstumsbedingungen, der Rasen wird kahl und vermoost. In vielen Fällen führen die zu groß gewordenen Bäume und Sträucher auch wegen ihres Schattenwurfs und des Laub- und Nadelfalls zu Streitigkeiten mit den Nachbarn. Darüber hinaus lassen zu hoch gewachsene Gehölze die Gartenfläche optisch kleiner erscheinen. Deshalb gilt grundsätzlich, je kleiner der Garten, um so niedriger sollte die Rahmenpflanzung mit Bäumen und Sträuchern sein.

Mit Ziergehölzen eingerahmter Garten, hier zwei Sträucher Kolkwitzia amabilis.
© Opitz
Mit Ziergehölzen eingerahmter Garten, hier zwei Sträucher Kolkwitzia amabilis.
Es gibt somit eine Reihe von Gründen für eine Gartenerneuerung und ein Entfernen zu groß gewordener Bäume sowie Sträucher. Dies kann beachtliche Kosten verursachen, die Folge falscher bzw. unterlassener Gartenplanung. Meist ist nach der Erstellung des neuen Hauses für die Planung des Gartens durch einen Gartenarchitekten kein Geld mehr vorhanden und es war in der Regel auch nicht eingeplant. Nach 20 oder mehr Jahren, wenn eine Gartenerneuerung ins Auge gefasst wird das Gespräch mit einem Gartenfachberater des Deutschen Siedlerbundes suchen. Er kann entscheiden welche älteren Bäume und Sträucher in das neue Gartenbild eingegliedert werden können und die geeigneten Gehölze und Stauden für die Neupflanzung empfehlen.

nach obenBäume und Sträucher für die Rahmenpflanzung

Bei einem Neubau lässt sich das kahle Gartenland auch mit einem Streifen Sonnenblumen einrahmen.
© Opitz
Bei einem Neubau lässt sich das kahle Gartenland auch mit einem Streifen Sonnenblumen einrahmen.
Bei kleineren Gartengrundstücken empfiehlt sich die Pflanzung von Hecken, die durch Schneiden relativ schmal gehalten werden, da diese weniger Platz beanspruchen. Hierzu wird in einer der kommenden Ausgaben dieser Zeitschrift berichtet.

Häufig wird den Pflanzen ein zu geringer Platz eingeräumt. Für eine Rahmenbepflanzung aus einzeln stehenden Ziersträuchern ist ein Streifen von mindestens 3 m Breite vorzusehen, damit sich die Sträucher gegenseitig nicht zu stark bedrängen und ihre Schönheit entfalten können. Die Sträucher werden im lockeren Verbund also jeweils "auf Lücke" gepflanzt.

Auf die in den Bundesländern unterschiedlichen Regelungen des Nachbarrechts hinsichtlich der Grenzabstände wird hingewiesen.

nach obenEine Auswahl von geeigneten Sträuchern

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Sie erhalten sie im Handel sowie im Versandhandel wie z. B. Amazon.de. Die orange-markierten Sorten führen Sie direkt zur Fundstelle bei Amazon.de.
Viel Spaß beim Gärtnern!
  • Felsenbirne (Amelanchier) in verschiedenen Arten, Blüte weiß
  • Goldregen (Laburnum) in verschiedenen Arten, Blüte gelb
  • Weißer Hartriegel
    • Cornus alba 'Sibirica' mit korallenroter Rinde
    • Cornus alba 'Spaethii', die grünen Blätter beeindrucken mit ihren gelben Rändern
  • Gewöhnliche Liguster (Ligustrum vulgare), 'Atrovirens' mit immergrünen Blättern
  • Blutjohannisbeere (Ribes sanguineum) in verschiedenen Sorten, Blüte rot
  • Kolkwitzie (Kolkwitzia amabilis) (amabilis = lieblich), mit locker überhängenden Zweigen und reicher rosa-weißer Blüte
  • Weigelie in den Sorten:
    • Weigelie 'Eva Rathke', Blüte leuchtend tiefrot
    • Weigelie 'Bokoop Glory', großblumig, satinrosa
  • Spierstrauch in den Sorten:
    • Spiraea arguta mit lockerem, feintriebigem Wuchs, Blüte weiß
    • Spiraea nipponica, breitbuschig (2,5 m), Blüte weiß
    • Spiraea vanhouttei, breitbuschig (2,5 m), Blüte weiß
  • Raue Deutzie (Deutzie scabra) 'Candissima' straff aufrechter Wuchs, Blüte in der Knospe zart rötlich später rein weiß
  • Pfeifenstrauch / Falscher Jasmin in den Sorten:
    • Philadelphus coronarius 'Erectus', straff aufrecht wachsende Triebe, sehr reich blühend, weiß
    • Philadelphus coronarius 'Schneesturm', Blüte schneeweiß und stark gefüllt
  • Schneeball (Viburnum opulus) 'Roseum', weiße, ballförmige Blüten, im Verblühen leicht rosa
  • Kordes Rose Rosa Robusta, in einer Reihe gepflanzt erzielt man einen stark bestachelten Grenzschutz. Wird bis 2 m hoch, im Frühjahr um ein Drittel zurückschneiden, öfter blühend in leuchtendem Blutrot

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In der letzten Ausgabe von Familienheim und Garten wurde über die Anlage einer lockeren Rahmenbepflanzung berichtet. Heute soll die Planung im Innenbereich des Gartens vorgestellt werden.
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Das Wort Hecke ist abgeleitet von dem germanischen Sprachbegriff Hag. Die weitere Abwandlung führte zu dem Wort Häg, welches für Behaglichkeit steht. Damit sind wir beim Thema. Mit einer geschnittenen Hecke wird bei wenig Platzbedarf eine große Dichte erreicht. Eine solche lebende Wand ist jedoch bei weitem nicht so starr wie eine Mauer oder eine Holzwand. Eine Hecke schließt das Grundstück nach außen ab und schafft auch innerhalb des Gartens abgegrenzte Bereiche. Eine genügend hohe und dichte Hecke sorgt für Sicht- und Windschutz sowie ein günstiges Kleinklima und damit für Behaglichkeit in unserem grünen Wohnzimmer.
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