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Die Herbstfärbung − ein Geschenk der Natur

Herbststimmung: Ginkgobaum
© von Esebeck
Herbststimmung: Ginkgobaum

Oktober 2003 Mit Freude und Dank nehmen wir die alljährlich wiederkehrende Laubverfärbung mit ihren Reizen wahr, obgleich sie in unseren Breiten – je nach Witterungsverlauf – sich sehr unterschiedlich auswirkt.


nach obenWechselreiches Auftreten – Witterungseinflüsse

Ursachen sind die Sonnenscheindauer sowie weitere klimatische Einwirkungen. Vorwiegend sind es die vollsonnigen Lagen, die die geschätzten Rottönungen bis zur purpurvioletten Färbung hervorrufen.

Die Beobachtung zeigt, dass Blütengehölze in ausgesprochenen Schattenlagen nur ein einfarbiges Gelb aufweisen, während bei einem sonnigen Stand die bezaubernden Farbnuancen das Gartenbild für eine Zeitlang mitbestimmen. Im Herbst, wenn die Vegetation unserer Laubgehölze sich allmählich auf die Ruhezeit vorbereitet, kommt bei manchen Gattungen und Arten die Herbstfärbung mit besonderer Intensität zum Ausdruck. Bei uns jedoch trifft sie nicht für jeden Herbst zu, da im Spätsommer der Regen einsetzt und danach oft mit Spätfrösten zu rechnen ist, die das Laub fallen lassen. Doch nach einem trockenen Herbst stellt sich regelmäßig das ersehnte Herbstkolorit ein.

nach obenGegensätzliche Vegetationszonen

Ist die Vegetation Mitteleuropas von den üblichen vier Jahreszeiten abhängig, die durch die ungleiche Sonnenscheindauer mitbestimmt wird, leben die bei uns kultivierten Bäume und Sträucher in der Nemoralen Zone, dem sommergrünen Laubwald. Im Gegensatz dazu vollzieht sich das Leben der Tropenpflanzen, die ganzjährig unter einer fast gleichen Tageslänge ihre Lebensbedingungen finden und keine differenzierten Jahreszeiten kennen.

Im Zusammenhang mit der Herbstfärbung wird gelegentlich die Bezeichnung "Indian Summer" (Nachsommer) ins Gespräch gebracht, ein Ausdruck, der sich auf den typischen Herbstschmuck großer Areale im östlichen Amerika bis südlichen Florida bezieht. Ist es in dieser Gegend der Blumen-Hartriegel (Cornus florida), der in unseren Grünanlagen gelegentlich zu finden ist und durch weiße Hochblätter in Erscheinung tritt. Verwandt ist er mit der nicht unbekannten Kornelkirsche (Cornus mas), die sich im Vorfrühling mit gelben Blüten bemerkbar macht.

Was den Blumen-Hartriegel zur Herbstzeit ins Blickfeld rückt, ist die scharlachrote Verfärbung. Die Waldungen werden dort "Dogwood-Wälder" bezeichnet. Unter der Vielzahl der Laubbäume sind einige Gehölzgattungen und Arten besonders prädestiniert. Außer dem Blumen-Hartriegel sind es der Eichenanteil und die Ahornarten; außerdem in Japan die vielfarbigen Blütenkirschen sowie die variationsfreudigen Fächer-Ahorne. Der erwähnte "Nachsommer" wirkt sich auch auf andere Länder wie Finnland, das "Land der 1.000 Seen", aus und macht in seiner Einmaligkeit der Farbenvielfalt von sich reden.

Essigbaum
© von Esebeck
Essigbaum
Heimischer Schneeball
© von Esebeck
Heimischer Schneeball

Fassadenbegrünung: Selbstklimmender Wein
© von Esebeck
Fassadenbegrünung: Selbstklimmender Wein
Wolliger Schneeball
© von Esebeck
Wolliger Schneeball
Sauerdorn-Hecke
© von Esebeck
Sauerdorn-Hecke

nach obenBreites Farbspektrum ansprechender Blütengehölze

Japanischer Fächer-Ahorn
© von Esebeck
Japanischer Fächer-Ahorn
Außer den abgebildeten Gehölzen und reizvollem Fruchtschmuck gibt es eine Anzahl Sträucher, die in den Herbstmonaten die Verfärbung noch steigern können. Sie eignen sich gerade auch für den kleineren Gartenraum, teils auch für Solitärstellung, wo sie von allen Seiten belichtet erst recht in Erscheinung treten. Die Höhen mit Älterwerden liegen zwischen 3 und 5 m. Folgende sind empfehlenswert:

  • Eisenhutblättriger Japanischer Fächer-Ahorn (Acer japonicum 'Aconitifilium'): tief fiederschnittige Blätter
  • Fächer-Ahorn (Acer palmatum), mit der rotblättrigen Form 'Atropurpureum'
  • Schlitz-Ahorn (Acer palmatum 'Dissectum')
  • Roter Blumen-Hartriegel (Cornus florida 'Rubra'): beansprucht einen freien Stand und stellt an exponierter Stelle, von Stauden umgeben, ein traumhaftes Schmuckstück dar
  • Chinesischer Hartriegel (Cornus kousa var. Chinensis 'Satomi'): Die roten blütenähnlichen Hochblätter im Juli haben einen Durchmesser von etwa 8 cm. Er fordert eine frostgeschützte Lage.
  • Sommergrüne Prachtglocke (Enkianthus campanulatus): Heidekrautgewächs in Strauchform. Bis 2 m hoch erblüht die Japanerin vor Laubentfaltung mit hellgelben bis leicht rosa Blüten in kleiner Glockenform an quirlständig angeordneten Zweigetagen. Leider noch wenig bekannt und verbreitet, aber erhältlich. Das Laub färbt sich rot bis tief scharlach zur Spätsommerzeit. Bevorzugt wird die Halbschattenlage; möglichst ein saurer Boden in Verbindung mit Immergrünen wie Rhododendren.

Zu wirkungsvollen Herbstfärbern im Gehölzsortiment zählen noch die Pfaffenhütchen (Euonymus). Verwandt mit dem heimischen Euonymus europaeus, gibt es entzückende Kleinsträucher japanischer Herkunft, die durch anhaltende Rotfärbung auch im Container kontrastreich für Herbststimmung sorgen. 1,5 m hoch, Euonymus alatus 'Compactus'. Erkennbar und auffällig die typischen Korkleisten an den Trieben. Nicht zu vergessen ist der farbige Fruchtschmuck der Gehölze, der den gefiederten Sängern als Wildfutternahrung dient.

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"Sammelplätze" - dezent japanisch

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