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Mittelfrühe Apfelsorten

Oktober 2003  


nach oben'Jamba'

Früchte der Sorte 'Jamba' auf M9 Anfang August.
© von Soosten
Früchte der Sorte 'Jamba' auf M9 Anfang August.
Diese Sorte 'Jamba' entstand um 1940 in Jork im Alten Land aus den Sorten 'James Grieve' und 'Melba', deren erste und letzte Silbe dann den Namen ergaben.

Von beiden Elternsorten stammen auch die wesentlichen Eigenschaften: Der reiche Ertrag vom 'James Grieve', die Frucht- und Blattgröße vom 'Melba'. In den letzten Tagen vor der Pflückreife färben sich die Früchte in ein verwaschenes Rot, manchmal etwas gestreift. Auf der Schattenseite hellt die grüne Grundfarbe mit der Pflückreife auf. Zu diesem Zeitpunkt beginnen auch die Kerne braun zu werden. Das kann je nach Landschaft in den letzten Augusttagen oder Anfang September sein. Mit zunehmender Reife wird das Fruchtfleisch lockerer.

Die Haltbarkeit ist recht begrenzt. Es ist ein Apfel für den baldigen Verbrauch. Auf der Unterlage M9 lässt sich leicht ein mittebetonter Spindelbaum aufbauen. Der anfänglich stärkere Wuchs wird durch den früh einsetzenden Ertrag gebremst. Die großen Früchte bringen das Seitenholz sehr bald in die Waagerechte. Auf stärkeren Unterlagen muss man durch Binden und Abhängen nachhelfen. Der Schnitt erfordert keine besondere Aufmerksamkeit, wenn bei der Pflanzung ein Baum mit gut verteiltem Seitenholz verwendet wurde. Aufpassen sollte man mit der Regulierung des Fruchtbehanges. Die Ausdünnung sollte frühzeitig vorgenommen werden. In trockenen Jahren können Schäden durch Vögel entstehen.

Außer zur Stippe ist keine besondere Neigung zu Krankheiten und Schädlingen zu nennen.

nach oben'Delbardestivale' auch 'Delbard Estivale' oder 'Delcorf'

'Delbardestivale', ebenfalls Anfang August. Freihängende Früchte haben bereits eine gute Färbung.
© von Soosten
'Delbardestivale', ebenfalls Anfang August. Freihängende Früchte haben bereits eine gute Färbung.
Eine in der Baumschule Delbard in Malcorne, Frankreich, entstandene Sorte, deren Eltern 'Golden Delicious' und 'Stark Jongrimes' sind. Diese Sorte unterscheidet sich beachtlich von anderen der gleichen Reifegruppe. Die ersten meist gut gefärbten Früchte schmecken bereits bei der Pflücke, die spätere Pflücke kann als mittelfrühe Sorte bis Oktober gelagert werden. Das Fruchtfleisch ist fest bis sehr fest, bleibt lange saftig und hat ein ausgewogenes Aroma-Zucker-Säure-Verhältnis. Stippe ist nicht bekannt.

Neben diesen guten Eigenschaften sind aber auch nachteilige zu nennen: Eine ausgeprägte Neigung zu Alternanz und der Ertrag kommt an den anderer Sorten der gleichen Reifegruppe nicht heran. Um alle guten Eigenschaften auszunutzen, wird mehrmals durchzupflücken sein, denn die Früchte sollten bei der Ernte eine rote Wange haben. Als Unterlagen kommen nur schwach- und sehr schwachwachsende infrage. Beim Kronenaufbau sollte man besonders in Jahren schwachen Behanges aufpassen: Der Baum neigt zum senkrechten Holz, an dem dann die Fruchtgröße nachlässt. Eine besondere Eigenschaft dieser Sorte ist die Neigung zu Mutationen, das sind sprunghafte Veränderungen im Erscheinungsbild.

'Ambassy' ist die vielversprechende rote Mutante von 'Delbardestivale'.
© von Soosten
'Ambassy' ist die vielversprechende rote Mutante von 'Delbardestivale'.
Etwa ein Dutzend Namen bringen gelegentlich Unsicherheit, bestimmt aber die Frage nach der besten Variante. 'Ambassy' gilt als deutlich besser ausgefärbt und ist zur Zeit sehr beliebt. Bei den anderen reicht die Ausfärbung nicht um sie wirklich ernstzunehmen. 'Celeste' brachte in Vergleichen nur geringfügig bessere Farbwerte, bei anderen ergaben Chimären (Wechsel von gefärbten und ungefärbten Streifen) ungleichmäßiges Bild ('Nicolai' und 'Eversdijk').

Im fortgeschrittenen Vollertrag werden die Früchte zunehmend kleiner und die Ausfärbung lässt nach. Daher setze man die Lebensdauer nicht zu lang an. Eine empfehlenswerte Sorte für jemanden, dem die Pflege des Obstes ein Anliegen bedeutet.

Interessiert an den vorgestellten Sorten?

Sie erhalten sie im Handel sowie im Versandhandel wie z. B. Amazon.de. Die orange-markierten Sorten führen Sie direkt zur Fundstelle bei Amazon.de.
Viel Spaß beim Gärtnern!

nach oben'Piros'

Eine wertvolle Neuerung im Sortiment der mittelfrühen Sorten ist 'Piros'.
© von Soosten
Eine wertvolle Neuerung im Sortiment der mittelfrühen Sorten ist 'Piros'.
'Piros' entstand im Institut für Obstforschung in Dresden-Pillnitz aus den Elternsorten 'Helios' und 'Apollo'. Es handelt sich um eine Herbstsorte mit einer ungewöhnlichen weißlichgelben Grundfarbe, leicht gestreift oder gesprenkelt mit hellem Rot. Die mittelgroßen bis großen Früchte sind saftig, süßsäuerlich und aromatisch. Das Fruchtfleisch ist locker, daher kommt eine Lagerung nur begrenzt infrage. Gepflückt wird Anfang August.

Der Baum wächst anfänglich mittelstark und baut eine lockere Krone auf. Der Ertrag setzt etwas später ein als bei Vergleichssorten, ist dann aber konstant und reichlich. Die Früchte hängen einzeln und brauchen nicht ausgedünnt zu werden. Gelegentlich wird über Schaden durch Blütenfrost berichtet. Diese Sorte hat sich in kurzer Zeit einen Platz in vielen namhaften Baumschulen erobert, daraus kann auf rege Nachfrage geschlossen werden.

nach oben'Summerred'

Gutgefärbte Früchte des 'Summerred'
© von Soosten
Gutgefärbte Früchte des 'Summerred'
Diese Herbstsorte hat zwei Jahrzehnte lang dominiert und alte Sorten wie 'James Grieve' und 'Gravensteiner' verdrängt. Heute gerät sie selbst in den Hintergrund.

Sie entstand um 1965 in Summerland, Kanada, aus einer freien Abblüte eines Sämlings von 'Mclntosh' × 'Golden Delicious'. Der Wuchs dieser Sorte ist nur mittelstark. Daher muss mit einem gezielten Schnitt und gegebenenfalls mit Ausdünnung für ausreichende Fruchtgröße gesorgt werden. So lässt sich auch die Neigung zur Alternanz reduzieren. Die Früchte sind länglich, flächig karminrot gefärbt und haben einen frischen aromatischen Geschmack.

Gepflückt wird Mitte August, dann braucht diese Sorte ein paar Tage zum Nachreifen.

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Züchterischer Fleiß brachte eine Vielfalt an frühjahrsblühenden Krokussen hervor. Blühfaule Sorten graben Sie alle vier bis fünf Jahre aus, sobald sie eingezogen haben. Trocknen lassen und im Oktober an einer anderen Stelle erneut einpflanzen.
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