Inhalt
Ihre Sucheingabe:

Sie befinden sich hier: Pflanzen > Gemüse > Gemüse - Pflanzenschutz > Brokkoli mit hohlen Strünken
← vorheriger BeitragSchwächeparasiten
nächster Beitrag → Korkwurzelkrankheit

Brokkoli mit hohlen Strünken

Aus Gründen der "Qualitäts-Einhaltung" werden hier hohlstrunkige Brokkoli-Köpfe vom Verkauf ausgeschlossen.
Aus Gründen der "Qualitäts-Einhaltung" werden hier hohlstrunkige Brokkoli-Köpfe vom Verkauf ausgeschlossen.

März 2000 Hohlstrunkiger Brokkoli – "det is ja lange noch keen Beenbruch", auch wenn er, wie hier in einem Erwerbsgemüsebaubetrieb aus Gründen der Marktansprüche nach "makelloser" Ware, auf der "Kippe" landet. Er lässt sich normalerweise mit "kleinen Ausschnitten" gut verwerten. Dennoch gibt er zu Fragen Anlass: Warum präsentiert er sich so, wodurch wird ein solches Erscheinungsbild verursacht?


Man geht davon aus, dass dieses Symptom überwiegend physiologischer Natur ist. Es entsteht bei hohen Temperaturen, reichlichem Stickstoffangebot und als Folge dicker Strünke (oft z. B. Folge zu großer Pflanzabstände). Hier und dort wird es ähnlich auch durch Bor-Mangel verursacht. Die unzureichende Versorgung mit diesem Spurenelement äußert sich in glasigen, vorwiegend dunkelbraunen Partien ebenfalls mit länglicher Hohlraumbildung.

Die Abhängigkeit des Anteils hohler Strünke von der Stickstoffdüngung. Sie wird durch die rote Linie und die rechte rote Skala zum Ausdruck gebracht. (Nach GuF 23/1995)
Die Abhängigkeit des Anteils hohler Strünke von der Stickstoffdüngung. Sie wird durch die rote Linie und die rechte rote Skala zum Ausdruck gebracht. (Nach GuF 23/1995)
Inwieweit die zum ertraglich zufriedenstellenden Gedeihen der Pflanzen erforderliche Stickstoff(N)-Düngung (ggf. plus pflanzengenutztem N-Bodenvorrats-Anteil) zur Entstehung des Schadbildes beiträgt, deutet das holländische Versuchsergebnis der Sorte 'Emperor' an. Ein ähnlicher Verlauf der Kurve ergab sich bei 'Marathon', die Parallel-Darstellung unterbleibt zugunsten der Übersichtlichkeit.

Die geringste Stickstoffgabe in der Versuchsreihe a (sie entspräche 50 g/m² eines blauen "Voll"-Düngers (1‌) oder ungefähr 1,2 kg Stallmist (2‌) /m² und führte zum niedrigsten Ertrag) zeigt bei nur 1 % der Pflanzen einen Befall durch Hohlstrunkigkeit, die höchste Dosis in der Versuchsreihe d (entsprechend 237 g/m² "Voll"-Dünger oder 5,7 kg/m² Stallmist bzw. gemäß der Aufteilung im Versuch in Grund- und Kopfdünger zum Beispiel 1,2 kg Stallmist + 187 g "Voll"-Dünger; Höchst-Ertrag) hingegen bei 21 % der Gewächse.

Wenn also üblicher- und notwendigerweise für die Brokkoli-Kultur etwa 60 bis 80 g eines Volldüngers vor der Pflanzung und später noch eine bis zwei Gabe(n) über den Kopf von je etwa 30 bis 40 g/m² des selben Düngemittels empfohlen werden – was bei zwei Nachdüngungen im Mittel ungefähr der Menge b in der Darstellung gleich käme – dann wird es meistens nicht ausbleiben, dass bei der jetzigen Veranlagung des Brokkolis diese Erscheinung öfter in den Strünken sichtbar sein wird. Allerdings gibt es Sorten- und Standortunterschiede. Denken Sie aber daran: Stickstoff ist nur einer von mehreren möglichen Schadbildverursachern.

Wie gesagt, ein "Beinbruch" sind solche hohlen Stengelkörper zumindest im Hausgarten nicht. (Unter Berücksichtigung ihres Stickstoffgehaltes aus der breiten Offertenpalette ist jedem natürlich die Wahl anderer Düngerarten als die hier genannten freigestellt).


(1‌) 12 % Stickstoffanteil
(2‌) im Mittel 0,5 % Stickstoffanteil

← vorheriger BeitragSchwächeparasiten
nächster Beitrag → Korkwurzelkrankheit
Rote Bete ‘Chioggia’ sind nicht nur gesund, sondern auch dekorativ.
Superfood: 1. Regionales Gemüse
Köstliche Tomaten: Üppige Ernte dank guter Pflege.
Pflegekurs für Gemüse
Der große Erntesegen

Schlagworte dieser Seite:

Brokkoli, Hohlstrünkigkeit

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um alle Artikel mit diesem Schlagwort anzuzeigen.

Bitte melden Sie den Kommentar nur, wenn er andere Menschen beleidigt, beschimpft oder diskriminiert, oder Äußerungen enthält, die Gesetze verletzen (beispielsweise zu einer Straftat aufrufen).

Diesen Artikel kommentieren (0)

Ihr Kommentar


Datenschutz | Impressum | Kontakt
Die Website enthält Bilder von www.pixelio.de

Familienheim und Garten Verlagsgesellschaft mbH

Copyright

Familienheim und Garten
Verlagsgesellschaft mbH
Bonn, 2019

Entwicklung/Realisierung

MultimedaConcept, Bonn
Kennedyalle 17, 53175 Bonn
office@mmcm.de
www.mmcm.de