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Pflegeleichte Gärten …?

… nur etwas für Alte, Gebrechliche oder Faulenzer?
… oder erholsames Gärtnern und sinnvoller Umgang mit Natur und Umwelt?


September 2003 Unkrautjäten und Hacken in Nutzgarten- und Ziergartenbeeten ist aufwendig und mühsam.


nach obenDas Unkraut

Mit Stroh gemulchtes Erdbeerbeet. Diese Mulchschicht verhindert nicht nur das Auflaufen (Keimen) von Unkräutern, sondern sorgt auch dafür, dass die Früchte trocken bleiben und nicht mit Erde verschmutzen.
Mit Stroh gemulchtes Erdbeerbeet. Diese Mulchschicht verhindert nicht nur das Auflaufen (Keimen) von Unkräutern, sondern sorgt auch dafür, dass die Früchte trocken bleiben und nicht mit Erde verschmutzen.
Hacken und Jäten der Nutzgartenbeete kann bei den meisten Kulturen entfallen, wenn entsprechend gemulcht wird. Je nach Pflanzenart und Kulturdauer bieten sich die unterschiedlichsten Mulchmaterialien an: Rasenschnitt (angeheut), Ernterückstände, Stroh, Rindenhumus, Laub u. s. w. So verringert man nicht nur den Pflegeaufwand für die Kulturen, sondern führt dem Boden wertvolle organische Substanzen zu, was die Bodenfruchtbarkeit und Bodengare insgesamt fördert.

Sauberkeit auf freien Nutzgartenflächen ist wichtig, damit sich Samenunkräuter nicht zu sehr vermehren können. Doch ist das sehr arbeitsintensiv und mühevoll. Im Laufe des Jahres freiwerdende Nutzgartenflächen, die nicht neu bestellt werden, lassen sich sehr gut unkrautfrei halten, wenn sie mit Gründüngungspflanzen eingesät werden. Diese unterdrücken nicht nur den Unkrautbewuchs und holen mit ihren Wurzeln Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten zurück, sondern liefern wertvolle organische Masse zur Versorgung des Bodens mit Humusstoffen für eine gute Krümelstruktur.

nach obenWechselflorbeete

Wechselflorbeete sind immer ein schöner Blickfang und müssen nicht viel Arbeit verursachen, wenn man die Sache richtig angeht.
Wechselflorbeete sind immer ein schöner Blickfang und müssen nicht viel Arbeit verursachen, wenn man die Sache richtig angeht.
Wechselflorbeete sind beinah ganzjährig leuchtende Farbtupfer in den Gärten. Doch viele Gartenbesitzer verzichten auf diese attraktiven Blickpunkte aus Scheu vor dem Arbeitsaufwand mit diesen Kulturen. Das ist auch zu verstehen, wenn man sieht wie dabei vorgegangen wird. Zuerst wird der ausgediente Frühjahrsflor entfernt und zum Kompost oder in die Biotonne gepackt, dann gegraben, der Dünger eingearbeitet und der neue Flor gepflanzt. Den Sommer über wird dann regelmäßig gehackt, gejätet und gegossen. Im Herbst ist es dann wieder soweit, der unansehnlich gewordene Sommerflor wird entfernt und abtransportiert, der Boden gelockert und für das Frühjahr vorbereitet; evtl. bereits der neue Frühjahrsflor gepflanzt.

So können Sie sich die Sache erleichtern

Die auszuwechselnde Frühjahrsbepflanzung mit dem Spaten oder einer Hacke gut zerkleinern, anschließend in die oberen 10 bis 15 cm des Bodens einarbeiten und die Fläche glattharken. Dann den Sommerflor pflanzen, einen leicht stickstoffbetonten, organischen Dünger dazwischen streuen und die Fläche mit Rindenhumus (kompostierte Rinde) abdecken. In der Anfangszeit kann bei Bedarf mit einem guten Flüssigdünger eine Starthilfe gegeben werden. Im Herbst wird auf die gleiche Weise verfahren (nur auf die Flüssigdüngung sollte verzichtet werden!) und sofort die Stiefmütterchen für das Frühjahr gepflanzt. Auf diese Weise ersparen Sie sich viele Arbeitsgänge, fördern die Bodenfruchtbarkeit (was sich bei den Pflanzen durch hervorragenden Wuchs und Blühwilligkeit bemerkbar macht), die Pflanzen müssen weniger gegossen werden und das Unkrautjäten entfällt ganz.

nach obenHerbstlaub

Die Herbstzeit ist für sehr viele Gartenbesitzer "Stresszeit"! Die raschelnde Pracht wird mit Akribie von allen Gartenflächen entfernt. Ob motorisiert oder manuell – Hauptsache sauber! Was machen Sie mit dem Herbstlaub? Kompostieren, Biotonne, Sammelbox(-stelle) der Gemeinde?

Würden Sie im Wald Laub fegen? Spielen Sie doch einmal Natur!

Laub nur in den Bereichen entfernen, wo es zur Gefahr wird oder zu Problemen führen kann (Wege, Plätze, Kanalisation, Dachentwässerung, Rasenflächen usw.). In den Gehölzpflanzungen oder Staudenbeeten stört es nicht und bildet zudem eine wertvolle Schutzschicht für Pflanzen, bietet Winterschutz für Nützlinge und sorgt für die Bodenfruchtbarkeit. Außerdem wird das Keimen von Unkrautsamen verhindert. Auf Flächen, auf denen das Laub nicht gut liegen bleibt, kann es durchaus in die obere Bodenkrume eingearbeitet werden. Es verrottet schneller, wenn Sie einen organischen Stickstoffdünger dazugeben. Laubsauger und ähnliche Geräte sind also völlig überflüssig!

Pflanzflächen, die mit Kieseln und anderen Steinen belegt sind, sehen nicht nur unnatürlich aus, sondern benötigen immer sehr viel Pflege. Angewehter Staub setzt sich zwischen die Steinchen und gewährleistet so das Keimen angewehter Unkrautsamen. Außerdem verunreinigen abfallende Pflanzenteile (z.B. Blütenblätter) und Herbstlaub derart, dass ständiger Handlungsbedarf besteht. Wie pflegeleicht wäre die gleiche Fläche, hätte man sie mit Rindenmulch oder Dekor-Rinde abgemulcht. Einfach nachmulchen - und die Arbeit wäre getan!
Pflanzflächen, die mit Kieseln und anderen Steinen belegt sind, sehen nicht nur unnatürlich aus, sondern benötigen immer sehr viel Pflege. Angewehter Staub setzt sich zwischen die Steinchen und gewährleistet so das Keimen angewehter Unkrautsamen. Außerdem verunreinigen abfallende Pflanzenteile (z.B. Blütenblätter) und Herbstlaub derart, dass ständiger Handlungsbedarf besteht. Wie pflegeleicht wäre die gleiche Fläche, hätte man sie mit Rindenmulch oder Dekor-Rinde abgemulcht. Einfach nachmulchen - und die Arbeit wäre getan!

nach obenGehölzpflanzungen

Erleichtern und verringern Sie sich die Arbeiten in Ihren Gehölzpflanzungen.

Kombinieren Sie Gehölze immer mit winterharten Blütenstauden und mulchen die freien Flächen dazwischen ab. Das sieht nicht nur gut aus und bringt Abwechslung in den Garten, sondern hat auch viele andere Vorteile. So entfallen nicht nur das Jäten und die Bodenbearbeitung, sondern in vielen Jahren auch das zusätzliche Gießen. Bedenken müssen Sie nur, dass manche Mulchmaterialien zu einer leichten Stickstofffixierung führen können. Dieser kann, wenn erforderlich, mit einer zusätzlichen Stickstoffgabe entgegengewirkt werden.

nach obenSichtschutz- und Einfriedungshecken

Einfriedungshecken haben nicht nur den Nachteil, dass sie regelmäßig geschnitten werden müssen, sondern verändern auch das Kleinklima eines Gartens negativ und können zu Nachbarschaftsstreitigkeiten führen. Neben der Beschattung des eigenen wie auch des Nachbargrundstücks, verhindern sie ein schnelles Abtrocknen der Pflanzen nach Niederschlägen und bei Taufeuchtigkeit, was zu erhöhtem Pilzkrankheitsbefall der Kulturpflanzen führt.
Einfriedungshecken haben nicht nur den Nachteil, dass sie regelmäßig geschnitten werden müssen, sondern verändern auch das Kleinklima eines Gartens negativ und können zu Nachbarschaftsstreitigkeiten führen. Neben der Beschattung des eigenen wie auch des Nachbargrundstücks, verhindern sie ein schnelles Abtrocknen der Pflanzen nach Niederschlägen und bei Taufeuchtigkeit, was zu erhöhtem Pilzkrankheitsbefall der Kulturpflanzen führt.
Hecken sind, neben ihrem monotonen Erscheinungsbild, im allgemeinen sehr schnittintensiv (mindestens ein, meistens aber zwei Schnitte pro Jahr), so sie ihrer Funktion gerecht werden sollen. Außerdem verschlechtern sie, je nach Höhe, ganz entscheidend das Kleinklima eines Gartens, sodass durch eine höhere Luft- und länger anhaltende Taufeuchtigkeit der Pilzkrankheitsbefall stark zunimmt.

Gemischte Abpflanzungen aus verschiedenen Gehölzarten, kombiniert mit winterharten Blütenstauden und Wechselflor, erfüllen den gleichen Zweck. Sie sind aber abwechslungsreicher und bieten den unterschiedlichsten Tier- und Insektenarten Nahrung und Unterschlupf. Außerdem sind diese Gehölze weniger schnittintensiv, da sie meist nur alle zwei bis drei Jahre etwas ausgelichtet werden müssen. Nicht zu unterschätzen ist die positive Beeinflussung des Kleinklimas, da die Luftzirkulation meist weniger beeinträchtigt wird.

Johannes Treiling
Gartenfachberater des Siedlerbundes Westfalen-Lippe

Lesen Sie auch:
Pflegeleichte Gärten …? August 2003
Es ist schon sehr erstaunlich, welchen Stress sich viele Gartenbesitzer angedeihen lassen, um ihren grünen Bereich "in Ordnung" zu halten.
Pflegeleichte Gärten …? Oktober 2003
Pflegeleichte Tipps zu
  • Steinbeete, Kieswege und Kiesstreifen an Hauswänden
  • Wege und Terrassen
  • Sonstige Kulturarbeiten

Fazit

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Deko-Tipp: Blätterkugeln
Bastelei mit bunten Herbstblättern
Bild 1: Gewöhnlicher Schneeball
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Schlagworte dieser Seite:

Einfriedungshecken, Gehölzplanzung, Gründüngung, Herbstlaub, Pflegeleichte Gärten, Sichtschutzhecken, Unkraut, Wechselflorbeet

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