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Früchte des Gemüsegartens

„Trittbrettfahrer“ unter den Früchtchen: Pflücksalat (rot; unter der Erdbeere/Tomate), Radieschen, Kohlrabi und Petersilie (rechts im Bild) gehören im botanischen Sinne nicht dazu.
© Titze
„Trittbrettfahrer“ unter den Früchtchen: Pflücksalat (rot; unter der Erdbeere/Tomate), Radieschen, Kohlrabi und Petersilie (rechts im Bild) gehören im botanischen Sinne nicht dazu.

September 2003 "Die Früchte meines Gartens" – eine gängige Redensart, die meistens all das meint, was ernt- und essbar ist (siehe Foto). So weitgespannt ist sie aber falsch. Andererseits "greift" der gemeinhin gebrauchte Begriff Fruchtgemüse meistens "zu kurz", denn er umfasst üblicherweise nur die Beeren (s. u.).


Unter einer Frucht versteht man botanisch etwas ganz Bestimmtes, nämlich das nach der Befruchtung aus dem Fruchtknoten* der Blüte (zuweilen unter Mitwirkung auch anderer Blütenteile) gebildete Organ, das die oder den Samen bis zur Reife schützend umschließt und dann zu deren Verbreitung dient. Dabei kann die Fruchtknotenwand saftig oder trocken sein. Dementsprechend ist auch von Saft- und Trockenfrüchten die Rede.

Gut sichtbar der unterständige Fruchtknoten bei Gurken- und Kürbispflanzen. Die mittel- und oberständigen bei anderen Arten befinden sich in den Blüten und sind hier in der Darstellung rot gekennzeichnet.
© Titze
Gut sichtbar der unterständige Fruchtknoten bei Gurken- und Kürbispflanzen. Die mittel- und oberständigen bei anderen Arten befinden sich in den Blüten und sind hier in der Darstellung rot gekennzeichnet.

nach obenSaftfrüchte

Die Saftfrüchte sind fleischig, mehr oder weniger leuchtend gefärbt und wohlschmeckend. Zu ihnen zählen u. a. die Beeren. Und das sind im Gemüsegarten – für die Leser/innen möglicherweise etwas befremdlich – die Kürbisarten, Gurken, Melonen (allesamt wegen ihrer lederartigen und zum Teil sehr harten Außenhaut gelegentlich auch Panzerbeeren genannt), Tomaten, Paprika, Auberginen, Andenbeeren (Kapstachelbeeren) und Pepinos.

Nicht so die vielfach in diesen Gartenteil einbezogene Erdbeere: 1. rechnet man sie dem Obst zu, 2. ist sie keine Beere, sondern eine Sammel(nuss)frucht, die auf ihrer roten, fleischigen, leckeren "Geschwulst" (Achse) leicht eingesenkte kleine "Kerne", Einzelfrüchte = Nüsschen, trägt.

Beeren gehören zu den Schließfrüchten, die sich in der "freien Natur" als ganze Frucht von der Pflanze ablösen und auch so verbreitet werden.

nach obenTrockenfrüchte

Der "Gattung" der Schließfrüchte steht im Gemüsegarten jene der Streufrüchte (Öffnungsfrüchte) gegenüber. Das sind Trockenfrüchte, die sich bei Reife öffnen und die Samen einzeln entlassen. Zu ihnen zählen neben anderen die Hülsen (aus einem Fruchtblatt entstehend; keine Schoten!), wie Erbsen, Bohnen, Soja- und Puffbohnen (= Hülsenfrüchte) und die Schoten (sie gehen im Gegensatz zur Hülse aus zwei Fruchtblättern hervor). Schotenfrüchte gibt's gewöhnlich nicht in unseren Gärten, es sei denn, man isst z. B. die grünen des(r) japanischen Rattenschwanz-Rettichs(-Würze) oder – wie in Teilen Asiens – die des Radieschens.

Beim Zuckermais erwächst das Erntegut aus dem Blütenstand Kolben (= Ähre mit fleischig verdickter Achse) und wird bis zum Verbrauch so benannt. Auf ihm stellt jedes Einzelkorn eine Frucht dar.

Es gibt noch weitere Frucht-"Gattungen". Aber die hier genannten umfassen bereits die einigermaßen vollständige Palette der "richtigen" Früchte aus hiesigen Gemüsegärten.


*) dem samenbildenden Teil des weiblichen Fortpflanzungsorgans

Schlagworte dieser Seite:

Frucht, Saftfrucht, Schließfrucht, Streufrucht, Trockenfrucht

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