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Gründüngung vor Obstpflanzungen

September 2003 In der zweiten Hälfte des Sommers räumen Gemüse und Erdbeeren, aber auch Strauchbeeren das Land und es stellt sich die Frage, ob eine Gründüngung sinnvoll ist. Um die Frage zu beantworten, führe man sich die Bedeutung der Gründüngung für die Bodenfruchtbarkeit und die Pflanzenernährung vor Augen:


nach obenVorteile der Gründüngung

  • Auflockerung und Durchwurzelung des Bodens und damit Verbesserung der Bodenstruktur.
  • Vermehrung und Stabilisierung des Porenvolumens. Das bedeutet die Verbesserung der Durchlüftung und der Dränage.
  • Durch die Zersetzung der Grünmasse wird die biologische Aktivität erhöht.
  • Das Zusammenwirken von biologischer Aktivität und des verbesserten Porenvolumens erhöht die Wasserhaltekraft.
  • Gründüngung vermindert die Nährstoffauswaschung.
  • Das Wurzelwerk mobilisiert Nährstoffe im Untergrund und führt sie zurück in die Oberkrume.
  • Bei Einsaat von Leguminosen positive Stickstoffbilanz.
  • Verbesserung des Humushaushalts.
  • Verminderung und Unterdrückung von Unkräutern durch Lichtentzug.

Diesen Vorteilen stehen nur wenige bedeutungslose Argumente entgegen, wenn man von der ausfallenden Nutzung absieht.

nach obenFür Gründüngung geeignete Pflanzen

Blick auf einen Versuch zum Vergleich verschiedener Gründüngerarten nach Erdbeeren: Vorn Ackersenf, Phacelia und Tagetes, dahinter Ölrettich, Lupinen und Winterraps.
© von Soosten
Blick auf einen Versuch zum Vergleich verschiedener Gründüngerarten nach Erdbeeren: Vorn Ackersenf, Phacelia und Tagetes, dahinter Ölrettich, Lupinen und Winterraps.
Es stellt sich vielmehr die Frage nach den Vorteilen der infrage kommenden Pflanzenart. Da es aus dem Gartenbereich keine Versuchsergebnisse gibt, greifen wir auf die der Landwirtschaft zurück.

Der im Spätsommer verwendete Ackersenf bringt nur geringe Grünmasse. Sein Vorteil liegt darin, dass er über Winter erfriert und dann leicht einzuarbeiten ist.

Sommerraps bringt etwa die doppelte Leistung, es ist aber nicht sicher, ob er erfriert. Kritisch, wenn evtl. Kohlarten zwischen den Gehölzen gepflanzt werden sollen. Das trifft für alle Kreuzblütler zu.

Phacelia wird sehr gut bewertet, braucht allerdings viel Wärme für ausreichend Grünmasseentwicklung. Kommt daher nicht für alle Regionen infrage.

Ausgewählte Wurzelbilder dieses Versuchs um die unterschiedliche Wurzelmasse zu zeigen. Aufgenommen in der Versuchs- und Beratungsstation für Obst und Gemüse in Langförden.
© von Soosten
Ausgewählte Wurzelbilder dieses Versuchs um die unterschiedliche Wurzelmasse zu zeigen. Aufgenommen in der Versuchs- und Beratungsstation für Obst und Gemüse in Langförden.
Sonnenblumen, das altbekannte Landsberger Gemenge und das Welsche Weidelgras bringen Spitzenwerte, sind allerdings im Folgejahr schwer einzuarbeiten. Sie können das Fünffache gegenüber dem Ackersenf an Grünmasse bringen.

An dieser Stelle soll auf die Studentenblume (Tagetes) hingewiesen werden, die besonders zur Vorbereitung einer Erdbeerpflanzung geeignet ist. Ihr Wert liegt nicht in der Grünmasse allein, sondern in einer noch nicht begründbaren Verbesserung des Pflanzenwachstums und bei entsprechender Aussaat in der Verminderung von freilebenden Älchen. Hierüber ist bereits ausführlich berichtet worden.

Die Leistung wird im wesentlichen durch den Aussaattermin und die Witterung in den darauffolgenden Wochen bestimmt. So kann die Leistung bei Aussaat Mitte August bis Ende September auf 25 % sinken. Je früher also ausgesät wird, desto höher die Wachstumsleistung. Ein anderer Gesichtspunkt ist die Durchwurzelungstiefe. Hier zählen Sonnenblume, Raps, Phacelia und Ölrettich zu den Wertvollen, während Gräser länger brauchen, um in größere Tiefen vorzudringen.

nach obenNährstoffe werden nach und nach freigesetzt

Die Gründüngung zerfällt nach der Einarbeitung in einen schnell zersetzbaren Anteil und einen langsam zersetzbaren Anteil. Ersterer gibt die aufgenommenen Nährstoffe schnell wieder frei, beim letzteren kann es wesentlich länger dauern. Als Vergleich seien hier die feinen Gräser und die festen Teile einer Sonnenblume genannt, deren Nährstoffrückführung sicher mehrere Monate in Anspruch nimmt.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass eine Gründüngung absolute Vorteile hat. Je nach Aussaatzeitpunkt und Ziel können unterschiedliche Arten oder deren Gemische verwendet werden. Zu beachten ist, dass die Grünmasse im Frühjahr eingearbeitet werden muss. Unter Umständen kann eine Startdüngung sinnvoll sein. Dabei sind kleine Mengen empfehlenswert.

Gartenspaß statt Schneckenfraß
Meist werden Mäher oder Rasentraktoren mittels Mulchkit oder einfach nur mit einem Stopfen im Auswurfkanal zum Mulchen umgerüstet. Eventuell muss aber auch ein spezielles Messer eingebaut werden, das in der Lage ist, hochgewirbeltes Rasenschnittgut mehrfach klein zu schneiden.
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Ackersenf, Düngung, Gründüngung, Landsberger Gemenge, Phacelia, Sommerraps, Sonnenblume, Studentenblume, Welsche Weidelgras

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