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Pflegeleichte Gärten …?

… nur etwas für Alte, Gebrechliche oder Faulenzer?
… oder erholsames Gärtnern und sinnvoller Umgang mit Natur und Umwelt?


August 2003 Es ist schon sehr erstaunlich, welchen Stress sich viele Gartenbesitzer angedeihen lassen, um ihren grünen Bereich "in Ordnung" zu halten.


Unwillkürlich drängen sich die Fragen auf: "Handelt es sich noch um die erholsame Tätigkeit als Ausgleich zum beruflichen Alltag? Ist es noch das beliebte Hobby des Gärtnerns? Bleibt bei aller Geschäftigkeit noch Zeit zum Sehen, Beobachten, Riechen, Hören und Staunen? Ist es noch der wertvolle Kontakt zur Natur? Oder ist es bereits die bedingungslose Unterwerfung unter den Sachzwang Garten, nach dem Motto: "Das muss auch noch gemacht werden! Da liegt ja schon wieder Laub! Der Rasen muss auch wieder gemäht werden! Wenn alles so gut wachsen würde wie das Unkraut!".

Sehr schnell erkennt der geplagte Gartenbesitzer, dass Gartenarbeit mühevoll und schweißtreibend ist. Egal! Da muss man durch! Der Garten soll schließlich gut aussehen, gepflegt, ordentlich und sauber sein!

Doch was sieht gut aus, was ist gepflegt, ordentlich und sauber? Niemand hinterfragt diese Begriffe oder stellt diese allgemeinen Floskeln in Frage! Nein, man sehnt sich nur nach Erleichterung! Wer kennt sie nicht, die Begriffe aus der Werbung oder der Technik, die uns ein bequemes, geregeltes, ordentliches Leben verheißen!? Die Industrie und der Gartenhandel "helfen" uns gern. Alles ist bedienungsfreundlich, leicht anwendbar, pflegeleicht, ohne Arbeitsaufwand und wir sind dankbar, dass es so etwas gibt, egal was es kostet!

Wir rüsten auf, wollen wir doch einmal sehen, ob wir das nicht in den Griff kriegen!:
  • Rasenmäher mit extra großem Fangsack – weniger oft entleeren müssen;
  • Rasenmäher mit Mulchvorrichtung – endlich kein Ärger mit dem Rasenschnitt;
  • und wenn er dann noch selbst fährt oder man Aufsitzen kann …!
  • Rasentrimmer, Kantenschneider, Kantenstecher
  • Laubsauger mit und ohne Schreddervorrichtung – zum Blasen oder Saugen – einfach genial!
  • Moosvernichter
  • Unkrautvernichter für den Rasen und andere Flächen
  • Spezialdünger nur für Rosen, Erdbeeren, Rhododendron usw.
  • Komposter mit und ohne "Wärmedämmung".
Diese Liste ließe sich beinahe endlos fortsetzen.

Dankbar stürzen sich die Gartenbesitzer, ob jung oder alt, auf die Technik und die vielen Hilfsmittel, in der Hoffnung, von der Gartenarbeit entlastet zu werden. Doch der Erfolg hält sich in Grenzen. Man stellt fest, dass, oberflächlich betrachtet, einige Erleichterungen zu verzeichnen sind, aber grundlegend hat sich nichts geändert!

nach obenWas ist zu tun, damit aus der Gartenarbeit nicht Stress und aus dem Stress letztendlich nicht Frust wird?

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, "was ordentlich oder unordentlich ist", "welche Maßnahmen wirklich wichtig und welche unwichtig sind", "welche Geräte, in welcher Ausstattung, nötig sind"?

Lassen Sie uns verschiedene Bereiche und Tätigkeiten in unseren Gärten aufgreifen und unter den Gesichtspunkten des Arbeits- und Materialaufwands betrachten:

nach obenIntensive oder extensive Grünfläche?

Prüfen Sie doch einmal, wieviel Quadratmeter intensiv gepflegte Rasenfläche für Spiel- und Sportaktivitäten, als Liegefläche oder Partyfläche wirklich benötigt werden!

Was spricht dagegen, die nicht intensiv genutzte Grünfläche als Blumenwiese oder extensive Grasfläche zu behandeln, die nur ein- bis zweimal jährlich geschnitten wird? Haben Sie schon einmal beobachtet, wie schön eine Grasfläche mit Zwiebelgewächsen und Wildstauden und einjährigen Wildblumen anzuschauen ist? Ganz abgesehen von dem wertvollen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt bei Insekten und anderen Organismen.

nach obenDie Rasenpflege

Beim Rasenschnitt stellt sich für viele die Frage: "Wohin mit dem Mähgut?" Hierbei hat der Gartenbesitzer mehrere Möglichkeiten, die mehr oder weniger aufwendig sind:
  • Kompostieren des Schnittgutes – doch wenn dieses zu feucht ist, klumpt es zusammen und beginnt zu stinken. Also muss es trocken sein oder zum Antrocknen ausgelegt werden, bevor es auf den Komposthaufen gegeben wird. Eine aufwendige Angelegenheit, wenn man bedenkt, dass der kompostierte Rasenschnitt auch wieder in den Garten zurückgebracht werden muss.
  • Mulchen mit dem Rasenschnitt – auch hierzu muss das Material "angeheut" sein, damit es nicht zu faulen beginnt. Also gleich aufwendig, wie das Kompostieren!
  • Rasenschnitt in die Müll- oder Biotonne – abgesehen von den Kosten, werden in diesem Falle wertvolle organische Materialien zur Bodenverbesserung und vorhandene Pflanzennährstoffe, die dann wieder teuer zugekauft werden, weggeworfen.

Probieren Sie es doch aus (wenn auch zunächst einmal für eine Gartensaison), den Rasen immer dann zu mähen, wenn die Grashalme etwa 3 cm gewachsen sind. Sie müssen dann zwar etwas öfter mähen, können aber das Mähgut liegen lassen, weil es von allein zwischen die Graspflanzen fällt. So sparen Sie einen Großteil des teuren Düngers ein (die entzogenen Nährstoffe werden zurückgeführt), sorgen für eine gute Bodenstruktur in der Rasenfläche, so dass Unkraut und Moos keine Chance haben und brauchen sich nicht um das Mähgut zu kümmern. Außerdem ist bei dieser Art der Rasenpflege ein einfacher Rasenmäher, der das Mähgut zerstreut oder ein Spindelmäher völlig ausreichend.

nach obenDie Mähkante

Terrasse mit „Grasfugen“ in eine Rasenfläche integriert. Für ein übergangsloses Mähen.
© Treiling
Terrasse mit „Grasfugen“ in eine Rasenfläche integriert. Für ein übergangsloses Mähen.
Mit Rinde abgemulchtes Gehölzbeet, in dem durchaus mehr Blütenstauden gepflanzt sein dürften. Die Menge des durch Vögel herausgescharrten Mulches kann drastisch reduziert werden, wenn bei der Anlage der Beete darauf geachtet wird, dass Mähkante und Randstein ca. 4 bis 6 cm höher sind als der abzumulchende Gartenboden.
© Treiling
Mit Rinde abgemulchtes Gehölzbeet, in dem durchaus mehr Blütenstauden gepflanzt sein dürften. Die Menge des durch Vögel herausgescharrten Mulches kann drastisch reduziert werden, wenn bei der Anlage der Beete darauf geachtet wird, dass Mähkante und Randstein ca. 4 bis 6 cm höher sind als der abzumulchende Gartenboden.
Wie sind die Übergänge vom Rasen zu den Beeten, Baumscheiben oder Wegen in Ihrem Garten angelegt? Benötigen Sie einen Rasentrimmer, Kantenschneider oder Kantenstecher?

Sehr viel Zeit und Arbeitsaufwand können Sie sich ersparen, wenn für eine gute Mähkante gesorgt wurde. Gleiche Höhe der Rasenfläche zum Weg oder ein extra verlegter Mähkantenstein ermöglichen das Mähen bis an die Ränder der Rasenfläche. Das Nachschneiden der Kanten und das Kantenstechen entfallen!

nach obenDie Ernterückstände der Gemüsekulturen

Gemulchte Nutzgartenflächen ersparen uns nicht nur das Hacken und Jäten der Kulturen, sondern helfen auch in Trockenperioden Gießwasser sparen. Es sollten aber immer Mulchmaterialien eingesetzt werden, die im Laufe der Vegetationsperiode verrotten. Es eignen sich sehr gut Rasenschnitt (angheut!), Rhabarberblätter, krautiger Ligusterheckenschnitt, Spinatblätter von geschossenem Spinat, Ernterückstände anderer Gemüsepflanzen u. a. m.
© Treiling
Gemulchte Nutzgartenflächen ersparen uns nicht nur das Hacken und Jäten der Kulturen, sondern helfen auch in Trockenperioden Gießwasser sparen. Es sollten aber immer Mulchmaterialien eingesetzt werden, die im Laufe der Vegetationsperiode verrotten. Es eignen sich sehr gut Rasenschnitt (angheut!), Rhabarberblätter, krautiger Ligusterheckenschnitt, Spinatblätter von geschossenem Spinat, Ernterückstände anderer Gemüsepflanzen u. a. m.
Was machen Sie mit den Ernterückständen der Gemüsekulturen? Bringen Sie diese auch zum Kompost, wie andere Gartenbesitzer?

Wie wäre es damit: Die bei der Ernte anfallenden Abfälle der Gemüsepflanzen bleiben auf der Fläche, auf der sie entstehen. So entfällt der Transport der Ernterückstände zum Kompost, die Kompostpflege und später der Rücktransport des Kompostmaterials zu den Kulturflächen. Außerdem bleibt ein großer Teil der Nährstoffe, die durch die Kulturen verbraucht wurden, unmittelbar an der Stelle, wo sie durch die Kulturen entzogen worden sind.

Lesen Sie auch:
Pflegeleichte Gärten …? September 2003
Pflegeleichte Tipps zu
  • Unkraut
  • Wechselflorbeete
  • Herbstlaub
  • Gehölzpflanzungen
  • Sichtschutz- und Einfriedungshecken
Pflegeleichte Gärten …? Oktober 2003
Pflegeleichte Tipps zu
  • Steinbeete, Kieswege und Kiesstreifen an Hauswänden
  • Wege und Terrassen
  • Sonstige Kulturarbeiten

Fazit

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Perfektes Grün: Tipps zur Rasenpflege / Seite 3
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Fahrplan durch das Gartenjahr: Rasen 1 x 1
Meist werden Mäher oder Rasentraktoren mittels Mulchkit oder einfach nur mit einem Stopfen im Auswurfkanal zum Mulchen umgerüstet. Eventuell muss aber auch ein spezielles Messer eingebaut werden, das in der Lage ist, hochgewirbeltes Rasenschnittgut mehrfach klein zu schneiden.
Rasenpflege: übers Mulchen

Schlagworte dieser Seite:

Mulchen, Mähkante, Pflegeleichte Gärten, Rasenpflege

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