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Pflege der Erdbeeren und Himbeeren nach der Ernte

August 2003 Die Reife bedeutet für diese beiden Obstarten eine besonders harte Zeit. Alle Assimilate wandern in die reifenden Früchte. Besonders viel Wasser und Zucker ziehen die Samen, gesteuert durch die pflanzlichen Hormone, an sich. Für den Erhalt und für die Erneuerung des pflanzlichen Körpers bleibt nicht viel über. Erst, wenn die Früchte geerntet oder in der Natur sich von der Pflanze gelöst haben, beginnt nach einer etwa drei- bis vierwöchigen Ruhephase die Regeneration der Mutterpflanze.


Für uns sichtbar durch einen Schub neuer Blätter, die nicht etwa unter den alten verbleiben, sondern diese überragen. Dieses neue Laub erscheint hellgrün, frisch und macht einen recht aktiven Eindruck. Das alte Laub dagegen steckt voller Stoffe, die die Pflanze nicht ausscheiden kann. Es sind Abfallprodukte, die sich im weiteren Verlauf als Hemmstoffe auswirken.

Die neuen Blätter entwickeln sich bei ausreichender Pflege – Düngung, Bewässerung und Pflanzenschutz – zu einem frischen Blätterdach mit einer neuen Aufgabe: Mit der Tag- und Nachtgleiche, also ab Mitte September, werden die Assimilate, die Produkte des Blattgrüns, in den bodennahen Knospen in Blatt- und Blütenanlagen angelegt. Je mehr Sonnenlicht bis Ende November vorhanden ist und je günstiger die Nährstoff- und Wasserversorgung ist, um so reichlicher wird die Ernte im folgenden Jahr ausfallen.

nach obenPflegemaßnahmen bei Erdbeeren

Die Aufgabe des Gartenbesitzers wird sein, den Kranz der ältesten Blätter zu entfernen, alle Ausläufer zu beseitigen und, wenn nötig, von der Mutterpflanze einige Seitenknospen auszubrechen. Der alte Stock sollte nicht mehr als 10 bis maximal 15 cm Durchmesser eben über der Wurzel haben. Denn je üppiger das Laub im kommenden Jahr, desto größer die Fäulnisgefahr! Kranke Blätter müssen wegen der Infektionsgefahr ebenfalls entfernt werden. Idealer Zeitpunkt ist etwa Anfang August.

Blattflecken nach der Ernte

Verbreitet treten nach der Ernte Blattflecken auf, die bei den modernen Sorten keine große Rolle spielen, solange sie sich nicht blattdeckend verbreiten:

  • Im Hochsommer handelt es sich um die Weißfleckenkrankheit. Karminrote oder braune Flecken mit weißer Mitte kennzeichnen diese Pilzkrankheit. Sie tritt besonders bei niederschlagsreicher Witterung auf.
  • Später, ab September, wenn die Taufeuchtigkeit länger auf den Blättern liegt, erscheinen größere Flecken, deren Mitte braun bleibt. Diese seltenere aber gefährlichere Infektion wird durch den Pilz namens Alternaria hervorgerufen.

Weißfleckenkrankheit, verursacht durch den Pilz Mycosphaerella fragariae, erscheint in regenreichen Perioden nach der Ernte. Nur bei starkem Befall lohnt sich die Behandlung mit einem zugelassenem Fungizid.
© von Soosten, Rolf
Weißfleckenkrankheit, verursacht durch den Pilz Mycosphaerella fragariae, erscheint in regenreichen Perioden nach der Ernte. Nur bei starkem Befall lohnt sich die Behandlung mit einem zugelassenem Fungizid.
Alternaria, ebenfalls ein Pilz, tritt erst im September auf, wenn die Taufeuchte zunimmt. Besonders nach reichlicher Stickstoffdüngung kann er bei empfindlichen Sorten zum Totalausfall führen. Er ist nicht zu bekämpfen.
© von Soosten, Rolf
Alternaria, ebenfalls ein Pilz, tritt erst im September auf, wenn die Taufeuchte zunimmt. Besonders nach reichlicher Stickstoffdüngung kann er bei empfindlichen Sorten zum Totalausfall führen. Er ist nicht zu bekämpfen.

Während der erstgenannte Pilz sich mit einfachen Mitteln leicht eindämmen lässt, ist der Letztgenannte nicht zu bekämpfen.

Jetzt düngen

Nach der Blattpflege folgt die Bodenpflege. Flache Bodenlockerung ist empfehlenswert, jedoch sollten Schäden an den Wurzeln vermieden werden. Dann folgt die Düngung. Jetzt braucht die Pflanze Nährstoffe, nicht im Frühjahr!

  • Wenn man organische Stoffe verwenden will, sollte man nicht lange zögern, denn sie brauchen länger bis sie in die pflanzenverfügbare Form übergegangen sind.
  • Will man einen Volldünger einsetzen, so gibt man etwa 40 g je m2 breitwürfig gestreut. Wirken kann er nur, wenn er schnell vom Boden aufgenommen wird. Da kann bei Bedarf eine zusätzliche Wassergabe mehr bewirken, als eine erhöhte Düngermenge.

Nach Mitte August sind Düngergaben nicht mehr sinnvoll. Es besteht Gefahr, dass die Pflanze bis zum Winterbeginn nicht mehr mit dem Wachstum abgeschlossen hat. Frostschäden können die Folge sein.

nach obenPflegemaßnahmen bei Himbeeren

Bei den Himbeeren sieht die Pflege ähnlich aus. Nach Ende der Ernte werden die alten abgetragenen Ruten dicht über dem Boden abgeschnitten und aus dem Garten entfernt, um Infektionen zu vermeiden. Die neuen Ruten, die meist zu diesem Zeitpunkt reichlich vorhanden sind, werden so weit ausgedünnt, dass der Endstand für das nächste Jahr erreicht ist. Im Idealfalle ist dies bereits zur Blütezeit geschehen. Dabei achte man darauf, dass die gesunden Ruten erhalten bleiben. Unkräuter, die bisher übersehen wurden, werden mit entfernt.

Mit dem Anbinden oder Klammern der Jungruten sollte man warten, bis sie vollständig verholzt sind. Sonst besteht die Gefahr des Abknickens bei Gewitterböen.

Das Einkürzen der Spitzen sollte erst kurz vor dem Winter geschehen.

Im Gegensatz zur Erdbeere bekommt die Himbeere jetzt keinen Dünger mehr. Die Rutenlänge ist meistens ausreichend.

Mit einer guten Lupe sind eventuell vorhandene Spinnmilben auf der Blattunterseite zu erkennen. Ist das der Fall, kann eine gezielte Maßnahme sinnvoll sein. Sonst fallen die Blätter vorzeitig ab und die Blütenknospen in den Blattachsen werden nicht vollständig ausgebildet.



Die Wildform der Bauern-Pfingstrose (Paeonia officinalis) hat den Weg von den Südalpen in die hiesigen Gärten gefunden. Auf ihrem Weg sind durch Züchtung und Auslese viele Sorten entstanden.
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Schlagworte dieser Seite:

Alternaria, Düngung, Erdbeere, Himbeere, Weißfleckenkrankheit

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Diesen Artikel kommentieren (1)

1
|
11. Juli 2011

gartenfee

Ist es sinnvoll an zweijährigen erdbeerpflanzen alle Blätter nach der ernte zu entfernen? Kann man dadurch krankheiten eindämmen oder verhindern?

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