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Pflanzmaterial – worauf beim Kauf zu achten ist!

Die Töpfe mit Strauchbeeren- und Baumobstgehölzen sind bis zum oberen Rand ins Erdreich eingesenkt.
© von Soosten
Die Töpfe mit Strauchbeeren- und Baumobstgehölzen sind bis zum oberen Rand ins Erdreich eingesenkt.

August 2003 Zur Zeit befinden sich die Produktion und der Vertrieb von Obstgehölzen in einem Umbruch. Während noch vor zwanzig Jahren Pflanzmaterial grundsätzlich in der Baumschule oder beim Gärtner mit sogenannter nackter Wurzel, das heißt ohne Ballen und ohne Pflanzgefäß gekauft wurde, nimmt heute die "Containerware" zu. Der Kunde kaufte früher mehr beim Fachmann, bei dem er im Bedarfsfalle berechtigte Reklamationen anbringen und fachliche Fragen stellen konnte. In zunehmendem Maße wandern aber getopfte Gehölze auch in die Kettengeschäfte, Baumärkte und zu anderen fachlich nicht besonders ausgebildeten Wiederverkäufern. Dadurch entstehen für den Kunden Nachteile, denen er nur durch Kenntnisse und Erfahrungen begegnen kann. Hier sollen einige Themen angesprochen werden.


nach obenVorteile von Containerware

Die moderne Form des Pflanzenverkehrs hat auch ihre Vorteile:
  • Die Pflanzsaison verlängert sich praktisch beliebig.
  • Die Gefahr austrocknender Wurzeln ist weitgehend ausgeschaltet.
  • Anstatt gebündelter Ware sucht sich der Kunde alle Einzelpflanzen aus.
  • Nach dem Umsetzen beginnt die Pflanze meist ohne Verzögerung mit dem Wachsen – der "Pflanzschock" unterbleibt. Gegenüber einer Pflanze ohne Wurzelballen gewinnt die Containerpflanze oft ein Jahr. Ein wesentlicher Vorteil.

nach obenTipps im Umgang mit Containerware

Nach Überwindung einer gewissen Skepsis und Annahme der Erfahrungen anderer erkennt man die Vorteile. Pflanzt man Sträucher aus Containern ins Freiland, so findet man oft stark verfilzte Ballen. Hier muss mit ein wenig Mut und einem Messer dieser Filz zwei- oder dreimal aufgeschnitten werden. Dadurch bildet der Wurzelkörper an den Schnittstellen neue Saugwurzeln. Diese dringen dann leichter in das neue Erdreich ein. Die Pflanze wächst besser an.

Handelt es sich um größere Töpfe, so achte man darauf, dass die Topfwandungen durch Löcher und Riefen unterbrochen sind. Diese aufwendige Topfform weist auf einen qualitätsbewussten Einkäufer bzw. Baumschulbetrieb hin.

Bei frisch getopfter Ware sei man vorsichtig. Sie ist noch nicht durchgewurzelt und hat damit noch nicht die Vorteile der Containerware. Man erkennt sie an der noch nicht verfestigten und mit Moos überwachsenen Oberfläche. Sie sollte nicht am Wurzelhals angefasst und getragen werden!

Gelegentlich wird Material in "Bio-Töpfen" angeboten. Es handelt sich hier um Altpapier und Stofffasern, die mit Bitumen vermischt zu einer Pappe gepresst und dann zu Töpfen gestaltet wurden. Die Feinwurzeln dringen zwar in dieses Material ein, sterben dann aber ab. Gefäße aus Cocosmaterial werden angeboten. Die Meinungen hierüber gehen weit auseinander.

nach obenAuf mögliche Frostschäden achten

Hier sind die Container mit Obstgehölzen in Stroh eingefüttert. Auf diese Weise werden die Außenwände, an denen die wichtigen Feinwurzeln konzentriert auftreten, gegen extreme Wintertemperaturen geschützt.
© von Soosten
Hier sind die Container mit Obstgehölzen in Stroh eingefüttert. Auf diese Weise werden die Außenwände, an denen die wichtigen Feinwurzeln konzentriert auftreten, gegen extreme Wintertemperaturen geschützt.
Viel wichtiger dagegen ist ein ganz anderer Aspekt, auf den aus gegebenem Anlass hingewiesen werden muss. Rund 70 % der Obstgehölze werden im Frühjahr gepflanzt. Das bedeutet, dass die Pflanzen im Container überwintert haben. Hier ist die Achillesferse: In gut geführten Containerbaumschulen steht die Verkaufsware auf dem Boden und wird mit Abdeckmaterial geschützt oder eingefüttert. Oftmals wird auch der Topf in den Boden eingesenkt. Damit ist der Wurzelballen gegen Frostschäden geschützt. In unseren Breiten wird die Bodentemperatur in einem gesunden Boden (Kapillarität + Bodenwärme, die aufsteigt) nie kälter als 6 °C. Das ist die winterliche Temperatur, die Wurzeln ohne Probleme durchstehen.

Sinkt aber die Temperatur darunter und der Topf steht ungeschützt dem Frost ausgesetzt, besteht die Gefahr von Frostschäden im Wurzelbereich. Und diese sieht der Kunde nicht oder erst zu spät. Dadurch ist eine Reklamationsmöglichkeit ausgeschlossen. Im vergangenen Winter sind örtlich wesentlich tiefere Temperaturen aufgetreten und jetzt wundern sich die Kunden, dass die Knospen erst austreiben, dann schwarz werden und absterben.

Eine sorgsam arbeitende Baumschule oder Fachgarten-Center erkennt man im Winter an der Art des Schutzes der Containerpflanzen. Vor allem Kettengeschäfte und Baumärkte scheuen oftmals diesen Aufwand. Der höhrere Preis von Containerware liegt begründet in dem höheren Aufwand an Arbeit und Materialien (Erde und Töpfe), in der Produktion und den beachtlichen Transportkosten (Volumen und Gewicht). Den höheren Kosten sollte man allerdings entgegenstellen, dass durch diese Form eventuell ein Jahr Kulturzeit gespart wird.

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Containerpflanzen, Pflanzung, Pflanzware

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