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Anpassungsfähigkeiten der Pflanzen an den Standorten

Juli 2003 Recht unterschiedlich sind der pflanzliche Wuchs und die Lebensformen der Pflanzenwelt an ihrem Standort. Angesprochen ist die Beobachtungsgabe jedes einzelnen, denn die Natur zeigt uns Beispiele zur Genüge. So wie aus dem Flug der Vögel die Aerodynamik (Lehre von der Bewegung in der Luft) wertvolle Erkenntnisse gewonnen hat, so hat gleichfalls die Technik aus dem Aufrichten eines Grashalms wichtige Erfahrungen über die Trag- und Biegfähigkeit gesammelt; ebenso auch in der Statik.


nach obenWuchsstandorte – Tal- oder Gebirgspflanzen

Wanderungen in alpinen Gebieten wie auch im Tiefland zeigen deutlich, wie Felspflanzen und Feldschuttbewohner in Fugen und Felsspalten hineinwachsen. Ihr alljährliches Blühen weist darauf hin, dass sie sich in ihrem Lebensraum wohl fühlen. Entscheidend für das Verhalten (Wuchs) angesiedelter Gebirgspflanzen ist der Untergrund. Manche der Gewächse sind an Kalk gebunden (kalkhold), andere leben auf Urgestein (Gneis, Granit). Manche vertragen den einen wie den anderen Untergrund. Die Bewohner dieses Standorts – es sind krautige Pflanzen oder Zwerggehölze – entwickeln sich niedrig und passen sich im Wuchs den örtlichen Gegebenheiten an.

nach obenLebensformen – Ursache

Die Wachstumsfaktoren jeder Pflanze sind abhängig vom Licht (Strahlung), Wärmehaushalt, klimatischen Einflüssen und weiteren Kriterien mehr. Einen gewissen Einfluss haben noch die UV-Strahlen, wobei zu unterscheiden ist zwischen Hochgebirgs- und Talpflanzen. Erstere sind gegenüber der zweiten Gruppe resistenter gegen Strahlungen, da sie durch eine verstärkte Hautschicht (Epidermis) besser abgeschirmt sind. Das wichtigste Anpassungsvermögen von Gebirgspflanzen liegt am Wärmemangel. Ihr Wachstum und Stoffwechsel funktioniert noch bei erheblichen Minusgraden gegenüber den Talpflanzen.

Unter Beachtung der erwähnten Einflüsse ergeben sich folgende Einzelformen: Rosetten-, Polster- und Horstpflanzen, die sich in ihrer Gestalt wesentlich unterscheiden:

Hungerblümchen
© v. Esebeck
Hungerblümchen
Dachwurz
© v. Esebeck
Dachwurz
  • Rosetten entstehen durch langsamen Wuchs des Hauptriebes in kurzen Abständen in Spiralform. Beispielsweise zu beobachten beim Dach- oder Hauswurz (Sempervivum), Hungerblümchen (Draba).

Gänsekresse
© v. Esebeck
Gänsekresse
Blaukissen
© v. Esebeck
Blaukissen
  • Polsterpflanzen bilden sich nur durch regelmäßige Verzweigung wie es der Name aussagt. Dazu gehören beliebte Gartenstauden, wie das Blaukissen mit Sorten Aubrieta; Gänsekresse (Arabis); Flammenblume (Phlox), Kissen-Phlox.
  • Schließlich die Horstpflanzen, wozu hauptsächlich die Gräser einzuordnen sind. Entstanden ist der Wuchs aus einer Grundachse auf der sich verzweigende Seitentriebe zu einem Horst entwickelt haben.

Bekanntlich übt das Wasser im Leben der Pflanzen eine wichtige und notwendige Funktion aus, denn als Grundelement gehört es zum Aufbau (Nährstoffaufnahme) und Wasserabgabe. Im unmittelbaren Zusammenhang mit der Wasseraufnahme steht die Verdunstung, die wiederum vom Klima und der Bodenbeschaffenheit abhängt. Pflanzen mit größeren, dünneren Blättern und in Trockengebieten lebend, führen meist ein ärmlicheres Dasein, da Verdunstung (Transpiration) und Wasseraufnahme in keinem Verhältnis stehen. Folge: Sie verbrennen bei starker Sonneneinstrahlung!

nach obenWie hilft sich die Pflanze?

Das durch die Wurzelhaare aufgenommene Wasser wird in der Regel durch die Spaltöffnungen der Laubblätter in Form von Wasserdampf verdunstet.

Verwundert ist man über die Tatsache, dass ein Kohlblatt etwa 10 Mio. Poren je mm2 Blattfläche ausbildet! Das beste Beispiel sind die Kakteen als Bewohner extremer Trockengebiete von Mexiko, die mitunter jahrelange Dürrezeiten zum Überleben auszuhalten haben. Sie sind fähig, durch ihr Wassergewebe in dem fleischigen Körper (Kugel- oder Säulenkaktus) Wasser zu speichern.

Ein überzeugendes Wasserreservoir besitzt der Saguaro-Kaktus (Carnegia). Er vermag bis zu 700 Liter Wasser nach einem Regenfall aufzunehmen. Es genügt ihm für ein ganzes Jahr.

nach obenRollblätter

Die Verdunstungsmöglichkeiten einer Pflanze lassen sich von außen her bereits an der Blattform erkennen.

Lavendel
© v. Esebeck
Lavendel
Fetthenne
© v. Esebeck
Fetthenne
Hauptsächlich sind es die Immergrünen wie die Alpenrosen (Rhododendron), Porst (Ledum), Besenheide (Calluna), Lavendel (Lavandula). Ihre Blätter sind von unterschiedlicher Größe und nach unten eingerollt oder hinabgebogen. Weiterhin sind es die schon erwähnten Kakteen einschließlich der Sukkulenten. Typisch noch die Fetthenne (Sedum), mit vielen Arten.

Die Anpassung der Pflanzenvielfalt an den Standort ist ein sehr komplexes Thema, sodass nur auf einige wesentliche Punkte hingewiesen werden konnte.

Aufgeführt wurden Beispiele aus der Praxis, wie die Schutzeinrichtungen gegen starke Verdunstung an ihren unterschiedlichen Standorten sich auswirken. Außerdem sind die kleinklimatischen Unterschiede zu berücksichtigen sowie ihr Verhalten in windexponierten Lagen.

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Alpenrose, Besenheide, Blaukissen, Dachwurz, Fetthenne, Flammenblume, Gräser, Gänsekresse, Hauswurz, Hungerblümchen, Kaktus, Kissen-Phlox, Lavendel, Porst, Standort, Sukkulente

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