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Sind meine Obstbäume leistungsfähig?

März 2000 Von Kernobstbäumen kann man im ertragsfähigen Alter – unabhängig von der Baumform – einen Ertrag von 2 bis 2,5 kg/m² obstbestandener Fläche im Jahresdurchschnitt erwarten. Weniger bringen einige alte aber sehr gute Sorten wie 'Cox-Orangenrenette', 'Berlepsch' und 'Ananasrenette', hier fallen 1,8 kg/m² an.


Bei deutlicher Unterschreitung dieser Markierungen muss nach den Ursachen gesucht werden. Sie können so mannigfaltig sein, dass nur die wichtigsten angesprochen werden.

Beginnen wir mit der Baumblüte. Ist sie regelmäßig, die Erträge in den einzelnen Jahren allerdings unbefriedigend, müssen die Befruchtungsverhältnisse überprüft und unter Umständen geeignete Pollenspender zugepflanzt oder einveredelt werden.

Die gleiche Triebpartie nach der Ausdünnung. Lediglich die beste Frucht eines Blütenstandes wurde belassen.
© May
Die gleiche Triebpartie nach der Ausdünnung. Lediglich die beste Frucht eines Blütenstandes wurde belassen.
Tragen die Bäume nur im zweijährigen Turnus oder in noch größeren Intervallen, hat sich die Alternanz eingeschlichen. Um die periodische Fruchtbarkeit in den Griff zu bekommen, muss in Vollertragsjahren – direkt nach der Blüte – eine starke Ausdünnung des Fruchtbehangs erfolgen.

Fallen die Früchte vorzeitig vom Baum ab, können Trockenheit, unvollkommene Befruchtung oder Laubschäden – hervorgerufen durch Schädlinge oder Krankheiten – der Auslöser sein. Auch ein zu kräftiges Triebwachstum führt häufig zum vorzeitigen Abstoßen der Früchte. Man begegnet ihm mit Ringeln, dem Abbinden von Trieben in die Waagerechte, Unterlassen der Stickstoffdüngung bzw. vermeidet jeglichen scharfen Baumschnitt.

Physiologisch geschädigte Früchte (hier: Glasigkeit) kommen für eine Lagerung nicht in Frage; ihre sofortige Verwendung ist anzuraten.
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Physiologisch geschädigte Früchte (hier: Glasigkeit) kommen für eine Lagerung nicht in Frage; ihre sofortige Verwendung ist anzuraten.
Zu schwacher Fruchtbehang kann zu mastigem Fruchtfleisch und physiologischen Erkrankungen wie Stippe, Braunfäule und Glasigkeit führen. Ein starker Sommerschnitt bringt, wenn er Anfang September durchgeführt wird, Linderung.

nach obenWeitere Ursachen

Gras, Unkraut oder auch ein Bewuchs mit einer Tagetes-Ringelblumen-Mischung, Ende Mai, Anfang Juni zur Aussaat gebracht, fördert die Färbung der Früchte.
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Gras, Unkraut oder auch ein Bewuchs mit einer Tagetes-Ringelblumen-Mischung, Ende Mai, Anfang Juni zur Aussaat gebracht, fördert die Färbung der Früchte.
Auch eine optimale Ausfärbung der Früchte erhöht ihre Qualität. Sie hängt von der Anzahl der jährlichen Sonnenscheinstunden, der Sorteneigenschaft und entsprechenden Kulturmaßnahmen ab. Fördernd ist langer Bewuchs von Gras und Unkraut unter den Bäumen, der für eine kräftige Nachtabkühlung sorgt und damit die notwendige Anthocyanbildung ankurbelt die für die Rotfärbung der Früchte erforderlich ist. Ebenso begünstigen die angeführten Spätsommerschnittmaßnahmen die Farbgebung.

Neben der Laub- und Stammpflege dürfen auch die Wurzeln der Obstgehölze keine Schäden aufweisen. Sie können durch mechanische Maßnahmen, Mäusefraß sowie Frost verursacht werden und den Baumtrieb so stark schwächen, dass ein alljährlicher mittlerer Ertrag mit optimalen lagerfähigen Fruchtgrößen nicht mehr zu erwarten ist. Nur rechtzeitige Gegenmaßnahmen (Mäusebekämpfung, Frostschutz) tragen zur Verhütung bei.

Schlagworte dieser Seite

Alternanz, Apfelbaum, Ausdünnen, Braunfäule, Glasigkeit, Stippigkeit
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