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Herbsttragende Himbeeren

Die Sorte 'Polana' im Vollertrag.
© von Soosten
Die Sorte 'Polana' im Vollertrag.

Juli 2003 Die remontierenden oder herbsttragenden Himbeeren sind aus botanischer Sicht den sommerreifenden gleichzustellen. Viele herkömmliche Sorten neigen zum Fruchten an den Jungruten. Durch Selektion und Züchtung entstanden solche, deren Herbstertrag interessanter ist als der Sommerertrag. Erst vor einigen Jahren fand man so etwas bei der frühreifenden Sorte 'Resa'.


Der Sinn der herbsttragenden Sorten liegt in der Verlängerung des Angebotes. Insbesondere im Haus- und Siedlergarten kann diese aromaintensive Beere in der Küche die Vielfältigkeit beleben. Denn dort spielt die relativ geringe Fruchtfestigkeit eine geringe Rolle, während der Markt sie aus diesem Grunde nicht führt.

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Der typische Aufbau einer Jungrute, an deren Ende die Fruchtstände in den Blattachsen erscheinen.
© von Soosten
Der typische Aufbau einer Jungrute, an deren Ende die Fruchtstände in den Blattachsen erscheinen.
Im Anbau stellen diese Sorten die gleichen Ansprüche: Gut Wasser führende Böden mittlerer Qualität. Auf leichten Standorten empfiehlt sich Zusatzbewässerung. Während bei fast allen Obstarten die Spätfröste ein Risiko darstellen, sind es hier die Lagen, in denen Taubildung und Fröste früh einsetzen.

Der Pflanzabstand in der Reihe sollte 60 bis 70 cm betragen. In den ersten zwei Jahren erscheint dies unverständlich. Doch wenn aus jedem Setzling zehn bis zwölf Jungruten aufstreben und deren Blätter zur Assimilation reichlich Licht benötigen, erscheint diese Forderung logisch. Der Reihenabstand sollte 2,50 m nicht unterschreiten. Für die Eingrenzung der Botrytisgefahr ist schnelles Abtrocknen in den beginnenden Herbsttagen unbedingt notwendig.

Nach dem Pflanzen kann die Rute ganz entfernt werden. Der Boden wird unkrautfrei gehalten und im Idealfall mit einem Mulchmaterial (kein Rasenabfall!) abgedeckt, um unnötige Verdunstung zu verhindern. Gleichmäßiges Wachstum fördert die Trieblänge und damit die Blattzahl.

Eine Übertunnelung im professionellen Anbau für herbsttragende Himbeersorten. Diese Bilder stammen aus der Versuchsarbeit der VBOG Langförden, Südoldenburg.
© von Soosten
Eine Übertunnelung im professionellen Anbau für herbsttragende Himbeersorten. Diese Bilder stammen aus der Versuchsarbeit der VBOG Langförden, Südoldenburg.
Pflanzenschutz wird in den ersten Jahren kaum nötig sein. Erst in den Jahren des Vollertrages wird man die Rutenzahl begrenzen und damit das Auftreten der bekannten Rutenkrankheiten reduzieren. Zum Zeitpunkt der Knospen sind allgemein keine Blütenstecher mehr vorhanden. Dann aber beginnt die Botrytisgefahr. Wenn ab August der Tau länger auf den Pflanzen liegt und damit diesem Pilz die Lebensbedingungen verbessert werden, sollte man im Bedarfsfall zugelassene Mittel einsetzen. Denn diese Fruchtfäule kann unter entsprechenden Witterungsbedingungen nennenswerte Teile der Ernte kosten. Bastler können natürlich versuchen, mit Hilfe von Folien diese Taubildung zu verhindern. Im Erwerbsanbau, besonders in der Schweiz, wird dies auf großen Flächen praktiziert.

Im Spätherbst, wenn die Ernte beendet ist, werden alle Ruten bis zum Boden zurückgeschnitten. Im zeitigen Frühjahr treiben stets neue Ruten aus. Dabei kann es sein, dass in spätfrostgefährdeten Lagen die Terminalknospen durch Frost Schaden leiden. Sie sind zwar nicht total verdorben, aber sie treiben mit mehreren Ruten wieder durch. Das gibt zu dichte Bestände. Dem kann man vorbeugen, indem man bei Gefahr stärkerer Nachtfröste Vliese oder andere Abdeckmaterialien über die Reihen legt.

Immer wieder wird nach der Notwendigkeit eines Gerüstes gefragt. Sicher ist eine einfache Unterstützung der jungen Ruten, in deren Kopf ja der Ertrag hängt, sinnvoll. Dazu spannt man zwischen zwei Pfählen die halbe Breite eines groben Maschendrahtes. Dies sollte passieren, bevor die jungen Triebe die Höhe von 60 cm erreicht haben. Sie sollen von unten hineinwachsen, wenn die entsprechende Ausdünnung vorgenommen wurde.

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Der Vergleich der Früchte aus einem Sortenvergleich: oben von links: 'Ruby', 'September', 'Heritage' unten von links: 'Polana', 'Pechts Herbstfreude', 'Autumn Bliss'.
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Der Vergleich der Früchte aus einem Sortenvergleich:
oben von links: 'Ruby', 'September', 'Heritage'
unten von links: 'Polana', 'Pechts Herbstfreude', 'Autumn Bliss'.
Die altbekannten Sorten 'Korbfüller' und 'ZEFA Herbsternte' sind mittlerweile durch neuere ersetzt worden.

Weit verbreitet ist zur Zeit 'Autumn Bliss' (zu deutsch: Herbst-Seligkeit). An ihr werden derzeit neuere Sorten gemessen. Die Früchte sind nur mittelgroß, rot bis dunkelrot, recht weich und nur mäßig im Geschmack. Die Ruten sind kräftig, brauchen aber trotzdem eine Unterstützung. Mit beginnender Taubildung steigt die Botrytisgefahr. Ihr Vorteil gegenüber anderen Sorten ist die Widerstandskraft gegen die Wurzelfäule.

'Heritage' (Erbschaft) als bekannte Sorte stellt erhöhte Anforderungen an das Klima und braucht entsprechenden Schutz, wie z. B. Folienabdeckung.

Fruchtstand der Sorte 'Polana'.
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Fruchtstand der Sorte 'Polana'.
Aus Polen kam vor einigen Jahren die beachtenswerte Sorte 'Polana', die aufgrund ihrer guten Eigenschaften sehr bald Fuß fasste. Sie reift kurz nach 'Autumn Bliss'. Die Früchte sind mittelgroß, leuchtend rot und gut im Geschmack. Leider ist sie im Gegensatz zur 'Autumn Bliss' anfällig für die Wurzelfäule und Rutenkrankheiten. Daher ist unbedingt auf durchlässigen Boden zu achten. In Polen scheint man an weiteren Züchtungen interessiert zu sein, denn in der Literatur liest man bereits über neue Züchtungen wie 'Polka', 'Poronna Rosa' (gelbfrüchtig) und 'Pokusa'.

Interessiert an den vorgestellten Sorten?

Sie erhalten sie im Handel sowie im Versandhandel wie z. B. Amazon.de. Die orange-markierten Sorten führen Sie direkt zur Fundstelle bei Amazon.de.
Viel Spaß beim Gärtnern!
In der Schweiz hat die Fa. Hauenstein, Rafz, eine Sorte namens 'Himbo Top' herausgebracht, der große leuchtend rote breitkegelförmige Früchte mit einem guten Geschmack vorausgesagt werden. Sie reift etwa eine Woche nach 'Autumn Bliss'.

Auch andere Länder haben neue Sorten auf den Markt gebracht, doch ist es nicht sinnvoll, schon in einem sehr frühen Stadium über Einzelheiten zu berichten. Wichtig aber ist, dass weitergezüchtet wird, denn das passiert nur, wenn wirklich Interesse auf dem Markt besteht.

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