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Keinen Mehltau an Stachelbeerkulturen dulden

Von Mehltau befallene Stachelbeere. Sofortiges Entfernen vermindert die weitere Ausbreitung und wird den Strauch nicht schwächen.
© Bayer Vital
Von Mehltau befallene Stachelbeere. Sofortiges Entfernen vermindert die weitere Ausbreitung und wird den Strauch nicht schwächen.

März 2000 Die an fast allen Obstarten auftretenden Mehltaupilze machen auch vor den beliebten Stachelbeeren nicht halt; sie können von zwei unterschiedlichen Typen heimgesucht werden.


Der gefährlichere Schaderreger ist der Amerikanische Stachelbeermehltau, seine europäische Spielart ist dagegen harmlos. Zunächst soll auf den Amerikanischen Mehltau eingegangen werden. Wie aus dem Namen zu entnehmen ist, stammt die pilzliche Erkrankung aus der "Neuen Welt", sie wurde um 1905 in Deutschland eingeschleppt.

Das Schadbild präsentiert sich zuerst an mehlig-weißen Triebspitzen, die sich im Verlaufe des Sommers braun färben, so dass eine kräftige Wachstumsbremsung die Folge ist. In dem Pilzbelag entwickeln sich zahllose Sommersporen, die auf die unreifen Beeren übergehen, sie später mit einem dunkelbraunen Überzug versehen und somit die Früchte vernichten sowie ungenießbar machen.

Im Spätsommer entstehen an Fäden des Pilzbelages zahlreiche sogenannte Schlauchfrüchte, die überwintern, im Frühjahr aufplatzen, sich entleeren und je Schlauch acht Wintersporen aufweisen, die ihrerseits die jungen Frühjahrstriebe infizieren.

Vor allem niederschlagsreiche Frühjahre begünstigen die Ausbreitung. Der Befall tritt besonders in geschlossenen Lagen und ungeschnittenen Sträuchern, die schlecht durchlüftet werden, auf. Bestimmte Sorten werden bevorzugt heimgesucht. Nicht befallen werden die sehr kleinfrüchtigen amerikanischen Gebirgsstachelbeeren, die deshalb für die Züchtung resistenter Sorten eingesetzt werden.

Derart vernachlässigte und zu dichte Sträucher werden leicht vom Mehltau befallen. Außerdem tragen solche Sträucher nur kleine Früchte.
© May
Derart vernachlässigte und zu dichte Sträucher werden leicht vom Mehltau befallen. Außerdem tragen solche Sträucher nur kleine Früchte.
Nach dem Auslichten, bei dem bis auf acht bis zehn Grundtriebe alle anderen (vornehmlich altes Holz) entfernt wurden, ist ein wesentlicher Schritt zur Bekämpfung des Mehltaus getan. Weitere Nachbehandlung ist unbedingt notwendig.
© May
Nach dem Auslichten, bei dem bis auf acht bis zehn Grundtriebe alle anderen (vornehmlich altes Holz) entfernt wurden, ist ein wesentlicher Schritt zur Bekämpfung des Mehltaus getan. Weitere Nachbehandlung ist unbedingt notwendig.

Viel weniger gefährlich ist der Europäische Stachelbeermehltau, der ausschließlich die Triebspitzen befällt und einen zarten weißen Belag auf den Blättern hervorruft. In den meisten Fällen tritt diese Krankheit erst nach der Ernte auf. Deshalb ist eine Bekämpfung selten notwendig.

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Um so mehr Aufmerksamkeit müssen wir der Kontrolle und Niederhaltung der amerikanischen Mehltauform widmen. Auch hier gibt es, wie bei anderen Erkrankungen, die Möglichkeiten der mechanischen und der chemischen Bekämpfung.

Zunächst ist zu versuchen, den Pilz mit der mechanischen Methode "in Schach" zu halten, das heißt regelmäßiger Winterschnitt, wobei befallene Triebspitzen bis in das gesunde Holz zurückgenommen und direkt nach dem Schnitt vernichtet werden müssen (Eingraben, Verbrennen).

Sollte man dennoch den Mehltau nicht ausschalten können, weil Infektionen durch Sporen aus der näheren oder weiteren Umgebung der Grund sind, kann man vor der Blüte z. B. mit Saprol-Neu, nach Gebrauchsanweisung, spritzen. Die Behandlung ist ggfs. nach Vorschrift zu wiederholen. Das Präparat ist nützlingsschonend.

Mit Hilfe der mechanischen oder chemischen Maßnahmen lässt sich der Mehltau gut bekämpfen.

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