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Alternativen zum Rasen: Blumenwiese und Blumenrasen

Juni 2003 Rasen ist ein fast unverzichtbares Element in jedem Garten. Wie der Teppich im Wohnzimmer ist er die Grundlage des Gartenraumes und ein Gestaltungselement, das räumliche Tiefe schafft. Die horizontale Ausdehnung und die frischgrüne Farbe strahlen Ruhe aus. Ganz praktisch betrachtet ist der Rasen ein Ort auf dem gelebt wird, auf dem man spielen, entspannen und feiern kann.


Es ist aber durchaus sinnvoll über Alternativen zum Rasen nachzudenken. Besonders in großen Gärten, wo weite Bereiche des Rasens nicht genutzt werden, hat die Anlage einer Blumenwiese Vorteile. In unserer Umwelt, die von Industrie und Landwirtschaft stark geprägt ist, kann der Anblick einer Blumenwiese ein geradezu wohltuender Ausgleich sein und ist ökologisch wesentlich wertvoller als ein "englischer Rasen". Im direkten Vergleich von Rasen und Blumenwiese fällt auf, dass die Blumenwiese pflegeleichter ist. Ein Rasen verlangt ständige Pflege: mindestens 20-mal im Jahr Rasenmähen, ein andauernder Kampf gegen Moos und Rasenunkräuter, regelmäßiges Düngen und Wässern, und und und …

Eine Blumenwiese hingegen kommt mit wenigen Eingriffen aus, ist robust und erscheint im Jahresverlauf in immer neuem Gewand. Es gibt viele Möglichkeiten eine bunte Wiese in die Gartengestaltung einzubeziehen. Besonders gut fügt sie sich in naturnah gestaltete Gartenbereiche ein, aber auch im Übergangsbereich zwischen formaler Gestaltung in Hausnähe und naturnaher Gestaltung an der Grundstücksgrenze kann sie ein wertvolles Gestaltungsmittel sein. Bei großen Rasenflächen kann überlegt werden einen bestimmten Bereich nicht mehr zu mähen, um so eine Überlebensinsel für Wiesenkräuter zu schaffen, die auch gestalterisch einen schönen Formenkontrast darstellt. Eine Wiese bietet Lebensraum für zahlreiche Lebewesen. Insekten und diejenigen, die ihnen nachstellen, sind besonders zahlreich vertreten. Unter diesen Lebewesen befinden sich auch viele Tiere, die der Mensch als Nützlinge einstuft.

Eine Blumenwiese anzulegen ist jedoch nicht so einfach wie oft angenommen und ein gewisses Maß an Fachwissen sollte mitgebracht werden. Ein sonniger, nährstoffarmer Standort und das Mähen zum richtigen Zeitpunkt sind Grundbedingungen. Weiterhin sollte man sich der Einschränkungen bewusst sein. Ein großer Nachteil ist, dass man Blumenwiesen nur betreten kann, solange die Vegetationsschicht noch flach ist. Die Bewegungsfreiheit wird somit gerade im Sommer erheblich eingeschränkt. Regelmäßig gemähte Rasenwege können hier eine Lösung sein. Weiterhin ist auf gepflegten Beeten in der Nähe mit einem erhöhten Wildkrautbesatz zu rechnen.

Will man keine Blumenwiese, gibt es als Alternative die Möglichkeit einen "Blumenrasen" zu kultivieren. Löwenzahn und Gänseblümchen, die sich in der Regel von alleine ansiedeln, sind der erste Schritt. Weitere Arten wie Veronika, Klee, Wiesenschaumkraut und viele andere können folgen. Außerdem können verschiedene Zwiebelpflanzen im Rasen einen Lebensraum finden. Besonders geeignet sind Schneeglöckchen, Krokusse und kleine Narzissen, aber auch gefingerter Lerchensporn, Hasenglöckchen und der Stern von Bethlehem können angesiedelt werden. Damit diese Pflanzen jedes Jahr wieder erscheinen und verwildern können, darf der Rasen allerdings erst 6 Wochen nach dem Verblühen gemäht werden.

Wer also der Natur ein bisschen mehr Freiraum lassen möchte und im Frühling mit dem Rasenmähen etwas länger wartet, dem werden auf seinem Rasen einige Überraschungen blühen.

Ihr Fachberater aus dem Rheinland
Ilja Ratschinski

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Blumenrasen, Blumenwiese, Rasen
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