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Der Knipbaum – die Baumform der Zukunft

Juni 2003 Seit einigen Jahren dringt eine neue Baumform aus den Niederlanden auf den Markt. Es handelt sich um den Knipbaum.


Der Baumschuler macht sich bei der Anzucht die Neigung mancher Obstarten und Sorten der Bildung vorzeitiger Seitentriebe zu Nutze. Für ihn hat der Knipbaum zwei Vorteile:
  1. Er kann die aufwendige Arbeit des Veredelns in die arbeitsarmen Wintermonate verlegen und die Kulturzeit um ein Jahr verkürzen.
  2. Es entsteht dabei ein Baum mit vielen waagerecht abgehenden Seitenästen, der sich ideal zum Aufbau einer Spindel eignet.

Bei Äpfeln und Süßkirschen hat diese Idee bereits so weit um sich gegriffen, dass moderne Baumschulen das Sortiment für den Erwerbsobstbau nur mit dieser Baumform ausstatten. Aufgrund seines waagerechten vorzeitigen Holzes ist er sehr sperrig und bei einzelnen Exemplaren nur raumaufwendig zu transportieren. Längerfristig wird diese Baumform den herkömmlichen "Busch" ersetzen.

Bisher wurden die Veredlungsunterlagen im Frühjahr gepflanzt und je nach Obstart und Sorte im Sommer die Äpfel okuliert bzw. im Winter die Kirschen kopuliert.

Im darauffolgenden Jahr wuchs der einjährige Baum heran, der entsprechend geschnitten sich dann im dritten Sommer zu Verkaufsqualität entwickelte.

Wie entsteht die Baumkrone eines Knipbaumes?
Wie entsteht die Baumkrone eines Knipbaumes?
Beim Knipbaum pflanzt man die veredelte Unterlage. Der Austrieb ist schwächer, aber es wird nur wenig davon gebraucht, denn in 30 bis 40 cm Höhe schneidet man ihn zurück.

Das oberste Auge treibt kräftig aus. An ihm entstehen dann sehr bald vorzeitige Triebe mit den weiten Astwinkeln. Und genau diese nutzt der Anbauer für den Aufbau eines modernen Spindelbaumes.

Beim Apfel hat sich der Knipbaum im Erwerbsobstbau bereits durchgesetzt. Bei der Süßkirsche scheint der Durchbruch gerade stattzufinden. Ihm kommt die Tendenz zu kleineren Baumkronen sehr zugute. Birnen und Zwetschgen neigen nicht so zur Bildung vorzeitigen Seitenholzes, daher gibt es Probleme bei dieser Baumform. Pfirsich- und Sauerkirschenbüsche sind stets als Einjährige verkauft worden, wenn der Baumschuler sein Handwerk verstand.

Möglicherweise gibt es noch nicht überall den "Knipbaum", aber aufgrund seiner Vorteile ist zu erwarten, dass er sich bald die Gunst der Gartenliebhaber erobert, zumal die Grundstücke kleiner geworden sind.

Wenn dann das Angebot da ist, sollten Sie schon von den Vorteilen überzeugt sein.

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