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Pflanzen und der Schnitt der Reben in den ersten Jahren

Juni 2003 Wer möchte nicht gern einen Rebstock in seinem Garten oder an der Hauswand haben? Nicht nur zum Schmuck der Hauswand, sondern auch um eigene Trauben davon zu ernten. Dazu gehört ein wenig Kenntnis.


Nicht umsonst hat sich der Begriff "Weinklima" geprägt. Weinreben gehören an die Süd- oder Südwestwand des Hauses oder an einen besonders günstigen Standort innerhalb des Gartens. Die Ansprüche an den Boden sind dagegen geringer. Reine Sandböden müssen mit Kompost aufgebessert werden. Schwere lehmige Böden sollten auf jeden Fall mit einer gut funktionierenden Dränage versehen werden.

Allgemein wird heute das Pflanzmaterial in speziellen Rebschulen angezogen und von den Baumschulen und Märkten angeboten. Es sollte sich um getopfte eintriebige, möglichst kräftige Ware handeln, die schon eine Länge von 40 bis 60 cm hat. Längere Triebe sind aus Transportgründen nicht zu erwarten.

Das Gerüst für die Reben muss nicht vor der Pflanzung erstellt werden. Es kann sinnvoller sein, erst einmal abzuwarten, ob es sich um eine stark- oder schwachwachsende Sorte handelt bzw. wie das Wachstum sich auf diesem Standort entwickelt. Bis dahin können die Triebe provisorisch an die Hauswand angeheftet werden.

nach obenPflanzung und Pflanzjahr

Gepflanzt wird 10 bis 20 cm von der Hauswand entfernt. Der Topfballen kann, wenn er sehr verfilzt ist, etwas angerissen werden. Er sollte ausreichend feucht in den Boden gesetzt werden. Anschließend wird er gegen Austrocknung mit organischem Material abgedeckt. Wenn die junge Rebe mehr als einen Trieb hat, können die übrigen abgeschnitten werden. Nun gibt es auch Fälle, in denen dieser gelieferte Trieb sehr kurz oder schwach ist. Dann ist es zweckmäßig, ihn bis auf zwei Augen zurückzuschneiden um so einen kräftigen Trieb zu erzielen. Ein eventueller zweiter wird im Laufe des Sommers herausgebrochen. Der verbleibende Trieb wird an einem Stab mehrfach aufgebunden.

Die Zeichnungen stellen die einzelnen Schritte des Erziehungsschnittes dar.
© von Soosten
Die Zeichnungen stellen die einzelnen Schritte des Erziehungsschnittes dar.

nach obenErstes Standjahr

Um ein Stämmchen von etwa 30 bis 40 cm über dem Boden zu erreichen, wird der Trieb vier bis sechs Augen über dieser gewünschten Höhe entfernt. Grundsätzlich wird der Schnitt in 1,5 bis 2 cm über dem Auge durchgeführt um das Austrocknen des Auges zu verhindern. Günstiger Zeitpunkt: Im Mai, wenn keine Spätfröste mehr zu erwarten sind. Im Juni und Juli erwarten wir einen kräftigen Austrieb der vier oder fünf oberen Augen. Eventuelle weitere Triebe werden entweder ausgebrochen oder auf ein Blatt eingekürzt. Je nach Länge des Zuwachses kann es notwendig werden, diese Triebe anzubinden. Nun ergibt sich die Höhe eines ersten Drahtes des Gerüstes. Beim Aufbinden sollte die Endknospe stets ein wenig über der Waagerechten liegen.

nach obenZweites Standjahr

Die im vorangegangenen Jahr entstandenen Triebe werden wiederum auf zwei bis drei Augen eingekürzt, nur der neugebildete Haupttrieb sollte sechs bis sieben Knospen behalten. Bei normalem Ablauf ergeben sich aus den verbliebenen Augen jeweils ein neuer Austrieb. Von jenen aus einem Zapfen wird der obere wiederum auf zwei brauchbare Augen eingekürzt. Den unteren entspitzt man im Mai, drei bis vier Blätter über dem letzten Blütenstand. Von den neuen Seitentrieben an der Stammverlängerung bleiben nur wieder jeweils zwei Augen. Nicht benötigte Triebe werden im Laufe des Sommers bald nach ihrer Entstehung ausgebrochen um möglichst alles Sonnenlicht der wichtigen Blattmasse zukommen zu lassen.

Will man zum senkrechten Haupttrieb auch seitliche heranziehen, so belässt man an einem Seitentrieb anstatt zwei fünf bis sechs Augen und verfährt mit dem Anschnitt wie mit der Senkrechten. Stets aber muss sich die Endknospe über der Waagerechten befinden. Sonst lässt das Wachstum nach. Im blattlosen Zustand kann der Trieb waagerecht gebunden werden.

Diese Beschreibung ist eine von mehreren Möglichkeiten. Ähnlich wie beim Apfel wachsen die Sorten unterschiedlich und reagieren auf Schnitt und Binden anders. Dennoch sind die grundlegenden Wachstumsgesetze die gleichen.

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Erziehungsschnitt, Reben, Schnitt, Wein

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