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Frühjahrsdüngung für die Erdbeeren?

Erdbeeren

Mai 2003 Alljährlich wird die Frage gestellt, wieviel Dünger die Erdbeeren brauchen. Zu diesem Thema wurden in den letzten Jahrzehnten viele Versuche durchgeführt, jedoch immer vor unterschiedlichen Hintergründen.


Mal stand die reine Ertragsleistung im Vordergrund. Mit zunehmendem Qualitätsbewusstsein wurde die Menge durch Qualität ersetzt. Gegen Schädlings- und Krankheitsbefall hatte man entsprechende Mittel. Mit der zunehmenden Konzentration im Einzelhandel rückten die Transportfähigkeit und das "shelf-live"* nach vorn. Heute spielt das Umweltbewusstsein in zunehmendem Maße eine Rolle. Und die Frage wird wieder neu aufgelegt.

Um die Düngung bei den Erdbeeren zu diskutieren, trennen wir das Jahr in den Teil vor der Ernte und nach der Ernte. Der Grund dafür liegt in der Biologie dieser Pflanze. Als Staude legt sie nach der Ernte eine Art Ruhepause ein, in der äußerlich nicht viel Entwicklung zu erkennen ist. Nach etwa drei Wochen kommen neue Blätter, die sich rasch über die alten dunklen ausbreiten. Die Wurzeln erneuern sich ebenfalls. Das neu dazugekommene Rhizom muss ausgebildet werden. Mit Beginn der Tag- und Nachtgleiche beginnt die Anlage der Blütenknospen, zu der besonders die Phosphorsäure benötigt wird.

Dieses Wachstum erfordert viel Energie. Und genau in dieser Phase braucht die Pflanze die meisten Nährstoffe. Hier sollten im Boden ausreichend Stickstoff, Kali und Phosphorsäure in aufnehmbarer Form vorhanden sein. Die Hauptdüngung der Erdbeere erfolgt unmittelbar nach der Ernte mit etwa 50 g eines chloridarmen Volldüngers (12 % N : 12 % P2O5 : 17 % K2O : 4 % MgO) oder entsprechend organische Dünger wie z. B. Knochenmehl und Hornspäne oder einen Mischdünger aus beiden. Letzterer hat das günstigste Verhältnis der Nährstoffe untereinander. Kalimagnesia müsste dann zusätzlich gegeben werden. In konkreten Mengen ausgedrückt wären es 80 bis 100 g eines Mischdüngers plus 30 g Kalimagnesia je m2. Diese Menge ist zu halbieren und in zwei Gaben im Abstand von etwa 4 Wochen zu geben. Kein Kornkali oder andere chloridhaltige Kaliarten verwenden!

nach obenFrühjahrsdüngung reduzieren

Bei gutem Wachstum und ausreichender Bodenfeuchtigkeit lagert die Pflanze nun viele Nährstoffe und hat dann beachtliche Reserven in Form von Stärke im Rhizom. Daraus schöpft die Pflanze im Frühjahr aus der Reserve. Nicht unlogisch, denn die meisten Böden sind nach den Winterniederschlägen in der Natur fast leer. Daher ist es nicht notwendig, im Frühjahr an eine nennenswerte Düngung zu denken. Es kann nach großen Niederschlagsmengen hilfreich sein, mit einer kleinen Stickstoffgabe das Wachstum anzuregen.

Generell haben Düngungen im Frühjahr nachteilige Folgen:
  • Stark angeregtes Wachstum hat üppige Laubentwicklung und damit erhöhte Fäulnisgefahr zur Folge.
  • Mastiges Laub ist anfälliger für Blattkrankheiten wie Mehltau, Weiß- und Rotflecken.
  • Die Früchte werden nicht größer, sondern nur weicher und halten sich nicht.
  • Und nicht genutzte Nährstoffe im Boden entsprechen nicht unserer modernen Vorstellung der Bodenbewirtschaftung.

Also: Frühjahrsdüngung auf ein Minimum reduzieren!

*(Haltbarkeit)

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Düngung, Erdbeere

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