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Kamelie – Die Schöne aus Fernost

April 2003 Ihre Blüten haben einen Hauch von Exotik. Ähnlich wie bei der Rose präsentieren sie sich variantenreich von der einfachen bis zur gefüllten Form. Das Farbspektrum reicht von Weiß über Rosa bis zum leuchtenden Rot, wobei auch zweifarbige Blüten vertreten sind. Außerdem zeichnet den Strauch auch sein immergrünes glänzendes Laub aus.


Auf den Entdecker dieser Pflanze in Ostasien, den Jesuiten G. J. Camelli, geht der latainische Gattungs-Name Camellia zurück. Die Heimat erstreckt sich über die Länder Nepal, China, Korea, Vietnam bis Japan. Letzteres steuerte den Art-Namen (Camellia) japonica bei. In Ostasien wachsen die Kamelien in den Bergwäldern und den Küstenregionen. Von dort leiten sich auch ihre Ansprüche ab – durchlässige Waldböden und hohe Luftfeuchte. Es herrscht in ihren Ursprungsländern Frost bis zu −40 °C, den die Kamelien – allerdings unter einer dicken Schneedecke – überstehen.

Vor etwa 300 Jahren kamen die ersten Pflanzen nach Europa, wo sie im 19. Jahrhundert breiteren Eingang in die begüterten Gesellschaftsschichten fanden. Sie standen im Sommerhalbjahr als Kübelpflanzen in den Gärten und kamen im Winter in die Gewächshäuser (Orangerien). Inzwischen wurde in vielen Ländern der Welt intensiv daran gearbeitet frosthärtere Sorten zu züchten. Dies auch mit einem gewissen Erfolg.

nach obenAnsprüche

So weist die Kamelien-Gärtnerei Peter Fischer, die in Wingst, zwischen Cuxhaven und Stade liegt, in ihrem Katalog eine Reihe von Sorten nach, die in den dortigen Verhältnissen über Jahre auf ihre Winterfestigkeit mit Erfolg geprüft wurden. Wingst liegt in der norddeutschen Tiefebene mit seenahem, gemäßigtem Klima auf einem bewaldeten Höhenrücken. Gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Kultur im Garten sind also ein gemäßigtes Klima mit hoher Luftfeuchte, wie es zum Beispiel in weiten Bereichen Norddeutschlands vorliegt. Der Standort muss windgeschützt sein. In halbschattiger bis sonniger Lage erfolgt bei der wärmeliebenden Pflanze eine reichere Blütenbildung. Ein geschütztes Kleinklima bieten auch die Innenhöfe der sich zunehmender Beliebtheit erfreuenden Atrium-Häuser, soweit die Luft hier nicht zu trocken ist (Wasserbecken-Sprudelstein). Wer einen Wintergarten sein eigen nennt, kann Kamelien gut im Sommerhalbjahr im Kübel im Garten stehen haben und den Wintergarten zur Überwinterung nutzen. Hierbei sind jedoch einige Regeln zu beachten. Die Pflanzen sollen im Wintergarten bei etwa 1 bis 15 °C stehen und dürfen keinesfalls längeren Frösten ausgesetzt sein. Die Erde im Topf darf nicht durchgefrieren! Andererseits schaden höhere Temperaturen gleichfalls den Kamelien. Bei heißer Sonneneinstrahlung gut lüften und, soweit möglich, schattieren. Im März/April – soweit keine starken Fröste auftreten – ist ein geschützter Platz im Garten der bessere Standort.

nach obenBoden und Düngung

Die Kamelie verlangt einen humosen, durchlässigen sauren Boden im Bereich von pH 4,5 bis 5,5. Landläufiger Gartenboden, der in der Regel eine neutrale bis alkalische Reaktion aufweist, wird zur Hälfte durch Torf oder Rodohum ersetzt (etwa 40 cm tief). Die Pflanzung erfolgt von April bis Juli. So können die Kamelien noch vor dem Winter gut einwurzeln. Die Pflanzen sollen mindestens vier Jahre alt und somit ausreichend verholzt sein – eine weitere Voraussetzung um dem Winter im ersten Jahr nach der Pflanzung mit Erfolg zu trotzen. Gedüngt wird ab dem zweiten Jahr nach der Pflanzung, jeweils nach der Blüte – keinen Dünger mehr ab Anfang Juli geben, damit die Pflanzen vor dem Winter genügend ausreifen können. Gut geeignet ist Rhododendron-Dünger. Die hier empfohlene Aufwandmenge ist jedoch für Kamelien auf die Hälfte zu reduzieren. Bei Einsatz von Stallmist (Winterschutz), wird eine weitere zusätzliche Düngung nur erforderlich bei Mangelerscheinungen, z. B. Aufhellen der Blätter. Bei kalkhaltigem Leitungswasser möglichst mit Regenwasser gießen.

nach obenSchutz im Winter

Der Wurzelbereich wird mit einer etwa 20 cm dicken Mulchschicht aus Laub oder Kompost vor Frost geschützt. Bewährt hat sich auch eine Abdeckung mit gut abgelagertem Rinder- oder Pferdemist, etwa ab Mitte November. Dabei sollte der engste Bereich um den Stamm mit Laub abgedeckt werden (der Stallmist soll nicht an den Stamm kommen). Gegen Ende Dezember, bevor Frost unter −10 °C einsetzt, wird die gesamte Kamelien-Pflanze mit einem Zelt aus Tannenreisig oder einer Reetmatte umhüllt. Die Umhüllung muss luftig bleiben, aber die Pflanze total beschatten. Die Abdeckung wird etwa Mitte März entfernt.

nach obenWiderstandsfähige Sorten

Kamelien sind weniger robust, als viele unserer winterharten Sträucher. Dies ist auch dadurch bedingt, dass sie im Winter ihre immergrünen Blätter behalten. Auch die im Kasten genannten Sorten, die sich zum Beispiel in der Gartenanlage von Fischer bei Temperaturen von −15 °C und tiefer über eine Reihe von Jahren bewährt haben (die älteste Pflanze ist 40 Jahre), bedürfen der o. g. Schutznahmen und brauchen ein geeignetes Kleinklima in unseren Gärten. Die Sträucher wachsen jährlich nur um etwa 10 cm und erreichen somit nach 20 Jahren eine Höhe von rund 2 m. Die Blütezeit liegt im Freiland je nach Sorte in etwa zwischen Februar und Mai.

Hingewiesen sei noch darauf, dass vor allem während der Blütezeit der Kamelien die oben erwähnte Gärtnerei Peter Fischer ein beliebtes Ausflugsziel für Pflanzenfreunde ist. In dem 400 m2 großen Ausstellungshaus stehen im März 350 Kameliensorten in voller Blütenpracht. Darüber hinaus sind im Freiland 200 Kamelien gepflanzt. Neben Europas größtem Kamelien-Sortiment – so im Fischer-Prospekt – stehen für den Besucher auch weitere seltenere Pflanzen, besonders für die Kübelbepflanzung, zum Kauf bereit. Die Kamelien-Ausstellung im Haus dauert "generell" vom ersten Samstag bis dritten Sonntag im März. Gruppen können einen halbstündigen Fachvortrag erhalten (Anmeldung Tel.: 04778-263). Ein kleines Kamelien-Café rundet die auch schön gestalteten Außenanlagen ab. Einen Überblick erhält man durch einen Firmen-Prospekt oder den Kamelien-Katalog (5,– zzgl. 1,53 Euro Versandkosten).

Sorten

Die gelben Staubgefäße der 'Grand Prix' bilden einen wirkungsvollen Kontrast zu den Blütenblättern.
© Opitz
Die gelben Staubgefäße der 'Grand Prix' bilden einen wirkungsvollen Kontrast zu den Blütenblättern.
Hybride 'Debbie' mit rosa gefüllten Blüten.
© Opitz
Hybride 'Debbie' mit rosa gefüllten Blüten.

Interessiert an den vorgestellten Sorten?

Sie erhalten sie im Handel sowie im Versandhandel wie z. B. Amazon.de. Die orange-markierten Sorten führen Sie direkt zur Fundstelle bei Amazon.de.
Viel Spaß beim Gärtnern!
  • Camellia-Hybride 'Black Lace'
    Schön geformte, mittelgroße samtig-blutrote Blüte. Die spitz zulaufenden Blütenblätter geben der Sorte den Namen. Dichtbuschiger, aufrechter Wuchs.
  • Camellia japonica 'Grand Prix'
    Die große, halbgefüllte Blüte fasziniert mit ihrem leuchtenden Rot und den gelben Staubgefäßen. Breit ausladender Wuchs.
  • Camellia-Hybride 'Debbie'
    Eine schöne, große gefüllte Blüte in rosa. Reich blühend, wächst locker und aufrecht.
  • Camellia-Hybride 'Boven Bryant'
    Hellrosa, halbgefüllte, trichterförmige Blüte. Lockerer, zierlicher Wuchs.
  • Camellia japonica 'Nuccios Gem'
    Eine reinweiße, mittelgroße, vollendet gefüllte Blüte. Der buschige Strauch zeichnet sich durch eine große Blühwilligkeit aus.
'Ezo Nishiki' imponiert mit gestreiften Blättern.
© Opitz
'Ezo Nishiki' imponiert mit gestreiften Blättern.
  • Camellia japonica 'Ezo Nishiki'
    Die halbgefüllte Blüte beeindruckt mit den roten Streifen auf weißer Grundfarbe und ihren gelben Staubgefäßen. Eine langsam und kompakt wachsende Pflanze.

Schmucklilie
Wohnen mit Kübelpflanzen
Ein knorriger Olivenbaum steht im Mittelmeerraum in fast jedem Garten.
Der Geschmack des Südens
Sobald die Sonnenbraut (Helenium × cultorum) verblüht ist, lohnt ein starker Rückschnitt, um sie zu einem neuen Blütenflor anzuregen.
Grüne Tipps im Juli

Schlagworte dieser Seite:

Kamelie, Kübelpflanze, Strauch, Winterschutz

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