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Ansprechende Blütenschönheiten Nähergebracht

April 2003 In unseren Breiten sind es vorwiegend die Laubwälder, die mit stäubenden Kätzchen von Hasel und Erle frühlingsverheißend an noch kahlen winterlichen Zweigen uns entgegenleuchten. Doch bald verstummt die Vorfrühlingsblüte und an Bachufern und Schluchten beginnt erst nach der Schneeschmelze in der Bergregion und Kältestarre die Nährstoffversorgung bis zum Optimum ihrer Leistungs- und Anpassungsfähigkeit.


nach obenMöglichkeiten der Darbietung

Bodenzustand

Obgleich sich Wildstauden ökologisch gesehen äußerst anpassungsfähig verhalten, sollte man es dennoch versuchen, ihren arteigenen Lebensansprüchen gerecht zu werden. Gestört wird unter anderem das natürliche, Gleichgewicht in der Natur, wenn bereits die Schädlinge auch nur in geringer Zahl vorhanden sind. Weitere Maßnahme zur Verbesserung der Standorts wäre der unmittelbare Lebensraum und ist somit eine der wichtigsten Voraussetzungen. Um der Pflanzenansiedlung die besten Startmöglichkeiten zu bieten, gilt der Bodenbeschaffenheit höchste Aufmerksamkeit. Gefordert wird ein "lebendiger Boden", nämlich eine Bodenbeschaffenheit, deren Substanz von abgestorbenen Pflanzenteilen und Tierresten stammt, die durch Mikroorganismen abgebaut wurden.

Pflanzvorschläge

Die Empfehlungen reichen von ansehnlichen Zwiebelgewächsen unter den Liliengewächsen sowie Schwertliliengewächsen, die in Gemeinschaft mit der Gruppe der Zwergnadelgehölze schon auf kleinerer Fläche den Gartenteil harmonisch unterbrechen und farbig beleben. Die durchschnittliche Höhe liegt bei 10 bis 30 cm.

nach obenHundszahn, Zahnlilie (Erythronium)

Hundszahn
© v. Esebeck
Hundszahn
Die treffende deutsche Bezeichnung ist auf die Zwiebelform zurückzuführen, die teils dem Eckzahn eines Hundes gleicht. Neben der europäischen Art Erythronium dens-canis sind amerikanische Arten mit Sorten im Handel. Am verbreitetsten die erstgenannte Art mit alpenveilchenähnlichen rosa Blüten in nickender Form. Dunkelrosa und weißblütige Sorten sind außerdem vertreten.

Blütezeit: März, April. Mit braungefleckten Blattpaaren heben sie sich kontrastreich vom Boden ab. Bis zum ersten Blühen ist etwas Geduld erforderlich, doch nächstjährig wird man sich an ihnen regelmäßig erfreuen können. Zu beachten ist, die Zwiebeln bald nach Kauf zu legen, da sie leicht austrocknen und an Austriebskraft verlieren.

Hundszahn 'Pagoda'
© v. Esebeck
Hundszahn 'Pagoda'
Gelbblütigkeit ist den amerikanischen (Kalifornien) Arten und Sorten eigen. Großblumig und für Gruppenpflanzungen geeignet die Hybriden 'Kondo' und 'Pagodat'. Es sind Selektionen (Auslesen) in Gelb mit weit und auffällig heraushängenden Staubgefäßen. Handelsüblich eine Anzahl Farbvarianten. In Pflanzenkatalogen wird die Zwiebelpflanze wegen ihres anmutigen Aussehens auch Trout- oder Fawnlily (Forellen- oder Hirschkalblilie) bezeichnet.

Wie die altbewährten "Frühaufsteher" des Gartens – Winterlinge, Blaustern, Leberblümchen – als Standardpflanzen zu bezeichnen sind, lassen sich bunte Frühlingsblumenbeete noch mit einem nicht so bekannten Zwiebelgewächs bereichern und ergänzen. Das entzückende Gewächs wird Puschkinie bezeichnet und gehört den Hyazinthen/Liliengewächsen an, das andere Kleinod, eine Schwertlilienverwandte. Diese fällt durch eine ausgesprochen intensiv kolorierte Blütenmitte auf.

nach obenPuschkinie (Puschkinia scilloides)

Puschkinie
© v. Esebeck
Puschkinie
In Kaukasien beheimatet wurde der Frühlingsbote von dem russischen Pflanzensammler und Chemiker A. A. Mussin-Puschkin eingeführt. Licht- bis porzellanblau erreicht das niedrige Gewächs kaum 15 cm und hat eine gewisse Ähnlichkeit mit dem allbekanntem Blaustern (Scilla), der den Artnamen scilloides führt. Traubenblütig sind es dauerhafte und winterharte Bodendecker mit denen sich farbenfrohe Frühlingsblumenbeete arrangieren lassen.

Pflanzzeit: wie bei herkömmlichen Zwiebelblumen im September, Oktober. Überraschend für den Gartenfreund und alljährlich erneut erscheint der Blüher an sonniger bis absonniger Stelle unter lichtem Gebüsch, wo sich im Laufe der Zeit kleine Horste und Tuffs bilden.

Verwendungsmöglichkeiten bieten noch dauerhaft bepflanzte Balkonkästen bis zu Pflanzkübeln und Schalen, in denen sie auch andersfarbig gemischt für Frühlingsstimmung sorgen. Eigenen Vorstellungen sind keine Grenzen gesetzt. Zwischen mittelgroßen Steinen und Felsfugen in Form eines Steingartens fühlen Puschkinien sich gleichfalls wohl.

nach obenDietes iridioides

Kap-Iris (Dietes)
© v. Esebeck
Kap-Iris (Dietes)
Einen typischen deutschen Namen führt die Staude nicht. Ihre Ähnlichkeit mit der Schwertlilie führte zu der Bezeichnung Kap-Iris, da sie im Kapland heimisch ist. Einen farbenprächtigen Blick bietet das Blüteninnere der sechs Blütenblätter. Jeden der drei größeren Kronblätter kennzeichnet ein markanter gelber Fleck.

Sobald die Sonnenbraut (Helenium × cultorum) verblüht ist, lohnt ein starker Rückschnitt, um sie zu einem neuen Blütenflor anzuregen.
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Hundszahn, Kap-Iris, Puschkinie, Staude, Zahnlilie

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