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Korrekte Pflanzhöhe bei Erdbeeren

April 2003 Die Erdbeerpflanze verfügt über zwei Mechanismen, den eigenen Bestand zu erhalten:

  • Zum einen sind es die Blüten mit dem Ziel, über die Frucht Samen zu erzeugen.
  • Zum anderen erscheinen zum selben Zeitpunkt wie die Blüten die Ausläufer, auch Ranken oder Stolonen genannt.


Die Spitzen dieser Ausläufer sind mit einer besonderen Form von Zellen ausgestattet, mit sogenanntem meristematischem Gewebe. Nach einer bestimmten genetisch festgelegten Länge entwickelt sich daraus unter Einfluss des Lichtes eine Blattknospe, die im Laufe weniger Wochen zu einer Rosette wird. Die dem Boden zugewandte Unterseite ist biologisch anders ausgestattet: Diese Zellen verdicken sich, es bildet sich ein Kallus, aus dem unter Einfluss der Feuchtigkeit des Bodens weiße Wurzelspitzen in die Erde dringen. Bei entsprechendem Kleinklima entwickelt sich daraus ein ganz normaler Wurzelkörper.

Diese Schilderung soll dem Gartenbesitzer zeigen, wie die Jungpflanze entsteht. Ihrer natürlichen Entstehung entsprechend muss die Pflanze auf dem neuen Standort wiedereingegliedert werden.

nach obenPflanzfehler

Katastrophal sind die Folgen zu tiefen Pflanzens. Bei vielen anderen Pflanzen ist uns gelehrt worden, tief zu pflanzen, sei es des sicheren Standes wegen oder der Möglichkeit, mehr und neue Wurzeln zu bilden. Bei Erdbeeren und Salat trifft dies nicht zu. Anders als beim Getreide ist das Blatt in der Erdbeerknospe so angelegt, dass es beim Strecken keinen Widerstand überwinden kann. Es muss daher enormen Energie- und Zeitaufwand betreiben, um darüber liegende Erde zu durchbrechen. Das verzögert den Austrieb und bringt Ertragseinbußen. Da die Knospe der Erdbeere oben offen ist, können Sporen von Bodenpilzen dort eindringen und sich ungehemmt verbreiten. Als Beispiel sei die Rhizomfäule genannt.

Die erste Pflanze ist eindeutig zu tief gesetzt. Sie wird im Wachstum hinter einer richtig gepflanzten Pflanze (in der Mitte) zurückbleiben. Viel zu hoch steht der letzte Setzling. Die Sonne verbrennt die Wurzelansätze.
Die erste Pflanze ist eindeutig zu tief gesetzt. Sie wird im Wachstum hinter einer richtig gepflanzten Pflanze (in der Mitte) zurückbleiben. Viel zu hoch steht der letzte Setzling. Die Sonne verbrennt die Wurzelansätze.
Ebenso sinnlos ist zu hohes Pflanzen. Bei zu hoch gesetzten Pflanzen scheint die Sonne ungehemmt auf die freiliegenden und ungeschützten Wurzeln und verbrennt sie. Die Wurzelrinde bricht auf und Krankheitskeime können eindringen. Die Wasseraufnahme, die durch die vorangegangenen rodungsbedingten Beschädigungen an den Wurzeln ohnehin beeinträchtigt ist, wird weiter reduziert. Bei üppigem Wachstum gelangt der Vegetationspunkt, in dem ja bereits im September die Blütenknospen für die nächstjährige Ernte angelegt werden, einige Zentimeter über die Erdoberfläche. Fällt dann durch Frost, Schnee und Regen das Blätterdach zusammen, ist diese Knospe dem Windfrost schutzlos ausgesetzt.

Erfahrungsgemäß sind es besonders die Zeiten mit Rauhreif und gleichzeitigem Wind, die dann die typischen Verbräunungen im Inneren der Knospe verursachen. Leichte Marmorierungen treten schon bei −6 °C auf. Sie sind unbedeutend. Tritt aber im Randbereich ein durchgehendes braunes Band auf, an dem sich das äußere vom inneren Gewebe löst, muss mit schwerwiegenden Schäden gerechnet werden.

Diese Schäden treten besonders an den hochliegenden Knospen auf. Die in Erdbodenhöhe vorhandenen bleiben unberührt. Innerhalb des Sortiments gibt es genetisch bedingte Unterschiede. 'Elsanta' gilt als sehr anfällig.

nach obenWelche Möglichkeiten haben wir, um zu einer korrekten Pflanzhöhe zu kommen?

Zuerst sehe man sich das im Anfang geschilderte in der Natur an um maßzunehmen. Die Bodenbearbeitung des neuen Standortes wird zweckmäßigerweise zwei bis drei Wochen vor der geplanten Pflanzung vorgenommen, damit sich der Boden setzen kann.

Ist das nicht möglich, dann hilft eine Beregnung oder eine gründliche Bewässerung um dieses Ziel zu erreichen. In den abgesetzten Boden wird die Pflanze so tief gesetzt, dass nach dem Andrücken die Knospe ganz über der Erde und die Wurzel ganz mit Erde bedeckt ist.

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