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Pflanzenformen und ihre Entwicklungszeit

Februar 2003 Jedem naturverbundenen Menschen werden die aufschlussreichen Berichte von Auslandsreisen eines Alexander von Humboldt (1769 – 1839) nicht unbekannt sein. Um seine Eindrücke der Nachwelt zu vermitteln, stellte er die Natur als Lehrmeister heraus und regte an, das Beobachten zu erlernen. Hinsichtlich der Fülle an Pflanzenformen in allen Erdteilen stellte der vielgereiste Naturwissenschaftler die Frage "… dient die Formgestaltung der Pflanzen nur dem Menschen zu erfreuen und zur Bewunderung, oder ist es eine Launenhaftigkeit der Natur". Fazit: Ohne Pflanzendecke als stoffwandelnder Faktor ist das organische Leben, die Tierwelt und die menschliche Kultur unmöglich.


nach obenWelche Kräfte verursachen die Formenvielfalt?

Gemäß dem Zitat des griechischen Philosophs Heraklit (500 v. Chr.), "panta rhei" ist alles in Bewegung, fließt alles. Anders ausgedrückt "Fluss aller Dinge", ist dieser Ausspruch als Lebensweisheit zu betrachten, aber ebenso übertragbar auf alle Fortschritte im Naturgeschehen sowie täglichen Leben. Verständlich ist, dass durch den Schöpfungsakt nicht alle Formen zugleich entstanden sind, sondern erst im Laufe großer Zeiträume. Letzterer Gedankengang beruht auf dem Begriff der Entwicklungslehre (Evolution), nämlich der Tatsache, dass alle Organismen sich im Verlauf der Erdgeschichte verändern.

Die Formen der Veränderungen sind ein sehr komplexes Thema. Einige Erklärungen, die zu anderen Pflanzenformen geführt haben, möchte ich mit praktischen Beispielen belegen und in Kürze abhandeln.

Im Kampf ums Dasein in der Natur müssen die einfachsten Formen die ältesten gewesen sein. Die Pflanzenzahl in ihrer Gesamtzahl war weniger kompliziert in ihrem Bau und weniger fest in ihrer Struktur; vom Aussehen her waren sie kaum ansehnlich. Die unendliche Verschiedenheit der Flora bezieht sich noch auf ihren Standort, der geographischen Lage und ihrer durchschnittlichen Jahreswärme. So ist festzustellen, dass die Vegetationsfülle in den Tropenländern und Subtropen die mannigfaltigste ist. In Äquatornähe betragen die Temperaturen ganzjährig zwischen +24 °C und 30 °C. Hohe Feuchtigkeitsgrade mit Regen- und Trockenzeit bestimmen weiterhin die Tropenlandschaft.

Veränderungen an Pflanzen lassen sich noch in Gebieten mit großem Wassermangel nachweisen, nämlich Standorten, die einen spärlichen Wuchs darbieten; außerdem noch gefräßigen Tieren ausgesetzt sind. Bei derartigen Gegebenheit schützt sich die Pflanzen nur durch Abwehrvorrichtungen in der Ausbildung von Stacheln und Dornen. Die Bildung derartiger Organe ist ein typisches Kennzeichen des eingangs erwähnten Begriffs der Evolution.

nach obenKlima-, Standortanpassungen

Greisenhauptkakteen
© v.E.
Greisenhauptkakteen
Säulenkaktus
© v.E.
Säulenkaktus
Nur kakteenähnlich ist die Wolfstmilchart
© v.E.
Nur kakteenähnlich ist die Wolfstmilchart
Wesentlich beeinflusst sind Pflanzen von den jeweiligen klimatischen Einflüssen wie Wärme und Niederschlagsmengen. Je nach Standort sind alle pflanzlichen Lebewesen in der Lage, sich zum Überleben den örtlichen Gegebenheiten anzupassen. Beispiele finden sich bei den Kakteen und Sukkulentenpflanzen, die ihre Wasserverdunstung (Transpiration) auf ein Mindestmaß einschränken können, wodurch in der Form anders gestaltete Pflanzenkörper entstehen, wie Kugel- und Säulenformen.

Die Ries (Saguaro) Kaliforniens können nach einem einzigen Regenfall bis zu 700 l Wasser aufnehmen, genügend für ein ganzes Jahr.

Sukkulente Pflanzen (safthaltige) besitzen versenkbare Spaltöffnungen (Schließzellen). Aber auch eine starke Behaarung bietet Schutz vor einer intensiven Sonneneinwirkung, (Kakteen: Greisenhaupt).

Lebende Steine
© v.E.
Lebende Steine
Lebende Steine in Blüte
© v.E.
Lebende Steine in Blüte
Ein weiteres Beispiel für den Verdunstungsschutz haben die "Lebenden Steine" (Lithops) aufzuweisen, die mit vielen Arten in den Trockengebieten Südafrikas leben und eine dickfleischige umgekehrte Kegelform annehmen.

Andere Mittagsblumengewächse verlegen ihren Vegetationskörper in das Erdreich, so dass nur die keulenartigen Laubblätter mit dem "Fenster" knapp über der Erde herautreten.

nach obenNadelgehölze

Kriechende Fichte
© v.E.
Kriechende Fichte
Auch sie sind der Formveränderung unterworfen. Bei der Gestaltung im landschaftlichen Garten und auch auf Friedhöfen sind die Koniferen unentbehrlich geworden.

Zu erinnern wäre an die Fichte (Picea) mit der abgebildeten Form 'Procumbens', die sich flach über den Boden ausbreitet. Beliebt noch die Nest-Fichte (Picea abies 'Nidiformis'), Höhe 0,80 bis 1,20 m. Ferner die serbische Kegel-Fichte (Picea omorika 'Nana'), Höhe bis 4 m. Nadeln mit silbriger Unterseite.

Unter den Tannen (Abies) die Zwerg-Balsam-Tanne (Abies balsamea 'Nana'), Höhe 0,60 bis 1 m.

Vertreter sind auch bei den Scheinzypressen zu finden, wie die Kleine Muschelzypresse (Chamaecyparis obtusa 'Nana Gracilis').

Die Angeführten stellen nur eine geringe Auswahl dar.

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Lewisie
Sukkulente Gewächse im Garten
Dachwurz
Anpassungsfähigkeiten der Pflanzen an den Standorten

Schlagworte dieser Seite:

Kaktus, Lebende Steine, Nadelgehölz, Sukkulente

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