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Die Artischocke

Februar 2003 "Man nehme Artischocken und Rahm (für das Gesinde genügt Magermilch) …" steht in einem alten Kochbuch. Die Artischocke – einst ein verbreiteteres Gemüse und heute? In Norddeutschland ist sie wieder ins Gerede gekommen. Man glaubt, dass sie dort als Ausgangsstoff für diverse Arzneimittelprodukte "Wurzeln schlagen" könnte. Wissenschaftliche Feldversuche sollen ihr für einen größeren Anbau den Weg ebnen. Das ist Anlass, diese Feingemüseart (Staude) und dekorative Zierpflanze (als Solitär) kurz in Erinnerung zu rufen.


Artischocke: Dieses Gewächs macht sich auch als Zimmerpflanze sehr gut.
© Titze
Artischocke: Dieses Gewächs macht sich auch als Zimmerpflanze sehr gut.
Das 1,5 bis 2 m hohe distelartige Gewächs mit großen, gefiederten, silbriggrünen Blättern und stattlichen blau-violetten Distel-Blüten (August bis Oktober) bevorzugt tiefgründige, warme, kräftige, ausreichend feuchte, aber durchlässige Böden und sonnige, geschützte Standorte. Es steht in günstigeren Lagen als Dauerkultur 3 bis 4 Jahre außerhalb der rotierenden Fruchtfolge. Aber es kann z. T. auch einjährig kultiviert werden. In keinem Falle ist der Anbau nach sich selbst ratsam.

Da Aussaaten bisher zu stärker aufspaltenden, also verschiedenartigen Pflanzentypen führten, wurde die Vermehrung der Pflanzen durch Teilung (März bis April oder Spätsommer; je 2 bis 3 Triebe) oder bewurzelte Seitentriebe (Kindel) bevorzugt. Dabei sollten gute Mutterpflanzen mit großen runden oder konischen, schweren Knospen und nicht zu langen, weniger spitzen Schuppen das Ausgangsmaterial bilden.

Neuerdings gibt es auch F1-Hybridsorten, sodass selbst Saatgut ein einheitlicheres Pflanzenmaterial liefern wird. Aussaat Februar/ März (Keimung bei etwa 20 °C, Weiterkultur bei ca. 15 °C). Die Sämlinge werden in 10-cm-Töpfe gesetzt.

Pflanzung: nach Abhärtung ab Mitte Mai evtl. mit Folien- oder Vliesabdeckung.

Abstände: 0,8 bis 1 × 1 m.

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Viel Spaß beim Gärtnern!
Düngung: Starkzehrer. Außer Stallmist (Kompost) 50 bis 60 g/m2 Mehrnährstoffdünger vor der Pflanzung sowie zwei Kopfdüngergaben je 20 bis 25 g/m2. Gegebenenfalls Läusebekämpfung.

Sorten:
und zumindest die Hybriden
  • 'Imperial Star' F1 (Nebelung)
  • 'Orlando' F1 (Hild)

Während der Vegetationszeit Pflanzen nach Bedarf hacken und ausreichend(!) bewässern. Das Begrenzen auf 2 bis 3 Triebe mit insgesamt 4 bis 6 Knospen verspricht deren akzeptable Größe, mehr belassene Knospen bleiben meist zu klein.

Die Art ist nicht winterhart. Temperaturen um die −8 bis −10 °C verträgt sie nicht. Beim mehrjährigen Anbau ist den Pflanzen deshalb zur Überwinterung Frostschutz zu gewähren (Umhüllen durch Fichtenzweige oder Stroh). Dabei verbleiben ihnen – eingekürzt und lose zusammengebunden – die Blätter. Bei stärkerer Frostgefahr sollte man die Büschel 20 bis 30 cm mit Erde oder Laub anhäufeln; bei milder Witterung aber wieder "lüften" (Fäulnisgefahr!). Im April wieder gänzlich abdecken. In kühleren Lagen empfehlen sich im Herbst das Herausnehmen der Ballen und der Sandeinschlag im Frühbeet oder Keller. Diese werden im Frühjahr mit 2 bis 3 der kräftigsten Triebe erneut ausgepflanzt.

nach obenErnte und Verzehr

Verzehrt werden der Blütenboden und die unteren fleischigen „Schuppen“.
© Titze
Verzehrt werden der Blütenboden und die unteren fleischigen „Schuppen“.
Die Artischocke - ein Delikatessgemüse.
© Titze
Die Artischocke - ein Delikatessgemüse.
Die Ernte erfolgt im Juli/August bzw. September, wobei die noch geschlossenen Knospen geschnitten werden. Verzehr (gekocht) der unteren fleischigen Teile der Hüllblätter ("Schuppen") und des fleischigen Bodens der Blütenknospe. Die Pflanzenteile sind reich an Mineral-, Bitterstoffen und Vitaminen.

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Artischocke, Staude, Zimmerpflanze

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