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Altes Holz aus Johannisbeeren

Eine ältere Hecke, die sich im guten Pflegezustand befindet. Freigeschnitten sind die unteren 30 cm um die Unkrautbeseitigung und die Ernte zu erleichtern.
© von Soosten
Eine ältere Hecke, die sich im guten Pflegezustand befindet. Freigeschnitten sind die unteren 30 cm um die Unkrautbeseitigung und die Ernte zu erleichtern.

Februar 2003 Wir finden immer wieder ältere Sträucher Roter, Schwarzer und Weißer Johannisbeeren, die sehr dicht, oft zu dicht sind und deswegen ungleichmäßig reifende und aromalose Beeren bringen. Es ist zwar richtig, dass die Rote Johannisbeere im Gegensatz zur Schwarzen Johannisbeere am älteren Holz die meisten Früchte bringt. Doch sollten die Bodentriebe, wenn sie das vierte oder fünfte Jahr erreicht haben, entfernt werden.


nach obenSchnitt am Bodentrieb

Erfahrungsgemäß kommen für jeden entfernten Bodentrieb ein oder mehr neue (siehe Bild 1). So ergibt sich bei konsequentem Schnitt ein Strauch mit je zwei Trieben aus jedem Jahr. Das ergibt acht bis zehn Triebe pro Strauch. Damit erreicht man eine kontinuierliche Verjüngung und eine gute Belichtung.

Sinngemäß kann auch eine Hecke aufgebaut und erhalten werden. Es gibt hier zwar nach dem Beseitigen immer ein bemerkenswertes Loch, doch nach einigen Wochen streben die neuen Bodentriebe, die stets zum Licht hin wachsen, in diese Lücke hinein. Als Beispiel sei hier Bild 2 gezeigt. Diesem Strauch wurde im vergangenen Winter einer der drei Bodentriebe entfernt. Trotz des beträchtlichen Alters, das an der Stärke der noch vorhandenen Triebe sichtbar ist, bildeten sich einjährige Schosse, auf die bestens zurückgegriffen werden kann.

Bild 1: Diesem mehrjährigen Strauch Schwarzer Johnnisbeeren wurde im vergangenen Winter ein Bodentrieb entfernt und sechs kräftige kamen nach, von denen man vier zur Verjüngung behält.
© von Soosten
Bild 1: Diesem mehrjährigen Strauch Schwarzer Johnnisbeeren wurde im vergangenen Winter ein Bodentrieb entfernt und sechs kräftige kamen nach, von denen man vier zur Verjüngung behält.
Bild 2: Eine ältere Hecke, die sich im guten Pflegezustand befindet. Freigeschnitten sind die unteren 30 cm um die Unkrautbeseitigung und die Ernte zu erleichtern.
© von Soosten
Bild 2: Eine ältere Hecke, die sich im guten Pflegezustand befindet. Freigeschnitten sind die unteren 30 cm um die Unkrautbeseitigung und die Ernte zu erleichtern.

Bei beiden Strauchformen ist es ganz wichtig, aus den neu entstehenden Bodentrieben diejenigen herauszusuchen, die erhalten bleiben sollen. Alle anderen schneidet oder reißt man weg, bevor sie verholzen. Gute Belichtung fördert das Dicken- und Längenwachstum!

nach obenSchnitt am Fruchtholz

Mit der Anzahl der Bodentriebe allein ist es jedoch nicht getan. Das Seitenholz, das Fruchtholz, wird dann ausgedünnt, wenn der Strauch zu dicht wird.

Folgt man den fruchttragenden Trieben aufwärts, so wird es häufig nötig sein, das Seitenholz zu vereinzeln. Wir lassen einzelne waagerechte Äste stehen, beseitigen aber so viel, dass nur alle handbreit ein Seitenast stehen bleibt. Auf den beigefügten Bildern sind Beispiele, bei denen dieses nicht geschehen ist mit der Folge, dass die Sträucher zu dicht und Früchte teilweise nicht mehr gepflückt wurden (Bild 3 und 4).

Bild 3: Hier handelt es sich um wertvolles dreijähriges Holz, das reichlich mit Knospen besetzt ist. Aber aufgrund des dichten Standes kann man kaum erntewürdige Früchte erwarten. Etwa zwei Drittel der senkrechten Triebe müssen herausgeschnitten werden. Bei den verbleibenden waagerechten wird das Fruchtholz ausgedünnt.
© von Soosten
Bild 3: Hier handelt es sich um wertvolles dreijähriges Holz, das reichlich mit Knospen besetzt ist. Aber aufgrund des dichten Standes kann man kaum erntewürdige Früchte erwarten. Etwa zwei Drittel der senkrechten Triebe müssen herausgeschnitten werden. Bei den verbleibenden waagerechten wird das Fruchtholz ausgedünnt.
Bild 4: Unschwer an der Farbe zu erkennen dominiert das überalterte Holz. Die schwarzen dicken Bodentriebe gehören nicht mehr in den Strauch, zumal hellbraune Triebe ausreichend vorhanden sind.
© von Soosten
Bild 4: Unschwer an der Farbe zu erkennen dominiert das überalterte Holz. Die schwarzen dicken Bodentriebe gehören nicht mehr in den Strauch, zumal hellbraune Triebe ausreichend vorhanden sind.

Fälschlicherweise werden oft junge Triebe angeschnitten mit dem Ziel der Verzweigung. Wenn dann nachfolgend keine Ausdünnung der Seitenäste erfolgt, ergeben sich Bilder, wie wir sie häufig sehen (Bild 5). Weitere Einzelheiten befinden sich in den Bildunterschriften. Grundsätzlich sollten aber alle Seitentriebe der unteren 30 cm entfernt werden um die Unkrautbeseitigung und das Ernten zu vereinfachen (Bild 6).

Bild 5: Im unteren Drittel sieht man die Anschnittstellen, die in den nachfolgenden Jahren nicht mehr behandelt wurden. Ergebnis: Zu viele und zu dichte Partien ohne jede Chance für brauchbare Früchte. Hier muss kräftig ausgedünnt werden. Es dürfte jeweils nur ein Trieb bleiben! Von den Bodentrieben hat jeder zweite zu verschwinden.
© von Soosten
Bild 5: Im unteren Drittel sieht man die Anschnittstellen, die in den nachfolgenden Jahren nicht mehr behandelt wurden. Ergebnis: Zu viele und zu dichte Partien ohne jede Chance für brauchbare Früchte. Hier muss kräftig ausgedünnt werden. Es dürfte jeweils nur ein Trieb bleiben! Von den Bodentrieben hat jeder zweite zu verschwinden.
Bild 6: Der Blick in eine Partie eines völlig verdichteten Strauches, bei dem die Früchte das Pflücken nicht wert waren. Dafür sollte man keinen wertvollen Gartenraum hergeben!
© von Soosten
Bild 6: Der Blick in eine Partie eines völlig verdichteten Strauches, bei dem die Früchte das Pflücken nicht wert waren. Dafür sollte man keinen wertvollen Gartenraum hergeben!

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