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Pfanzendarstellungen zum Frühlingsbeginn – einst und jetzt

Januar 2003 Gartenbesitzer und Blumenfreunde warten nach der Wintersonnenwende voller Sehnsucht auf die ersten Blüher, die anfangs noch kleinen winzigen Blüten zum Frühlingsbeginn. Goethe schrieb ehemals: "Ich kann sie kaum erwarten, die erste Blume im Garten". Alljährlich und erneut stehen wir verwundert im Garten vor der Schönheit und Lebensdauer der vielen Formen im Pflanzenreich.


Unter dem Namen "Frühlingsboten" sind uns die Zwiebel- und Knollengewächse vom Schneeglöckchen, Märzbecher, Blaustern bis zum Angebot der Tulpen zur Ausschmückung unserer Gärten zu unvergesslichen Begleitern geworden.

nach obenGeschichte der Tulpenkultur

Am Beispiel der beliebten Tulpen wurde Holland in der Produktion heute führend. Herkunftsmäßig stammen die Tulpenzwiebeln aus Kleinasien und wurden in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts nach Europa gebracht. Wir verdanken die Einführung G. Busbecq 1522, der Gesandter Ferdinand I. am Hofe des Sultans in Konstantinopel war. Die kleine Kollektion, die Busbecq nach Wien schickte, bestand bereits aus Gartenformen.

Schon 1000 n. Chr. wurden in Persien Tulpen zum Gartenschmuck gehalten. Die ersten Angaben über die Haltung in Deutschland verfasste der Schweizer Botaniker und Professor der Naturwissenschaften C. Gesner. Linné benannte sie Tulipa gesneriana. Die neue Blume fand zunächst wenig Resonanz, da in den Jahren um 1620 beim Erwerb von Zwiebeln ein zu hoher Preis verlangt wurde. Es begann die Zeit des "Tulpenschwindels". Es folgte die "Tulpomanie", die einen "Krach" in das Tulpengeschäft in Holland brachte. Es ging so ruinös zu, dass die Regierung einlenkte und die horrenden Preise bremste.

Einen ähnlichen Entwicklungsablauf wie der der Tulpe machte die farbenprächtige Hyazinthe (Hyacinthus). Ihre Urheimat ist der Orient. Nach Westeuropa gelangten die ersten Zwiebeln um 1550. Wiederum waren es die Holländer, die sich ihrer Kultur annahmen. In den Jahren 1730 und 1850 siedelten sich Niederländer in der Umgebung von Berlin an, um die Hyazinthenanzucht und den Versand in großem Maßstab mit Erfolg durchzuführen.

nach obenFrühlingsflor unter Baum und Strauch

Frühlingsblumenbeete lassen sich, je nach persönlichem Geschmack des einzelnen, mannigfaltig gruppieren; selbst auf begrenztem Raum finden reizvolle Pflanzenmotive einen geeigneten Platz, um im Laufe der Jahre seinen Garten in einen "Frühlingsgarten" zu verwandeln. Dieser Anblick dürfte wohl für die meisten leidenschaftlichen Gartenfreunde ein Anliegen sein. Winterharte Pflanzen aus anderen Breiten zu besitzen, sie zu pflegen und sein eigen zu nennen, lässt sich bei etwas Geduld verwirklichen, da anerkannte Stauden- und Blumenzwiebelbetriebe ein reichhaltiges Angebot vorweisen können.

nach obenWie kam es zu den Neueinführungen aus fernen Ländern?

Im Zeitalter abenteuerlicher Entdeckungen, dem Erforschen der Länder, Flora und Fauna, gelang es James Cook (1768 – 1771) Australien auf einer Weltumsegelung zu erkunden. Es ließen sich noch weitere Persönlichkeiten mit bekannten Namen anführen, wie J. Banks, S. Parkinson, Reisegefährten, die unter erschwerten Arbeitsbedingungen und manchen Unglücksfällen wertvolle Blumen- und Pflanzenstücke für die Naturwissenschaften suchten und sammelten.

nach obenEntwicklungsphase der Pflanzenbilder

Sind wir heute in der Lage Pflanzendokumentationen durch Schwarzweiß- und Farbphotographien exakt wiederzugeben, ist es von Interesse zu wissen, wie damals unter gänzlich anderen Methoden Pflanzendarstellungen erfolgten. Ein kurzer Rückblick über den Zeitabschnitt vergegenwärtigt die unterschiedlichen Möglichkeiten der Pflanzenwiedergabe. Die Präsentation gesammelter Pflanzen vollzog sich im 17. Jahrhundert in bestechender Eleganz durch Kupferstiche auf Kupferplatten, teils auch koloriert. Zu weiteren graphischen Verfahren gehörte im 15. Jahrhundert der alte Holzschnitt. Im 18. Jahrhundert schließlich entstand zur Illustration von Pflanzenwerken der Steindruck (Lithographie). Auf diese Weise wurden in den jeweiligen Zeitabläufen die Ausbeute von Reisen anhand von Skizzen oder Herbarmaterial bildlich wiedergegeben, um mit Manuskripten in Florenwerken veröffentlicht zu werden.

Pflanzendarstellung einst

Papageitulpen - Amorphophallus sampanulatur (Roxb.) Bl. Ex Decne. - Lilium auratum Lindl.
Papageitulpen - Amorphophallus campanulatus (Roxb.) Bl. Ex Decne. - Lilium auratum Lindl.

Pflanzendarstellung jetzt

Papageien-Tulpe
© v.E.
Papageien-Tulpe
Titanwurz (Amorphophallus titanum)
© Lentner
Titanwurz (Amorphophallus titanum)
Goldband-Lilie
© v.E.
Goldband-Lilie

Botanische Prachtwerke in klassischer Prägung und in gleichmäßiger Druckqualität sind in nennenswerten Spezialbibliotheken des Botanischen Gartens/Berlin-Dahlem, Senckenbert-Museum/Frankfurt, Landesbibliothek/Darmstadt u. a. m. aufbewahrt.

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Frühlingsboten, Hyazinthe, Tulpe

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