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Zwetschgenhecke

Januar 2003 Bei der Gestaltung der folgenden Hecke stehen zwei Wachstumsgesetze im Vordergrund:

  1. Je mehr sich ein Trieb von der Senkrechten zur Waagerechten neigt, je schwächer das Wachstum.
  2. Die auf der Oberseite eines sich neigenden Astes befindlichen Augen treiben besonders stark aus: Oberseitenförderung.


Eine etwa fünf Jahre alte Zwetschgenhecke. Die rechte Baumhälfte entwickelte sich etwas schwächer, doch schließt sich hier unmittelbar der nächste Baum an. Die Höhe ist so bemessen, dass die allermeisten Früchte vom Boden aus gepflückt werden können.
© von Soosten
Eine etwa fünf Jahre alte Zwetschgenhecke. Die rechte Baumhälfte entwickelte sich etwas schwächer, doch schließt sich hier unmittelbar der nächste Baum an. Die Höhe ist so bemessen, dass die allermeisten Früchte vom Boden aus gepflückt werden können.
Sowohl im Erwerbsobstbau als auch im Siedlergarten bemüht man sich um die Verringerung der Kronengröße. In der Pfalz ist es den Kollegen gelungen, unter strikter Anwendung obengenannter Grundsätze eine Heckenform zu finden, die diesen Wünschen weitgehend nachkommt. Mit der verminderten Wachstumsleistung nutzt man hier zusätzlich den früheren Ertragsbeginn. Gut verzweigte ein- oder zweijährige Jungbäume auf mittelstarkwachsenden Unterlagen werden nicht senkrecht, sondern schräg in Heckenrichtung gesetzt. Der Neigungswinkel beträgt 45°. Einer der besten Seitentriebe steht dabei auf der Oberseite. Er wird in die entgegengesetzte Richtung gebogen, sodass zwischen ihm und dem Haupttrieb 90° entstehen. Nach dem Anbinden am Heckengerüst wird schwach angeschnitten. Die weiteren Seitentriebe werden ebenfalls schwach angeschnitten und sollen nicht nennenswert über die Waagerechte hinausgehen. Triebe, die durch die Schrägstellung auf den Boden zeigen, werden weggeschnitten.

Zwei Bäume treffen in der Hecke aufeinander. Dieser Bereich erfordert viel Überwindungskraft um wirklich genug Holz zu beseitigen. Denn hier wächst im kommenden Jahr sehr viel zu.
© von Soosten
Zwei Bäume treffen in der Hecke aufeinander. Dieser Bereich erfordert viel Überwindungskraft um wirklich genug Holz zu beseitigen. Denn hier wächst im kommenden Jahr sehr viel zu.
Ein Fehler, der immer wieder vorkommt: Man lässt von Anfang an zu viele Äste stehen, so dass jetzt mehrere dicke Äste entfernt werden müssen.
© von Soosten
Ein Fehler, der immer wieder vorkommt: Man lässt von Anfang an zu viele Äste stehen, so dass jetzt mehrere dicke Äste entfernt werden müssen.

nach obenWas wird damit erreicht?

Nach dem Anwachsen verteilt sich der in die Spitze strebende Trieb auf den Mittelteil des Baumes. Nach der Triebspitze erhält der nach oben gebundene Seitentrieb als zweithöchster Punkt den zweitgrößten Anteil.

Längerfristig entsteht hier eine zweite Spitze. Sie kann je nach gewünschter Stärke höher oder tiefer gebunden werden. In den folgenden Jahren ist darauf zu achten, dass die durch die Oberseitenförderung entstehenden Triebe im Winter in die Waagerechte quer zur Heckenrichtung gebunden werden. Sie bilden im Wesentlichen das Tragholz. Das Anschneiden der Triebspitzen unterbleibt in dem Jahr, in dem die gewünschte Höhe annähernd erreicht ist. Es wird grundsätzlich nur schwach angeschnitten, um die Bildung von Tragholz zu fördern.

Mit zunehmendem Alter nimmt auch das Fruchtholz zu. Damit verlagert sich auch das Augenmerk auf dessen Pflege, besonders auf die Schnittbehandlung. Durch ständigen Rückschnitt des mehrjährigen Fruchtholzes wird nicht nur die Anzahl der Früchte reduziert, sondern auch die Belichtung wesentlich verbessert. Das kommt der Aromabildung und der Verringerung von Krankheiten zugute. Hier sei an die Fruchtmonilia und an diverse Blattkrankheiten erinnert.

Hier wird das entstehende Problem verdeutlicht: Dichtes Laubdach verhindert nach Regen das schnelle Abtrocknen, Fäule ist die Folge. An jedem belassenen Zweig darf nur kurzes Fruchtholz verbleiben. Einkürzen oder Entfernen!
© von Soosten
Hier wird das entstehende Problem verdeutlicht: Dichtes Laubdach verhindert nach Regen das schnelle Abtrocknen, Fäule ist die Folge. An jedem belassenen Zweig darf nur kurzes Fruchtholz verbleiben. Einkürzen oder Entfernen!

nach obenSonne im Inneren

Ein beachtlicher Vorteil der Hecke liegt in dem geringen Anteil an ertragslosem Kroneninnenraum. Diesen Vorteil können wir nur nutzen, wenn immer wieder kontrolliert wird, ob auch wirklich ausreichend Sonnenstrahlen durch das Laubdach fallen.

Zwei Hilfen stehen zu Verfügung: Man stelle sich vor, dass aus einer Knospe mehrere Blätter erscheinen, die sich rosettenförmig auszubreiten versuchen. Sie brauchen das Licht. Ein Blatt misst mit Stiel 12 bis 15 cm je nach Sorte. Damit deckt ein Ast einen 30 cm breiten Streifen ab. Vorhandenes Fruchtholz nach beiden Seiten erhöht die beschattende Fläche. In die Praxis umgesetzt bedeutet das, dass der Abstand von Ast zu Ast mindestens 30 cm betragen sollte.

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Der Blick in die Spitze zeigt, dass der Mitteltrieb bereits entfernt wurde und so die Spitze abgeleitet wird. Höhenbegrenzung.
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Zwetschge, Zwetschgenhecke

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