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Sind Stangenbohnen linksorientiert?

November 2002 Bald nach ihrem oberirdischen Erscheinen führen die dünnen Windesprosse der Stangen- und Feuerbohnen kreisende Suchbewegungen aus. Erreichen ihre Spitzen dabei eine Stütze, so wird sie spiralig umschlungen, um an ihr möglichst in Höhen von etwa 2 bis 4 m vorstoßen zu können.


Waagerechte Stützen werden von Stangen-/Feuerbohnen normalerweise "nicht angenommen".
© Titze, Winfried
Waagerechte Stützen werden von Stangen-/Feuerbohnen normalerweise "nicht angenommen".
Von oben betrachtet – wie in der Botanik üblich – geschieht das bei beiden Arten linksherum, also entgegen dem Uhrzeigersinn. So gelten sie als "Linkswinder". Der Wickelkurs ist erblich festgelegt und wird offenbar durch ein Gen namens "Lefty" (links) veranlasst. (In Wirklichkeit müsste die Winderichtung entsprechend des Pflanzenwachstums von unten gedacht werden: Die Bohnen erzeugen demnach eine "Rechtsschraube"! Die Bezeichnung Linkswinder hat schon Anlass zu mancherlei Wirrwarr gegeben). Benötigen seine Zöglinge also irgendwann einmal diesbezüglich Hilfestellung, sollte der Freizeitgärtner ihnen den richtigen "Dreh" verpassen. Eine Umrundung der Stütze kann bereits nach zwei Stunden erfolgt sein.

Waagerechte oder zu dicke Haltevorrichtungen werden von den Bohnen normalerweise "links liegengelassen". Je dünner das Stützwerk (Stahlstäbe, Draht, Band), desto höher soll angeblich der Ertrag sein.

Bei den Windepflanzen herrscht insgesamt der Linksdrall im botanischen Sinne vor. Nur wenige schlagen aus der Art: Hopfen und Geißblatt sind "Rechtswinder", der Windenknöterich ein "Alleswinder", d. h. bei ihm ist die Drehrichtung nicht festgelegt. Deshalb darf angenommen werden, dass im Zuge der Evolution die "Linksorientierung" den Pflanzen irgendeinen Vorteil verschafft haben wird.

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Bohne, Feuerbohne, Geißblatt, Hopfen, Stangenbohne, Windenknöterich
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