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Der Heidegarten

Oktober 2002 Das Auftreten der "Heide” in Gemeinschaft von Birken, Kiefern und Wacholdern mit dem Anblick weidender Schafe (Heidschnucken) kennzeichnen den nordischen Raum. Zu erinnern wäre an die großflächige Lüneburger Heide und an den Wilseder Berg, wo der erste deutsche Naturschutzpark angelegt wurde. Charakterpflanze bleibt das Heidekraut oder die Besenheide (Calluna vulgaris) und die Glocken-Heide (Erica tetralix) in Verbindung mit dem Besenginster, der das Landschaftsbild mitbestimmt.


nach obenMeinungsunterschiede zur Heideanlage

Heidegebiete werden in unserem Land wie auch in England, Holland zurzeit der Herbstblüte für vielfältig und bewundernswert gehalten. In der Bewertung ergeben sich mitunter widersprüchliche Meinungen. Manche halten Heideflächen für zu eintönig, sogar für langweilig. Nur der Heideanhänger wird sich an dem vertrauten Bild begeistern können. Wie bereits in FuG 9/01 über den sauren Reaktionsgrad von Böden berichtet wurde, liegt der pH-Wert bei "Heideflächen” zwischen 4,0 und 5,0.

nach obenDie Heide, eine Pflanzengesellschaft

Die erwähnte Eintönigkeit von Heiden beruht auf ihrer bodenmäßig bedingten geringen Gattungs- und Artenzahl. Zum Teil wird die Üppigkeit der Vegetation noch durch einen bestimmten Feuchtigkeitsspielraum der benachbarten Wasserflächen gefördert, wodurch sich ein breites Spektrum feuchtigkeitsliebender Pflanzengemeinschaften eingestellt hat.

Flügelginster
© v.E.
Flügelginster
Kuhschelle
© v.E.
Kuhschelle
Schlehe
© v.E.
Schlehe
Schwarze Königskerze
© v.E.
Schwarze Königskerze

nach obenVorschläge zur Belebung

Wem Heideausschnitte tatsächlich in ihrer Gesamtwirkung zu monoton erscheinen, kann sie mit andere blütenreichen Pflanzen in farblicher Sicht harmonisch unterstützen. Es darf aber nicht der Fehler begangen werden, mit zu grellen Farben der Pflanzenzüchtungen das Naturbild der purpurroten und lilaroten Töne zu stören.

Optisch sind gerade die heimischen Naturgräser wie das Pfeifengras (Molinia caerulea) und das Wimperperlgras (Melica ciliata) zu empfehlen, das sich kontrastreich mit spätblühenden Calluna-Sorten benachbaren lässt.

Die Auswahl der Partnerschaft mit der Heide reicht weiter noch von den Formen der Gehölze und Staudenvielfalt, die sich bodenmäßig und vom Feuchtigkeitsgrad bis zum Texturspiel mit der Umgebung identifiziert. Als Heidevertreter kommen der Wacholder mit seinen unterschiedlichen Wuchsformen wie Kiefer in ihrer anspruchlosen Lebensart in Betracht, da beide den Heidecharakter bewahren.

In ihrer Nachbarschaft der humosen bodenfeuchten Standorte wird das Stimmungsbild durch die Welt der Farne erhöht, jenen lichtscheuen Waldbewohnern, die vor unvorstellbaren Jahrmillionen die Kohle bildeten. Ihr Artenreichtum mit grazilen Wuchsformen und filigranen Wedeln ist so ergiebig und trägt jeder Geschmacksrichtung Rechnung. Ihre arteigene Schönheit reicht vom wintergrünen Wurmfarn (Dryopteris), Straußfarn (Matteuccia) und dem Weichen Schildfarn (Polystichum). Die genannten Farne mit ausgebreiteten Wedeln vertragen die Nähe des Roten Fingerhuts (Digitalis) und auch die formschönen weißblütigen Silberkerzen (Cimicifuga). Ihr Zusammenspiel braucht eine gewisse Zeit bis ihre volle Schönheit zutage tritt.

Wollgras
© v.E.
Wollgras
Bekannt vom Namen her das Wohlverleih oder Arnika (Arnika), das bis in die Berge aufsteigt und sich wohltuend in die Umgebung einfügt. Ein abgestimmtes Zusammensein lässt sich mit dem volkstümlichen Wollgras (Eriophorum) und den Dauergräsern (Cyperus) bewirken. Beide bringen in ihrer bizarren Blütenform eine andere Note in sumpfige Stellen.

Eberesche
© v.E.
Eberesche
Zum Herbsteffekt trägt der leuchtend rote Fruchtschmuck des Vogelbeerbaumes (Sorbus) bei. Gleichermaßen passt in die Idylle der rote Fruchtschmuck der Stechpalme, auch Hülsedorn (Ilex) genannt.

nach obenNeuzüchtungen der Besenheide

Im Ammerland/Oldenburg machen in letzter Zeit die sogenannten "Knospenblüher” unter der Besenheide von sich reden. Es handelt sich um Heidesorten, deren Knospen sich nicht öffnen und durch Insekten nicht bestäubt werden können. Bei geöffneten Blüten setzt nämlich nach der Bestäubung ein Schwächeprozess ein, der die Pflanze vorzeitig verblühen lässt. Vertreten sind im Handel einige Sorten in roten, rosa und violetten Tönen. Zur Balkonbepflanzung eignen sich die erwähnten "Knospenblüher" ebenfalls.

Das Thema "Heide" mit ihren natürlichen Begleitpflanzen konnte inhaltlich nur annähernd behandelt werden. Es sollten nur Anregungen gegeben werden zum vorsichtigen Umgang mit Mischpflanzungen.

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Kleine Auszeit in der Heide
Kränze und Gestecke aus Knospenheide behalten selbst in geheizten Räumen lange ihre attraktive Farbe.
Herbstknüller mit Zeug zum Dauerbrenner
Beispiel eines Heidegartens für größere Hausgärten: mit vielen verschiedenen Heidekrautsorten, dazu Wacholdersäulen, Birken, Park- und Wildrosen, Teich und Findlingen. Gärtner müssen regelmäßig zur Schere greifen und die Triebe zurückschneiden.
Heidegarten

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