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Schrotschuss und Sprühflecken

Oktober 2002 Selten treffen Namen so genau das Erscheinungsbild. Es handelt sich hier um zwei Krankheiten des Steinobstes, die in diesem Jahr verstärkt aufgetreten sind.


nach obenSchrotschusskrankheit

Die Schrotschusskrankheit erhielt ihren Namen nach den schrotkugelgroßen Löchern in der Blättern. Die Infektion beginnt bereits bald nach dem Austrieb, wenn nasses oder feucht-nebliges Wetter herrscht. Oftmals wird nur der untere Kronenbereich befallen, wenn dort die Blätter nicht abtrocknen können. Der Keimschlauch, der aus den Sporen quillt, dringt in das Blatt ein und durchdringt kreisförmig das Blatt. Die Wirtspflanze reagiert ihrerseits mit einer Abgrenzung, sodass das befallene Gewebe nicht mehr mit Nährstoffen versorgt wird. Es vertrocknet und fällt aus. Bei starkem Befall wirft der Baum frühzeitig die Blätter ab und es fehlt ihm die Blattfläche für die Bildung der Blütenknospen und der Winterreserven.

Weniger auffällig sind die Befallsstellen an den Blattstielen und an den Jungtrieben. Es sind langgezogene Nekrosen, dunkelbraun und gelegentlich krebsartig verkrustet. Tritt die Infektionszeit später auf, können auch die Jungfrüchte befallen werden. Es entstehen dann Dellen mit einem dunklen Punkt.

Aus den abgefallenen Blättern und den Infektionen am Jungholz entstehen im Frühjahr mehrzellige Sporen, die bei dauerfeuchter Witterung neuen Befall verursachen. Der Pilz ist wohl allgegenwärtig, denn es werden fast alle Steinobstarten befallen. Besonders auffällig ist das gelbe Blatt im Sommer bei den Sauerkirschen. Bei fast allen Pflaumen und Zwetschgen findet man gelöcherte Blätter, jedoch kommt es selten zu starkem Blattfall.

Um die beiden besprochenen Blattkrankheiten besser unterscheiden zu können, liegen sie hier nebeneinander.
© May
Um die beiden besprochenen Blattkrankheiten besser unterscheiden zu können, liegen sie hier nebeneinander.
Mit recht einfachen Mitteln lässt sich vorbeugend etwas unternehmen. So sind z. B. Grünkupfer und Netzschwefel sowie einige andere Mittel wirksam. Wichtiger als das Mittel ist der rechte Zeitpunkt. Weil es sich bei den meisten Mitteln um sporentötende Wirkstoffe handelt, sollte die Anwendung vor einer zu erwartenden Infektion liegen.

nach obenSprühflecken- oder Blatttüpfelkrankheit

Die Pünktchen der Sprühflecken- oder Blatttüpfelkrankheit erreichen nur Stecknadelkopfgröße. Sie sitzen aber oft dicht beieinander oder verschmelzen miteinander. Die Ränder der Flecke sind unscharf begrenzt, auf der Blattoberseite violettrot, auf der Unterseite braun und bei Reife mit einem hellen Punkt. Daher wirkt das Blatt nahezu braun.

Für die Infektion sind Perioden mit langanhaltender Blattfeuchte notwendig. Sehr "geschützt" stehende Bäume leiden oft besonders, weil sie nicht schnell genug abtrocknen.

Aus den abgefallenen Blättern stammen die Sporen für die Frühjahrsinfektion. Es gibt aber noch eine weitere Sporenform, die den Sommerbefall verursacht. Wie bei der Schrotschusskrankheit reagiert der Baum mit dem Abwerfen des Blattes, nachdem das verbliebene Blattgrün gelb geworden ist. Dabei kann es vorkommen, dass Bäume bereits im August fast laublos dastehen und oft mehr Früchte als Blätter haben. In solchen Fällen fehlen dem Baum die Reservestoffe zum Austrieb im Frühjahr und es leidet die Winterfestigkeit.

Als Wirtspflanzen sind neben allen Steinobstarten auch die nahen Verwandten unter den Ziergehölzen anzusehen. Das macht die Bekämpfung besonders schwer. Um einen sicheren Erfolg zu haben, müssten mehrere Spritzungen von Ende der Blüte bis nach der Ernte erfolgen. Da aber im Hausgartenbereich dieser Aufwand nicht gerechtfertigt erscheint, sollte man das gelegentliche Auftreten der Sprühflecken akzeptieren.

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Diese Ligularia war der Mittelpunkt des Schmetterlingslebens in diesem Sommer. Zeitweise saßen fünf verschiedene Arten einträchtig beieinander.
Das war ein Sommer!
Frisch konserviert
Bild 2: Die zukünftigen Seitenäste bei diesem Baum der Sorte 'Ingrid Marie' stehen sehr steil. Wenn sie nicht herunter gebunden werden, wird sich trotz M9-Unterlage eine große Krone entwickeln. Bei genügend schwachen Ästen sollte man sie wegschneiden.
Wie soll Pflanzmaterial aussehen

Schlagworte dieser Seite:

Blatttüpfelkrankheit, Schrotschusskrankheit, Sprühfleckenkrankheit, Steinobst

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