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Kleine Sonnenanbeter

Juli 2002 Ein richtiger Sommer ist ein Sommer mit viel Sonne und wenig Regen. Wir wollen schauen, was Pflanzen dazu sagen und ob es welche gibt, die sich auch dann noch wohl fühlen, wenn die Sonne brennt und sich die Wärme zu Hitze steigert. Der Zweck: Es soll eine Pflanzengemeinschaft entstehen, die insgesamt den Eindruck vermittelt, als befände sich der Garten ein paar Breitengrade südlicher. Dies kann man schon auf recht beschränktem Raum erreichen.


Infrage kommen dafür vollbesonnte Stellen im Steingarten, ebensolche innerhalb von Fels- oder Grillpartien, wie sie in entsprechenden Gegenden durchaus auch im Garten vorhanden sind, vor einer nach Süden ausgerichteten Wand oder Mauer, zumal es dort noch ein bisschen trockener und wärmer ist als in freiem Gelände, schließlich in dafür geeigneten Steintrögen.

Pflanzen mit graugrünen oder silbergrauen Blättern signalisieren, dass sie viel Sonne gewöhnt sind und ertragen, weil die Laubfärbung ähnlich hellen Mauern Sonnenstrahlen reflektiert, so dass sie weniger aufheizen. Ähnlich sind dickfleischige Blätter einzuordnen, denn Pflanzen mit solchen Blättern verstehen es, Feuchtigkeit zu speichern und Trockenzeiten unbeschadet zu überstehen.

Mit einem kleinen Trick erreicht man, dass sich der Eindruck, man wäre irgendwo in südlichen Gefilden, weiter verstärkt. Man deckt die Erde zwischen den Pflanzen mit Sand oder groben Kieseln ab. Diese Bodendecke fängt einerseits auf ihre Weise Sonnenwärme ein, verhindert andererseits, dass die Feuchtigkeit in der Erde rasch verdunstet. Ein wenig Wasser brauchen die Pflanzen eben doch. Man achte ferner darauf, dass die Pflanzen nicht zu dicht stehen. Der Eindruck einer gewissen Kargheit ist durchaus erwünscht. Auch verdienen es manche Pflanzen, dass sie ungehemmt durch zu enge Nachbarschaft von anderen Pflanzen um so nachdrücklicher in Erscheinung treten.

nach obenWir stellen vor

Als Vertreterin der umfangreichen dafür in Frage kommenden Fetthennen Sedum hispanicum 'Minus', eine nur 5 cm hoch werdende Fetthenne mit rosa Blüten über blau-grünen Blattpolstern schon im April. Bis vor kurzem wurde sie unter der botanischen Bezeichnung Sedum lydium 'Glaucum' geführt. Dieser Fetthenne folgen im Lauf von Frühjahr, Sommer und Herbst noch zahlreiche andere Sedumarten mit weißen, rosafarbenen, roten oder gelben Blüten und alle für den Zweck geeignet.

Die Grasnelke Armeria maritima mit der vorzüglichen Sorte 'Düsseldorfer Stolz' ist kein echtes Nelkengewächs, sondern gehört zu den Bleiwurzgewächsen und ist damit überraschenderweise zum Beispiel verwandt mit der blaublühenden Kübelpflanze Bleiwurz. Es handelt sich um eine anspruchslose Polsterpflanze für leichte und trockene Böden in voller Sonne mit leuchtend karminroten Blüten. Die Sorte remontiert gut, indem sie nach dem Hauptflor im Mai Nachblüher bis Juli bringt.

Das Katzenpfötchen Antennaria dioica ist überall graufilzig behaart und bildet an trockenen, sonnigen Stellen und in magerem Boden einen niedrigen, dichten, silbergrauen Teppich, aus dem die Stängel mit den roten Blüten im Mai und Juni etwa 10 cm hoch aufragen. Insgesamt ein reizendes Gewächs, das weite Verbreitung verdient.

Und da ist noch ein Pfötchen, das Perlpfötchen Anaphalis triplinervis mit ebenfalls silbergrauem Laub und weißen Blüten von Juli bis September. Für den vorgesehenen Zweck ist es wichtig, die kompakt wachsende Sorte 'Sommerschnee' zu pflanzen, die ihre Triebe und Wurzeln beisammenhält und nicht weiterkriecht wie die Art, die sich eher für großflächige Verwendung eignet. Schön sind beide und als sogenannte Immertollen hervorragende Trockenblumen.

1 Fetthenne (Sedum lydium 'Glaucum') 2 Grasnelke (Armeria maritima 'Düsseldorfer Stolz') 3 Katzenpfötchen (Antennaria dioica) 4 Perlpfötchen (Anaphalis triplinervis 'Sommerschnee') 5 Dach-, Donnerwurz (Sempervivum (versch.)) 6 Silberdistel (Carlina acaulis 'Caulescens') 7 Ziest (Stachys byzantina 'Silver Carpet') 8 Troggärtchen mit Sonnenanbetern
© Jaehner
1 Fetthenne (Sedum lydium 'Glaucum')
2 Grasnelke (Armeria maritima 'Düsseldorfer Stolz')
3 Katzenpfötchen (Antennaria dioica)
4 Perlpfötchen (Anaphalis triplinervis 'Sommerschnee')
5 Dach-, Donnerwurz (Sempervivum (versch.))
6 Silberdistel (Carlina acaulis 'Caulescens')
7 Ziest (Stachys byzantina 'Silver Carpet')
8 Troggärtchen mit Sonnenanbetern
Unverzichtbar im Sonnengärtchen sind Dachwürze, die ja nun wirklich mit ganz wenig Erde auskommen und Sonne über alles mögen, sogar auf Mauerkronen und Dächern gedeihen. Sie allein würden mit all den verschiedenen Arten und Sorten ausreichen, Tröge komplett zu füllen.

Interessiert an den vorgestellten Sorten?

Sie erhalten sie im Handel sowie im Versandhandel wie z. B. Amazon.de. Die orange-markierten Sorten führen Sie direkt zur Fundstelle bei Amazon.de.
Viel Spaß beim Gärtnern!
Die Silberdistel verdient einen Extraplatz als Solitär, sodass nicht nur die Blüten, sondern auch die Blätter voll zur Geltung kommen. Aufgepasst! Man wähle für dieses Vorhaben die niedrige Carlina acaulis 'Caulescens', deren schöne Blütenkörbchen sich nur wenige Zentimeter über dem Boden entfalten, und nicht die höher werdende Carlina simplex.

Unverwüstlich ist Ziest, den man einsetzen kann, wenn zunächst noch hier und da eine etwas größere Lücke ist, den man aber unter Kontrolle hält und rechtzeitig so begrenzt, dass er andere Pflanzen nicht stört. Auch hier steht eine besonders kompakt wachsende Sorte zur Verfügung mit Stachys byzantina 'Sheila McQueen', die 10 cm hoch wird. Nur etwas höher wird 'Silver Carpet' mit 20 cm. Beide Sorten werden wegen der weißwollig behaarten Blätter gepflanzt, Blüten spielen keine Rolle.

Beispiel für ein frisch bepflanztes Troggärtchen in ausrangiertem Spülbecken mit verschiedenen kleinen Nelken Dianthus gratianopolitanus 'Blaureif' sowie 'La Bourbille', verschiedenen Dachwürzen, Blauzungenlauch und Storchschnabel Geranium cinereum subcaulescens 'Splendens'. Man sieht, es geht durchaus auch kleinformatig.

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Dachwürze, Fetthenne, Grasnelke, Katzenpfötchen, Nelke, Perlpfötchen, Silberdistel, Storchschnabel, Troggärtchen, Ziest

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