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Gute Nacht! Das perfekte Schlafzimmer

Januar 2023 Wer morgens fit und voller Energie in den Tag starten möchte, sollte sein Schlafzimmer kritisch unter die Lupe nehmen. Dabei gilt es auf Faktoren wie Licht, Luft und Farben sowie die Ausstattung zu achten.


Essenziellen Einfluss auf einen erholsamen Schlaf haben natürlich das Bett und die Matratze.
© djd/Rummel Matratzen
Essenziellen Einfluss auf einen erholsamen Schlaf haben natürlich das Bett und die Matratze.
„Einschlafen und Schlafen sind idealerweise eine persönliche Wohlfühlzeit“, sagt Jan Kurth, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie (VDM), und ergänzt: „Entspannen und Abschalten funktionieren dabei nicht im überfüllten Schlafraum auf einem schlechten Bett“. Dementsprechend gilt bei einer guten Schlafzimmereinrichtung der alte Grundsatz: Weniger ist mehr. Dabei müssen Nachttisch, Bett und Kleiderschrank nicht wie zu Großmutters Zeiten aus einem Guss sein. Heute bieten individuell ausgewählte Module, gern auch mit unterschiedlichen Materialien und Farben, eine persönliche Kombination zum Wohlfühlen.

nach obenPassendes Bett

Essenziellen Einfluss auf einen erholsamen Schlaf haben natürlich das Bett und die Matratze. Auf der Suche danach ist Probeliegen unerlässlich, denn jeder und jede schläft anders. Bettrahmen gibt es in allen Größen und Materialien, als Material sind Metall und Holz am beliebtesten. Seit einigen Jahren findet man in den Möbelhäusern immer mehr Angebote an Polster- oder Boxspringbetten. Polsterbetten sind mit einem normalen Lattenrost ausgestattet, auf dem eine Federkernmatratze oder eine Kaltschaummatratze liegt. Nachdem in den 1980er-Jahren Lattenrost und Latexmatratze zum Standard wurden, schlafen heute immer mehr Menschen auf einem Boxspringsystem. Diese Betten zeichnen sich durch mindestens zwei aufeinanderliegende federnde Teile aus, eine Box und eine Matratze. Die untere Box besteht aus einem Grundrahmen, in den ein Federkern eingearbeitet ist. Darauf liegt die Matratze. Sie kann durch eine Auflage (Topper) ergänzt werden. Auf diesem Bettsystem thront man förmlich, denn zwei Matratzen übereinander wachsen schnell auf 50 bis 70 cm Höhe. Der Vorteil gegenüber dem Polsterbett: Man steigt leicht ein und aus. Der Nachteil: Kleine Räume wirken mit einem hohen Bett noch kleiner.

Massivholzbett
© Team 7
Massivholzbett
Eine persönliche Kombination zum Wohlfühlen.
© DIY Academy/Schöner Wohnen Kollektion
Eine persönliche Kombination zum Wohlfühlen.

In ein Boxspringbett steigt man leicht ein und aus.
© Ada Möbelwerke
In ein Boxspringbett steigt man leicht ein und aus.
Vor allem großgewachsene Menschen über 1,90 m sollten darauf achten, dass die Matratze dem gesamten Körper im ausgestreckten Zustand Liegefläche bietet. Dafür gibt es Betten und Matratzen in Überlänge von 2,10 m oder 2,20 m. Wer zu zweit in einem Bett schläft – und manchmal sogar noch Bettgäste wie Kinder, Katzen oder Hunde empfängt – sollte eine Bettbreite von mindestens 1,60 m wählen. Sehr beliebt – nicht nur bei älteren Menschen – sind heute Betten mit einer Höhe oberhalb der üblichen 45 cm. Sie erleichtern das bequeme Hinsetzen und Aufstehen und können je nach Modell Platz für Schubkästen mit praktischer Staufläche bieten.

nach obenIdeale Matratze

„Grundsätzlich muss die ausgewählte Matratze im Zusammenspiel mit der Box beziehungsweise einem passenden Lattenrost die Wirbelsäule optimal stützen. Das heißt, Schulter- und Beckenpartie müssen so weit einsinken, dass die Wirbelsäule eine gerade Linie ergibt“, so Jan Kurth, der zudem empfiehlt, das Liegebild von einem geschulten Verkäufer im Möbelhandel prüfen zu lassen. „Im Idealfall kann die Härte des Lattenrostes im Schulter- und Beckenbereich variabel eingestellt werden, da man oft erst nach einigen Nächten im neuen Bett ein Gefühl für die neue Unterlage bekommt“, gibt er zu bedenken. Heute kann man meist die Härtegrade der einzelnen Matratzenzonen, die nach den Körperzonen eingeteilt sind, auswählen. Hier können sich Leicht- von Schwergewichten, Frauen von Männern, Lang- von Kurzschläfern, schnarchende von bandscheibengeschädigten Schläfern und so weiter unterscheiden.

Matratzen testet man am besten vormittags – schön ausgeruht.
© www.allnatura.de
Matratzen testet man am besten vormittags – schön ausgeruht.
„Verbraucher im Möbelgeschäft sollten sich mindestens 15 Minuten Zeit nehmen, um Matratze und Bett beim Aufstehen und Hinlegen sowie in verschiedenen Liegepositionen auf die individuellen Bedürfnisse hin zu testen“, unterstreicht der Möbelexperte. Und außerdem wichtig: Matratzen testet man am besten vormittags – schön ausgeruht. Am Abend fühlt sich der Körper erschöpft an, und jedes Bett erscheint dann gemütlich.

Unterschiedliche Materialien und Aufbauten von Matratzen können den individuellen Geschmack treffen – oder eben nicht. Früher waren Federkernmatratzen das Nonplusultra, heute erhalten sie Konkurrenz durch Schaum- oder Latexmatratzen sowie allen voran durch Boxspringsysteme. Entscheidend bei der Auswahl ist vor allem das individuelle Liegegefühl. Außerdem besitzt jede Matratzenart bestimmte Vorteile. So ist zum Beispiel die Federkernmatratze aufgrund ihres guten Feuchtigkeitstransports, aber weniger ausgeprägter Wärmeisolierung besonders für starke Schwitzer geeignet. Aufgrund der kleinen metallischen Teile im Kern ist sie für elektrosensible Menschen eher nicht geeignet. Kaltschaummatratzen können hingegen gerade für schwere Menschen und Latexmatratzen auch für Fröstler passend sein. Liebhaber hochwertiger Boxspringbetten schwärmen nicht selten von einem Liegegefühl „wie auf Wolken“.

nach obenTipps rund um die Matratze

  1. Die Matratze sollte mindestens 15 cm länger sein als der Mensch selbst.
  2. Pro Nacht gibt der Mensch zirka 750 ml Feuchtigkeit durch Schwitzen ab. Matratzen sollen deshalb alle 6 bis 8 Wochen gewendet werden.
  3. Matratzenschoner zwischen Matratze und Lattenrost sorgen für eine bessere Luftzirkulation und verhindern die Bildung von Stockflecken.
  4. Matratzenbezüge sollten abziehbar und waschbar sein.
  5. Aus hygienischen Gründen und aufgrund der natürlichen Materialermüdung sollte die Matratze alle acht Jahre erneuert werden.
  6. Gegen Allergien auslösenden Milbenkot helfen am besten milbendichte Bezüge. Außerdem ist eine gute Durchlüftung des Schlafraumes wünschenswert. Dies gilt für alle Matratzentypen.

nach obenSo liegen Sie richtig

Wichtig für einen entspannten Schlaf ist, dass die Wirbelsäule in ihrer natürlichen Form ruhen kann. Schwere Körperpartien wie Schulter oder Becken sollen tiefer einsinken, leichte Partien eher sanft gestützt werden. Das nennt man punktelastisch.

Entspannter schlafen
© VDM/Schramm
Entspannter schlafen


nach obenKein Chaos rund ums Bett

Unordnung im Schlafzimmer lässt uns schlechter schlafen.
© Team 7
Unordnung im Schlafzimmer lässt uns schlechter schlafen.
Unordnung im Schlafzimmer lässt uns schlechter schlafen und sorgt unterbewusst für Stress. Hier gilt: Alltägliche Dinge wie Bügelwäsche oder etwa Steuerunterlagen stören die Entspannung. Damit alles seinen Platz hat, benötigt man genügend Stauraum. Ein großer Kleiderschrank mit Schiebetüren verstaut übersichtlich alle Kleidungsstücke und Schuhe. Ein kleines Regal ist optimal für Bücher und Schmuck. In Nachttischen mit Schubladen können Taschentücher, Ohrenstöpsel oder Zeitschriften verstaut werden.

nach obenGute Qualität?

Beim Bettenkauf auf das RAL-Gütezeichen achten.
© Grüne Erde
Beim Bettenkauf auf das RAL-Gütezeichen achten.
„Wer neue Möbel im Geschäft ausprobiert, sollte sichergehen, dass nichts quietscht, knackt oder splittert. Darüber hinaus lassen sich Gesundheits- und Umweltverträglichkeit am Produkt selbst nicht erkennen“, sagt Jan Kurth. Hier können Möbelkäufer auf das RAL-Gütezeichen für Möbel achten: Das „Goldene M“ liefert Endverbrauchern eine zuverlässige Entscheidungshilfe. Nur Möbel beziehungsweise ihre Hersteller, die umfassend qualitätsgeprüft sind, werden damit ausgezeichnet. Grundlage der Auszeichnung sind Untersuchungen wie Emissionsmessungen und etliche Belastungstests in unabhängigen Prüflaboren. Möbel, die nachweislich alle strengen Anforderungen erfüllen, erhalten einen Aufkleber oder Anhänger mit dem „Goldenen M“. Hochwertige Boxspringbetten werden darüber hinaus mit dem DGM-Boxspringlabel ausgezeichnet. Orientierungshilfe bieten zudem das RAL-Herkunftslabel „Möbel Made in Germany“ und das RAL-Gütezeichen „Möbel klimaneutral“.

© DGM
© VDM
© DGM
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Bleibt nur noch die Frage: Wohin mit dem Bett? Glaubt man den Einrichtungsprinzipien des Feng-Shui, so sollte das Bett weder unmittelbar zwischen Fenster und Tür stehen, noch direkt auf die Tür weisen. Steht das Bett mit der Kopf- oder einer Längsseite an der Wand, ist dies Einrichtungsberatern zufolge günstiger als ein frei im Raum stehendes Bett. So fühlt man sich beim Schlafen sicher und geborgen.

nach obenKuschelig: die Bettdecke

Achten Sie bei der Wahl von Decken und Kissen auf atmungsaktive, temperaturausgleichende Materialien.
© Erwin Müller
Achten Sie bei der Wahl von Decken und Kissen auf atmungsaktive, temperaturausgleichende Materialien.
Die Wahl von Decke und Kissen hängt vom Schlaftypus ab, vom persönlichen Wärme- und Wohlfühlempfinden und individuellen Vorlieben für bestimmte Materialien. Da der Körper im Laufe der Nacht bis zu 0,75 l Feuchtigkeit abgibt, achten Sie bei der Wahl auf atmungsaktive, temperaturausgleichende Materialien. Und wie die Kleidung sollte die Bettausstattung den Jahreszeiten angepasst sein. Hier kann man sich zwischen leichter Einziehdecke, dickerer Steppdecke oder gar einem voluminösen Ballonbett mit Daunenfüllung entscheiden. Die Kennzeichnung der Decken mit Wärmestufen von 1 bis 5 hilft bei der Wahl. Wärmestufe 1 bedeutet geringe Wärmehaltung und ist für den Sommer, für warme Schlafräume und Menschen mit geringem Wärmebedürfnis geeignet. Wärmestufe 5 wärmt besonders gut.

Als Füllung stehen Textilfasern, Naturfasern, Naturhaare und Daunen zur Wahl. Naturmaterialien sind atmungsaktiv, temperaturausgleichend und hautfreundlich. Sie können viel Feuchtigkeit aufnehmen und geben sie nach außen ab. So sorgen sie für ein trockenes Schlafklima. Dasselbe gilt auch für synthetische Textilfasern. Sie haben zusätzlich den Vorteil, dass sie bei 60 °C gewaschen werden können und für Allergiker gut geeignet sind.

Um nachts auch bei geschlossenen Fenstern ein ideales Klima zu erreichen, hilft morgendliches und abendliches Stoßlüften.
© DGM/Wiemann
Um nachts auch bei geschlossenen Fenstern ein ideales Klima zu erreichen, hilft morgendliches und abendliches Stoßlüften.
Eine Wohlfühl-Atmosphäre stellt sich am besten durch unterschiedliche Lichtquellen ein.
© Grüne Erde
Eine Wohlfühl-Atmosphäre stellt sich am besten durch unterschiedliche Lichtquellen ein.

Als Füllmaterialien für Kopfkissen eignen sich Daunen und Federn, Schafschurwolle oder Textilfasern. Abhängig vom Schlafverhalten, also ob Rückenschläfer, Seitenschläfer oder Bauchschläfer, sind auch hier Form und Größe zu beachten. Für Rücken- und Bauchschläfer empfehlen Experten weiche, flache Kissen. Seitenschläfer benötigen ein etwas höheres Kissen oder ein Nackenstützkissen. Um eine Überdehnung oder Verspannung im Nackenbereich zu vermeiden, sollten nur Kopf und Nacken auf dem Kissen aufliegen, die Schultern sollen in die Matratze sinken.

nach obenGutes Klima

Ein gutes Schlafklima ist die beste Voraussetzung für guten Schlaf. Ist es zu stickig oder zu warm, schlafen wir schlecht. Eine Temperatur zwischen 16 °C und 18 °C sowie eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 % und 50 % sind ideal. Wem das zu kalt ist, der nimmt eine dickere Bettdecke. Um nachts auch bei geschlossenen Fenstern ein ideales Klima im Schlafzimmer zu erreichen, hilft morgendliches und abendliches Stoßlüften. Störfaktoren für erholsamen Schlaf können Elektrogeräte wie Fernseher, Laptop oder Smartphones sein. Wer diese erst gar nicht mit ins Schlafzimmer nimmt, vermeidet nicht nur eine mögliche Strahlenbelastung, sondern kann auch mental besser abschalten.

nach obenStimmiges Licht

„Eine nüchterne Deckenleuchte, die selbst die kleinste Ecke aus dem Schatten holt, strahlt wenig Entspannung aus“, erläutert Kurth. Eine Wohlfühl-Atmosphäre stellt sich daher am besten ein, wenn unterschiedliche Lichtquellen, etwa durch Wand- oder Stehleuchten, zum Einsatz kommen. „Mittlerweile werden die unterschiedlichsten Beleuchtungssysteme auch geschickt in Möbel integriert. So sind energiesparende LED-Leuchten an der Bettkante, die per Sensor beim Ausstieg aus dem Bett aktiviert werden, oder LED-Leuchten im Kleiderschrank, die sich beim Öffnen automatisch einschalten, bei vielen Möbelherstellern fest im Programm“, ergänzt der Experte.

Unser Schlafzimmer ist nicht nur das praktische Zimmer für Bett und Schrank. Wohlfühlen ist auch in diesem Wohn- und Lebensbereich angesagt.

nach obenFarbe im Schlafzimmer

Im Schlafzimmer auf starke Farbkontraste besser verzichten.
© epr/Alpina
Im Schlafzimmer auf starke Farbkontraste besser verzichten.
Helle und gedeckte Farben tragen zu einem entspannten Raumgefühl bei. Blau- und Grüntöne beruhigen, intensive Gelb-, Orange- und Rottöne hingegen können einen anregenden Effekt haben und eignen sich daher weniger. Generell gilt, je kühler der Farbton, desto entspannender seine Wirkung. Auf starke Farbkontraste sollten Sie besser verzichten. Spitzenreiter in der Schlafzimmer-Farbwelt bleibt jedoch Weiß. Es wirkt stilvoll und elegant. Zudem lässt es sich nach Belieben mit farbigen Accessoires kombinieren.


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Bett, Farbkontraste, Licht, Matratze, Schlafzimmer, Wirbelsäule, Wohlfühlen
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